Wichtige Themen auf der Agenda

Bei der Sitzung des Winterberger Rats geht es um Finanzen, Verkehr und Wald

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Die Digitalisierung mit einem bargeldlosen Zahlen der Parkgebühr wird bald in Winterberg Einzug halten. Es bleibt weiterhin die Möglichkeit ein Parkticket am Automaten zu ziehen.

Winterberg.Nicht nur die Bewerbung um die erneute Ausrichtung der Bob- & Skeleton-WM standen wie am vergangenen Samstag berichtet auf der Tagesordnung des Rates der Stadt Winterberg, auch Finanzen, Verkehr und der Waldzustand waren unter anderem wichtige Themen.

Die Preisstabilität der Müllgebühren für das kommende Jahr sicherte der Rat mit der mehrheitlichen Zustimmung zur Einführung der Seitenlader-Technik zur Entleerung der Abfallgefäße. Marcell Wiese, Geschäftsführer des Entsorgungsunternehmen Stratmann, erklärte die wirtschaftlichen Vorteile: „Der Fachkräftemangel zeigt sich auch bei guten Berufskraftfahrern und Müllwerkern. Zusätzlich zur hohen Fluktuation bei den Mitarbeitern steigen auch die Personalkosten. Daher kann bei Einführung der neuen Ein-Mann-Sammelfahrzeuge, die zwei Tonnen gleichzeitig leeren können, auf die geplante Preiserhöhung von sieben Prozent verzichtet werden.“ 

Winterdienst- und Friedhofsgebühren

Um die optimale Abfuhr zu gewährleisten, wird in der Einführungsphase das Fahrzeug von einer zweiten Person begleitet. Die Bürger werden vor und während dieser Phase informiert. Obwohl sich, so hieß es, die neue Technik in Bestwig, Brilon, Marsberg und Olsberg sowie einigen weiteren Orten in anderen Landkreisen bewährt hat, zeigten sich fünf Ratsmitglieder skeptisch und stimmten gegen die im Frühjahr geplante Einführung. Aktuell kostet die Müllentsorgung 70 Euro je Einwohner.

Ebenso ergab die Kalkulation für 2020, dass bei der Winterdienstgebühr keine sowie bei den Friedhofsgebühren zum Teil nur sehr leichte Anpassungen gegenüber dem Jahr 2019 notwendig sind. Auf Fördergelder bis zu 1,8 Millionen Euro hofft jetzt der Bäderverein Siedlinghausen für die Sanierung des Freibades. Bei sechs Enthaltungen beschloss der Rat einen entsprechenden Antrag beim Land zu stellen. Der Bäderverein hat damit die Chance einen großen Schluck aus der Flasche zu bekommen, steht als Bauträger allerdings dann auch in der Pflicht, das einzige beheizte Freibad in Winterberg für die kommenden 20 Jahre betreiben und einen zehnprozentigen Eigenanteil aufbringen zu müssen. Ob die gewünschte Summe zugesagt wird oder vielleicht ein Betrag von „nur“ 500.000 Euro bewilligt wird, steht noch in den Sternen. Das letzte Wort nach einer möglichen Förderzusage hat später noch der Rat.

Traffic System und Geschwindigkeits-Anzeigetafel

Die Verkehrsentwicklung, besonders im Wintersportbetrieb, wird schon länger diskutiert und beschäftigt die beteiligten Behörden. Die Anschaffung des geplanten Parkleitsystems aus Österreich wurde aufgrund der rechtlichen Vorgaben in Deutschland und der zu hohen Kosten gänzlich verworfen. Dafür soll jetzt nach dem mehrheitlichen Beschluss des Rates ein sogenanntes Traffic System, wie schon beim Dirt Masters Festival vom Veranstalter erfolgreich eingesetzt, getestet werden. 

An drei Standorten, auf der B 480 hinter dem Kreisverkehr „Lemecke“ in Fahrtrichtung Remmeswiese, an der B 236 am Herrlohtunnel in Fahrtrichtung Altastenberg und an der B 236 in Fahrtrichtung Altastenberg vor der Abfahrt zum Großraumparkplatz, wird der Verkehr in diesem Winter durch große Displays mit verschiedenen Informationen und Verkehrszeichen gelenkt. Da diese Anzeigetafeln auf einem Einachsanhänger montiert sind, sei eine kurzfristige Umsetzung für den Abreiseverkehr problemlos möglich. Die Mietkosten von 24.000 Euro für die dreimonatige Testphase werde beim eventuell späteren Kauf angerechnet. Der Kaufpreis liegt bei 100.000 Euro. Das System könne dann später nach einer Anschaffung auch für andere Veranstaltungen genutzt und an Veranstalter vermietet werden.

Die Anzeigetafel mit der gefahrenen Geschwindigkeit in Niedersfeld aus Richtung Grönebach kommend, zeige positive Auswirkungen. In der Auswertung sehe man über die Zeit eine langsamere Fahrweise. Daher wünscht Niedersfelds Ortsvorsteher Heinz Schmidt die gleiche Anzeige an der B 480 aus Richtung Winterberg.

Deutlich preiswerter sind die Geschwindigkeits-Anzeigetafeln. Niedersfelds Ortsvorsteher Heinz Schmidt berichtete von den positiven Erfahrungen dieser Tafel im Orts-Eingangsbereich aus Richtung Grönebach. Die von Schmidt gewünschte Installation einer weiteren Tafel an der B480 aus Richtung Winterberg befürwortete Bürgermeister Werner Eickler zwar, erklärte jedoch, dass ein Teil der Kosten in Niedersfeld selbst aufgebracht werden müsse: „Die B 480 ist unser Hauptzubringer, eine komplette Kostenübernahme durch die Stadt wäre den Neuastenbergern gegenüber nicht fair. Die haben ihre Anlagen komplett aus eigener Tasche finanziert.“ Zuspruch vom Rat erhielt die Verwaltung zur Einführung des digitalen Parktickets per Handy App. „Eine gute Sache und das Ticket ziehen wie bisher bleibt weiter möglich“, votierte Joachim Reuter (CDU) für das Bargeldlose Zahlen der Parkgebühr.

Parken per App, SMS und Anruf

Torben Firley (SPD) schloss sich an und lobte das System der „Smartparking-Plattform“ da es ein offener Anbieter sei. Zukünftig könne via App, SMS oder Anruf das Parken bezahlt werden, dabei sei ein bequemes Starten und Stoppen des Parkvorgangs jederzeit möglich und es brauche nur die tatsächliche Parkzeit bezahlt zu werden. Kostenlos parken dürfen bald die Besitzer der in der Entwicklung befindlichen Bürgerkarte. Für eine Jahresgebühr zwischen 29 Euro und 79 Euro erhalten die Nutzer einen vielfach höheren Gegenwert. Zum Beispiel einmal monatlich kostenlosen Eintritt ins Schwimmbad, kostenloses Busfahren an Samstagen, jeweils einmalige Nutzung zahlreicher Freizeitangebote in Winterberg. „Damit kommen wir dem Vorschlag unserer Bürger nach, nicht nur etwas für unsere Gäste zu tun“, erklärte Geschäftsführer der Winterberg Touristik und Wirtschaft Michael Beckmann das Ziel. Ab dem 1. Dezember soll die Bürgerkarte in der Tourist-Information erhältlich sein.

Einschätzung des Waldzustandes

Der Zustandsbericht des Stadtforstes fiel in diesem Jahr nicht rosig aus. Betriebsleiter Michael Kleinsorge erklärte dem Rat die eingetretenen Befürchtungen: „Zum ohnehin schlechten Holzpreis betragen die Abschläge beim B-Holz weitere 30 Prozent. Die Einschlagsplanung für 2019 ist jetzt bereits überschritten.“ 

Zur Entlastung der Mitarbeiter und schnelleren Bearbeitung des Borkenkäferholzes werde jetzt ein Durchzugsentaster eingesetzt. Die großen Holzberge werden über Duisburg und Rotterdam in Containern nach China verschifft. Unter anderem wegen der fehlenden Planungssicherheit im Export sieht Kleinsorge diese Verkäufe kritisch, jedoch seien sie aktuell unumgänglich. Bei anhaltend warmer Witterung müsse das Holz schweren Herzens begiftet werden, was zusätzlich pro Festmeter fünf Euro der knappen Marge fresse. Die Aufforstung stehe erst im kommenden Jahr auf dem Plan, auf welche Baumarten die Entscheidung fällt, stehe noch nicht fest. Das Fazit von Michael Kleinsorge: „Es fehlen die Niederschläge!“

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