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Vorbildliches Verhalten

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Michael Kirchner übergibt Dirk Süshardt (Dritter von links) die Belobigungsurkunde. Er hatte Dieter Werder (Zweiter von links) bei einem Unfall das Leben gerettet. Bürgermeister Werner Eickler und Familienangehörige freuen sich mit ihm.  Foto: Ulrich Brings
Michael Kirchner übergibt Dirk Süshardt (Dritter von links) die Belobigungsurkunde. Er hatte Dieter Werder (Zweiter von links) bei einem Unfall das Leben gerettet. Bürgermeister Werner Eickler und Familienangehörige freuen sich mit ihm. Foto: Ulrich Brings

Der Siedlinghauser Dirk Süshardt wurde im Rathaus in Winterberg für sein vorbildliches Verhalten im Januar 2013 bei einem Unfall auf der L 740 zwischen Silbach und Winterberg mit einer Belobigungsurkunde des Landes NRW ausgezeichnet.

Die Urkunde überreichte Michael Kirchner von der Bezirksregierung in Arnsberg. „Sie haben alles richtig gemacht, Unfallstelle gesichert, Hilfe geholt, Zuspruch geleistet, richtig reagiert. Leider ist das heute nicht selbstverständlich“, so Kirchner.

Doch was war eigentlich passiert? Es war der 15. Januar 2013 gegen 13 Uhr. Der 25 jährige Dirk Süshardt, Lasertechniker bei der Firma Leiße&Söhne in Siedlinghausen, war mit seinem Auto Richtung Winterberg unterwegs. Da bemerkte er bei dichtem Schneetreiben auf der L 740 auf der rechten Seite eine Fahrzeugspur, die einen Abhang hinunter führte. Dirk Süshardt kombinierte, dass möglicherweise ein Unfall geschehen war. „Tatsächlich war ein Fahrzeug die Böschung heruntergefahren und in einen Baum gerast. Ich hab mich sofort die Böschung herunter begeben, um zu sehen, was dort passiert ist. Ich fand dann auch einen älteren Herrn in dem Wagen, der anscheinend nicht mehr bei Bewusstsein war“, erzählt er.

„Ohne Dirk würde ich nicht hier sitzen“

Dirk Süshardt rannte zurück zur Straße, um ein vorbeifahrendes Fahrzeug anzuhalten. Drei Autos fuhren weiter, aber dann hielt eine Frau an, die den Notarzt alarmierte. Süshardt, ehrenamtlicher Betreuer der Jugendfeuerwehr Siedlinghausen, versorgte den Verunglückten bei den winterlichen Temperaturen mit einer Rettungsdecke und versuchte ihn durch ständiges Ansprechen bei Bewusstsein zu halten. „Nach anfänglichem leisen Gebrummel sagte er die Worte ‘Ich bin der Dieter aus Stuttgart’.“

Dann kam der Rettungswagen und Dieter Werder, der seit einigen Jahren in Ramsbeck wohnt und im Winterberger Studienkreis Unterricht gibt, wurde ins Winterberger Krankenhaus gebracht, später in eine Spezialklinik nach Kassel. Nach drei Wochen Aufenthalt ging es für den 75-jährigen in die Reha.

Dirk Süshardt und Dieter Werder haben sich mittlerweile auch schon getroffen. Dieter Werder ist seinem Schutzengel unendlich dankbar. „Ohne Dirk würde ich heute hier nicht sitzen, er hat mir das Leben gerettet. Es ist schön, dass man auch heute noch Leute trifft, die sich um andere Sorgen machen.“ (Von Ulrich Brings, schmallenberg@sauerlandkurier.de)

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