Erst winterlich, dann frühlingshaft

Wetterbilanz: So sah der Februar in Hallenberg, Medebach und Winterberg aus

Zwischen Winter und Frühling: Verbreitet zeigten sich in der zweiten Monatshälfte die ersten Frühlingsboten. Im Tal konnte sich der Frost aber in den Nächten halten und so taute der Elkeringhäuser See nur sehr langsam auf.

Hallenberg/Medebach/Winterberg. Während der Februar des vergangenen Jahres noch der kälteste seit 30 Jahren war, brachte die diesjährige Ausgabe ab Monatsmitte Temperaturen wie im Vollfrühling. Die Sonne machte dabei verbreitet Überstunden, Regen und Schnee fielen insgesamt weniger als üblich. Eine Schneedecke hielt sich auf dem Kahlen Asten noch bis kurz vor das Monatsende, im Tal blieb es fast durchweg schneefrei. Das ergaben die Messungen und Beobachtungen des „Wetterportal Sauerland“. Eine detaillierte Übersicht für die Leser des SauerlandKurier:

Temperatur 

Die Temperatur lag auf dem Vater der Sauerländer Berge bei einem Mittelwert von 2,9 °C und damit mehr als 5 °C über dem Normalwert der Vergleichsperiode 1961-1990. Tatsächlich war es damit vor 1926 und 1990 der mildeste Februar seit Beginn der Aufzeichnungen von etwa 100 Jahren. Schaut man sich den Verlauf des Monats etwas genauer an, so fällt auf, dass die Berge mit diesen sehr hohen Temperaturabweichungen eine heraus gehobene Stellung einnahmen. Grund war hier die Inversionswetterlage, welche die 2. Hälfte des Monats prägte. Diese sorgte für eine Umkehr der normalen Temperaturverhältnisse. Während die Täler rund um Medebach und Hallenberg fast täglich mit Frost in den Tag starteten, erlebten die Berge meist ganztags einen milden Frühlingshauch. Diese Witterung gipfelte am 27. Februar in einem neuen Höchstwert von 15,6°C. Der alte Rekord von 14,2°C aus dem Februar 1990 wurde gleich an drei Tagen überboten. Winterberg erreichte an diesem Tag 17,2 °C, Medebach 17,4°C. 

Die tiefsten Monatstemperaturen wurden auf den Bergen in den ersten Februartagen erreicht. Altastenberg kam am 01. Februar beispielsweise auf -5,3°C, Langewiese -4,8°C und am Homberg oberhalb von Züschen wurde ebenfalls -4,8°C gemessen. In den Tallagen der Region unterschritten die Temperaturen in deutlich mehr Nächten den Gefrierpunkt, der Tiefstwert wurde an der Ruhrquellenhütte mit -6,1°C am 15. gemessen. Insgesamt wurden in den Hochlagen zudem noch bis zu 6 Dauerfrosttage reistriert, im Tal gab es solche Tag meist nicht mehr.

Sehr sonnenscheinreicher Monat

Niederschlag 

In Sachen Niederschlagsmengen reichte der Februar bei weitem nicht mehr an die sehr nassen Vorgängermonate Dezember und Januar heran. Insgesamt kamen rund um Medebach und Hallenberg meist rund 40 Liter pro Quadratmeter zusammen, zwischen Kahlen Asten und Winterberg waren es um 60 Liter. Allein der 10. und 11. Februar brachten es auf etwa 80 Prozent dieser Summe. Ein kräftiges Tief hinterließ zunächst viel Regen, später dann auf den Bergen einiges an Schnee. In der meist sonnigen zweiten Monatshälfte blieben die Regenmesser weitgehend leer. Die Schneedecke zeigte sich trotz der meist sehr milden Temperaturen recht ausdauernd. 

So lag auf dem Kahlen Asten an allen Tagen des Monats Schnee, an 24 Tagen war die Schneedecke mehr als 20 Zentimeter dick. Maximal konnte bis zu 42 Zentimeter gemessen werden. Die meist sehr geringe Luftfeuchtigkeit in der zweiten Monatshälfte sorgte dafür, dass sich oberhalb der Schneedecke immer eine dünne Kaltluftschicht halten konnte und diese so nur langsam abschmolz.

Sonne 

Schon der Februar 2018 war ein sehr sonnenscheinreicher Monat, er kam mit vielen eiskalten Wintertagen daher. In diesem Monat kam der Sonnenschein eher frühlingshaft daher. Insgesamt erreichte der Kahle Asten 108 Stunden Sonne und damit genau 50 Prozent mehr als in einem normalen Februar zu erwarten gewesen wäre. In der zweiten Monatshälfte zeigten sich acht Tage fast oder sogar vollkommen wolkenlos.

Wind 

In Sachen Wind waren nur zwei Tage wirklich bemerkenswert. Die beiden niederschlagsreichsten Tage, der 10. und der 11. Februar waren auch die mit Abstand windigsten Tage. So erreichte der Kahle Asten maximal eine Windgeschwindigkeit von 81 km/h, Langewiese erreichte 59 und Neuastenberg 58 km/h. In der zweiten Monatshälfte wehte der Frühlingshauch dann meist nur noch mit weniger als 20 km/h rund um Winterberg und die Medebacher Bucht.

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