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Sechs Verletzte in Züschen durch Kohlenmonoxid-Vergiftung

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Schmal war die Straße, in der die Einsatzkräfte arbeiten mussten. © Feuerwehr Winterberg

Züschen. Es ist eine Schreckvorstellung vieler Menschen. Nachts tritt in der Wohnung Gas aus, es wird nicht gerochen und bahnt sich seinen Weg durch die Räume. In einem Wohnhaus in Züschen wurde diese Schreckvorstellung nun Wirklichkeit, glücklicherweise mit einem glimpflichen Ausgang für die Bewohner – unter anderem durch den selbstlosen Einsatz einer Nachbarin.

Diese meldete sich am Donnerstagmorgen beim Notruf der Polizei Hochsauerlandkreis. Sie berichtete von Hilferufen eines Mannes aus ihrer Nachbarschaft. Sofort wurden der Rettungsdienst und die Feuerwehr informiert. Als die Rettungskräfte und die Polizei am Wohnhaus an der Birkenstraße eintrafen, wurden fünf Personen (drei Erwachsene und zwei Kinder) in beziehungswiese vor dem Haus gefunden.

Die 51-jährige Frau, die die Polizei informiert hatte, hatte bereits einer Frau und zwei Kindern geholfen, das Gebäude zu verlassen. Ein Mann war zu diesem Zeitpunkt bewusstlos, erlangte das Bewusstsein aber wenig später wieder, berichtet die Polizei. Alle weiteren Personen wurden sofort aus dem Gebäude gebracht, notärztlich versorgt und anschließend wurden alle in Krankenhäuser gebracht. Auch die Frau, die die Polizei alarmiert hatte, ist in ein Krankenhaus gebracht worden – selbstlos war sie den Hausbewohnern zu Hilfe gekommen und hatte dabei giftige Gase eingeatmet.

Alle außer Lebensgefahr

Alle Hausbewohner, die beiden Männer (37 und 54 Jahre alt) und die beiden Kinder im Alter von 2 und 3 Jahren, sind außer Lebensgefahr; laut Polizeiangaben ebenfalls die 30-jährige Mutter der Kinder, bei der erst von Lebensgefahr ausgegangen wurde. Bei Messungen der Feuerwehr-Einsatzkräfte ergab sich ein hoher Kohlenstoffmonoxid-Gehalt im Gebäude. Nach bisherigem Stand der kriminalpolizeilichen Ermittlungen stehen die erhöhten Messungen mit großer Wahrscheinlichkeit mit der Heizungsanlage des Hauses in Zusammenhang. Diese war erst kürzlich installiert worden.

 „Aufgrund der Anzahl an Verletzten wurden umfangreiche Rettungsmittel vom Rettungsdienst des Hochsauerlandkreises als auch vom Deutschen-Roten-Kreuz (DRK) alarmiert“, berichtet die Feuerwehr. Neben Einsatzkräften aus dem Raum Winterberg und Brilon kam auch das DRK aus dem benachbarten Hessen zum Einsatz. Zusätzliche Unterstützung erfolgte durch den Organisatorischen Leiter Rettungsdienst sowie den Leitenden Notarzt. Eine Betreuung der Verletzten sowie der unmittelbaren Nachbarn fand durch Notfallseelsorger der Feuerwehr Winterberg statt.

 Im Einsatz befanden sich folgende Kräfte: Die Löschgruppen Züschen, Langewiese und Neuastenberg sowie der Löschzug Winterberg waren mit rund 50 Einsatzkräften und acht Einsatzfahrzeugen vor Ort. Seitens des Rettungsdienstes (Wache Winterberg und Medebach) und des DRK (Brilon, Winterberg und Frankenberg) wurden insgesamt 24 Helfer mit neun Fahrzeugen alarmiert. Ebenfalls waren der Bezirksschornsteinfegermeister und Kräfte der Polizei im Einsatz.

Kohlenstoffmonoxid (CO) ist ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas, das mit den menschlichen Sinnen nicht wahrnehmbar ist.

Es entsteht bei der unvollständigen Verbrennung kohlenstoffhaltiger Substanzen, wie z.B. Gas, Öl, Holz oder Kohle.

Im Körper blockiert es den Sauerstofftransport im Blut.

Bei hohen Konzentration in der Raumluft können bereits wenige Atemzüge zur Bewusstlosigkeit und schlimmstenfalls zum Tod führen.

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