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Spiel, Spaß und Erziehung

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Egal ob sie mit Lego oder Puppen spielen ? die Kinder fühlen sich im Winterberger DRK-Kindergarten wohl. Fotos: Rath
Egal ob sie mit Lego oder Puppen spielen ? die Kinder fühlen sich im Winterberger DRK-Kindergarten wohl. Fotos: Rath

Kindergarten der Zukunft ? bei diesem Stichwort denken einige sicher direkt an multimediale Gestaltung der Räume, Computer oder elektronisches Spielzeug. Doch davon ist im DRK-Kindergarten keine Spur, eher im Gegenteil: hier wird mit Freude gemalt, gebastelt, gespielt und gesungen.

Warum dann könnte also der Kindergarten ein Zukunftsmodell sein? Die Antwort kennt Leiterin Anke Schmidt: "Die Gesellschaft hat sich verändert. Die früher oft klassischen Großfamilien, wo sich die Großeltern um die Kinder kümmern, während die Eltern arbeiten gehen, gibt es heute nur noch selten." Deshalb müssen die Eltern von heute eine neue Lösung finden, um alles unter einen Hut zu bekommen.

Da ist der DRK-Kindergarten zur Stelle. Mit außergewöhnlichen Öffnungszeiten kommt er vielen Eltern entgegen. Geöffnet ist montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr und samstags von 8 bis 16 Uhr. "Diese Regelung beruht bei uns auf einer Elternbefragung, durch die wir ermittelt haben, wie deren Bedarf ist", schildert die Leiterin weiter.

Es geht hier also keineswegs um das Abschieben der Kinder, denn aufmerksame und liebevolle Betreuung ist dem Team sehr wichtig. Seit der Eröffnung des Anbaus verfügt die Einrichtung über eine eigene Mensa, in der für die Kinder in der Tagesbetreuung frisch gekocht wird, einen Schlafraum, in dem bis zu 32 Kinder ihren Mittagsschlaf machen können sowie einen neuen Gruppenraum für die U-3-Betreuung. "Gerade hier ist eine optimale Versorgung, liebevolle Betreuung und eine enge Elternarbeit wichtig, weil die Kinder noch nicht sprechen und nicht selbst berichten können", weiß Anke Schmidt. "Wir pflegen allerdings einen sehr engen Kontakt zu allen Eltern, denn sie vertrauen uns ihr bestes Hab und Gut und sie müssen wissen, wie es ihren Kindern geht, wenn sie sie hier abgeben." Ihre Kindergartenzeit verbringen die Kinder im Alter zwischen zehn Monaten und dem Grundschulalter in einer der fünf Gruppen. Doch nicht nur das Spielen und Toben, zum Beispiel im Bällebad oder auf dem großen Spielplatz hinter dem Haus stehen im Mittelpunkt. Die Kinder werden hier entsprechend ihrer Anlagen und Bedürfnisse bereits früh gefördert. "Bei den älteren Kindern legen wir viel Wert auf die Arbeit in Richtung Schule, wir machen beispielsweise lebensnahe Exkursionen zum Bauernhof oder zur Polizei. Es gibt Kreativ-, Wald- und Turntage", beschreibt Anke Schmidt. Es gibt auch Englischunterricht und eine Sprachförderung.

Darüber hinaus arbeitet der Kindergarten von Beginn an integrativ und gliedert behinderte Kinder so unkompliziert wie möglich in den Alltag mit ein. Der Service des Kindergartenteams, das ab Herbst aus 20 Pädagoginnen, sechs Praktikantinnen und zwei Köchinnen besteht, geht allerdings auch über die Betreuung hinaus. "Wir geben zum Beispiel auch Hilfestellung bei Arzt- und Therapeutenbesuchen, weil wir die Kinder hier ganz anders kennen lernen."

Alle Aktivitäten finden unter dem Motto "Gemeinsam, damit jeder sein Ziel erreicht" statt. Wichtig ist ihr dabei aber, dass jedes Kind "gesehen wird." Jedes Kind hat seine eigene Entfaltungsmöglichkeit, obwohl es natürlich Regeln gibt. Anke Schmidt sagt: "Wenn sich ein Kind wohlfühlt, dann ist es lebendig mit dabei und nimmt viel für sein Leben davon mit."

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