Viele Aufgaben für immer weniger Köpfe

Trotz Bitte: Neuigkeiten zu Kirchenkreisen Wittgenstein und Siegen veröffentlicht

Stefan Berk, Superintendent
+
Auf der Titelseite der Machbarkeitsstudie stehen die Logos der beiden Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein in gleicher Größe auf derselben Höhe nebeneinander, genauso hat Superintendent Stefan Berk auch die Vorarbeiten für das 31-seitige Papier empfunden.

Ausdrücklich hatte Superintendent Stefan Berk in seiner Einladung zur Wittgensteiner Kreissynode gebeten, die mitgeschickten Unterlagen nicht öffentlich zu machen, da es nach evangelischer Vorstellung diese Versammlung von stimmberechtigten Delegierten der Kirchengemeinden und aus den Arbeitsbereichen ist, die als erste darüber sprechen sollte. 

Winterberg - Als die Machbarkeitsstudie zu einer möglichen Vereinigung der beiden Kirchenkreise Wittgenstein und Siegen dann durch einen Artikel mehr als eine Woche vor der Synode doch schon umrissen wurde, sah sich der Wittgensteiner Superintendent deshalb in einer etwas misslichen Situation - und lud die örtlichen Medien zu einem Pressegespräch ins Berleburger Haus der Kirche ein.

Seit Jahren hat Stefan Berk in seinen Superintendenten-Berichten darauf hingewiesen, dass der durch den demographischen Wandel beständig kleiner werdende, ländliche Kirchenkreis Wittgenstein Mühe hat, seine Stellen zu besetzen und seine Arbeiten zu erledigen: viele Aufgaben für immer weniger Köpfe, Schultern und Hände.

Übergeordnete Steuerungsgruppe und vier Projektgruppen

Aus dieser Situation heraus wurde nach eindeutigen Aufträgen aus den jeweiligen Synoden heraus von einer übergeordneten Steuerungsgruppe und von vier Projektgruppen zu den Handlungsfeldern „Pfarrdienst“, „Finanzen“, „Synodale Einrichtungen und Dienste“ sowie „Leitung und Organisation“ - allesamt aus beiden Kirchenkreisen besetzt - über die Möglichkeit einer Vereinigung der beiden Kirchenkreise nachgedacht. Die Ergebnisse der Überlegungen, die die Machbarkeitsstudie auf 31 Seiten darstellt, brachte Stefan Berk beim Pressegespräch folgendermaßen auf den Punkt: „Eine Vereinigung der beiden Kirchenkreise zu einem neuen bringt mehr positive als negative Effekte.“ 

„Sicherheit für 20 Jahre“

Gleichsam stellte der Wittgensteiner Superintendent klar, dass er die Machbarkeitsstudie zunächst mal als „gute Arbeitsgrundlage“ verstehe, auf deren Basis in den Gremien und Gemeinden weiter diskutiert werden müsse: „Das muss ein gründliches Verfahren sein“, weil es bei dem konkreten Vereinigungs-Votum um solch eine wichtige Entscheidung gehe, dass diese am besten einstimmig gefasst werden möge. Auch das schlussendliche Ziel für den neuen Kirchenkreis, seine Gemeinden und seine Arbeitsbereiche war für Stefan Berk klar zu benennen: „Sicherheit für 20 Jahre“, damit diese ihre Arbeit als evangelische Kirche für die Gemeindeglieder im Speziellen, aber letztendlich für die Menschen im südlichen Westfalen, genauer in Siegerland, Wittgenstein, Eslohe, Olpe, Schmallenberg und Winterberg, in einer guten, verlässlichen Struktur leisten können.

Die neue Pfarrerin in Winterberg heißt Dr. Sandra Gintere. Auch sie erhofft sich Sicherheit für die kommenden Jahrzehnte.

Die gemeinsame Beschlussvorlage für die jeweiligen Synoden der beiden Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein am heutigen Mittwoch, 16. September, lautet: „Deshalb beschließen die Kreissynoden, ein Stellungnahmeverfahren bis zum Frühjahr 2021 durchzuführen, in dem alle Gemeinden, synodale Dienste/Einrichtungen und Gremien um Anmerkungen und Veränderungsvorschläge zum Entwurf der Studie gebeten werden. Die Kreissynode beauftragt die Steuerungsgruppe, dieses Stellungnahmeverfahren zu betreuen.“ Darüber wird bei den Synoden in Siegen und Bad Berleburg abgestimmt, die eigentliche Arbeit geht danach in einem deutlich breiteren Diskussion-Rahmen weiter.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare