Hochansteckende Viruserkrankung

Staupe im HSK

+
Unmittelbaren Kontakt von Hund und Fuchs sollte man vermeiden, daher sollten Hunde im Wald und auf waldnahen Flächen angeleint werden.

Hallenberg/Medebach/Winterberg - Die Staupe ist eine hochansteckende Viruserkrankung – unter anderem Füchse, Dachse und Waschbären, aber auch Haushunde können an der Infektion, die oft zum Tod führt, erkranken. Ein Hinweis aus der Bevölkerung, dass in Züschen an Staupe verendete Wildtiere gefunden wurden, nahm der SauerlandKurier zum Anlass, beim Veterinäramt des Hochsauerlandkreises unter anderem nachzufragen, ob sich die Staupe im HSK ausbreitet, wie man Hunde schützen kann und ob die Infektion auch für Menschen gefährlich werden kann.

Können Sie bestätigen, dass es in Züschen in jüngster Zeit Fälle von Staupe gegeben hat? 

Es wurde ein verendeter Fuchs gemeldet, der den beschriebenen Symptomen nach an Staupe erkrankt gewesen sein könnte. 

Bedeutet dieser Fall, dass sich die Staupe im HSK ausbreitet? Falls ja, aus welchem Grund? 

Die Staupe breitet sich in verschiedenen Bundesländern aus. Grund ist die steigende Fuchspopulation seit Tilgung der Tollwut. Auch verendete Füchse aus dem HSK wurden im CVUA Westfalen immer wieder positiv auf Staupe getestet. Genaue Fallzahlen werden nicht erfasst. 

Wie erkennt der Laie einen erkrankten Fuchs? 

Die Staupe kann sich in mehreren Erkrankungsformen äußern. Die Symptome der Magen-Darm-Form und der Haut-Form dürften beim Fuchs nur schwer zu beobachten sein. Die Atemwegs-Form mit eitrigem Nasenausfluss, Husten und Atemnot sowie die Gehirn-und-Nerven-Form mit krampfartigen Anfällen und Lähmungserscheinungen sollte jedoch beim Fuchs erkennbar sein. 

"Hunde sollten an der Leine geführt werden"

Wie können sich Hunde anstecken? 

Durch unmittelbaren Kontakt mit Füchsen oder Dachsen. Daher sollte man Hunde im Wald oder auf waldnahen Flächen nicht frei laufen lassen, sondern stets an der Leine führen.

Was kann der Hundehalter prophylaktisch machen, um sein Tier zu schützen? 

Gegen das Staupevirus gibt es seit Jahrzehnten bewährte und gut verträgliche Impfstoffe für Hunde. Jeder Hund sollte daher routinemäßig gegen Staupe geimpft sein. Können auch Menschen erkranken? Für den Menschen ist das Staupevirus völlig ungefährlich. Auch Katzen können nicht erkranken. Allerdings wird die Katzenseuche öfter als Katzenstaupe tituliert. Der Virus aber ist ein völlig anderer.

Das ist die Staupe

- Die Ansteckung mit dem Staupevirus erfolgt in erster Linie durch den direkten Kontakt mit einem infizierten Tier. Jagdhunde beziehungsweise Hunde mit möglichem Kontakt zu Wildtieren sind deshalb einem besonders hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Da sich Füchse aber auch innerorts aufhalten, besteht für andere Hunde ebenfalls die Gefahr einer Ansteckung. 

- Eine Behandlung der Staupe ist kaum möglich. Die wichtigste vorbeugende Maßnahme, um eine Staupeinfektion zu verhindern, ist die Impfung der Hunde. 

- Das Krankheitsbild der Staupe ist vielgestaltig und führt häufig zum Tode. Hohes Fieber, Mattigkeit, Fressunlust sowie Augen- und Nasenausfluss sind oftmals erste Symptome. Im weiteren Verlauf kann sich die Erkrankung in verschiedenen Organsystemen manifestieren, so dass man von der Lungenstaupe, Darmstaupe oder bei einer Erkrankung des Nervensystems von der Nervenstaupe sprechen kann. 

- Tiere, die die Erkrankung überleben, behalten häufig lebenslange Schäden zurück. Hierzu gehören zum Beispiel das sogenannte Staupegebiss, dabei handelt es sich um einen Zahnschmelzdefekt bei Junghunden, und der sogenannte Staupetick mit unkontrollierten Muskelzuckungen. 

- Für Rückfragen stehen die Haustierärzte bzw. das Veterinäramt telefonisch unter Tel. 02961/94-3203 zur Verfügung. 

Quelle: Veterinäramt des Hochsauerlandkreises

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare