Deutlich zu warm, zu trocken und mit mehr Sonne als üblich

Wetterbilanz für Hallenberg, Medebach und Winterberg: August setzte Supersommer fort

Die Felder und Wiesen im Sauerland waren meist nur fahl und grau. Die Wasserknappheit lies kaum Graswuchs zu.

Hallenberg/Medebach/Winterberg. Die stabile Hochdruckwetterlage, die mit Ausnahme des Januars alle Monate des Jahres 2018 prägte, setzte sich im August weiter fort. So schloss der Sommer (Juni bis August) als zweitwärmster überhaupt (nach 2003) ab und die Periode April bis August als mit Abstand wärmste Phase seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Dies ergaben die Beobachtungen und Auswertungen des Wetterportals Sauerland. Eine detaillierte Wetterbilanz für die Leser des SauerlandKurier:

Temperatur 

Mit einer mittleren Temperatur von 16,2 Grad an der Wetterstation Kahler Asten war der August 3,5 Grad wärmer als das langjährige Mittel der Jahre 1961 bis 1990. Nur der August 2003 erreichte seit 1955 einen noch höheren Wert. Damals wurden im Durchschnitt 17,2 Grad erreicht. Nach einem sehr heißen Juliendspurt begann auch der August hochsommerlich. Vom 1. bis 9. des Monats wurde in Medebach sechsmal die 30-Grad-Marke überschritten, in Winterberg war dies noch zweimal der Fall und selbst auf dem Kahlen Asten stand am 7. August mit einem Wert von 30,4 Grad erstmals seit 2015 wieder eine „3“ ganz vorne. Dieser Tag war im ganzen Sauerland der Spitzenreiter des Monats und des gesamten Sommers. In den Tallagen des oberen Sauerlandes wurden verbreitet knapp 35 Grad gemessen. 

Auch rund um die Monatsmitte und in der letzten Woche gab es noch heiße Tage. Diese wurden immer wieder von kühleren Phasen abgelöst. Erstmals richtig durchlüften konnte man nach der Passage einer Kaltfront am 10. und 11. August. Der kühlste Tag war verbreitet der 25. August, denn auf den Bergen wurde noch so gerade die 10-Grad-Marke erreicht, in den Tälern war 15 Grad das Ende der Fahnenstange. Die frischeste Nacht wurde sodann direkt im Anschluss am 26. August verzeichnet. In den Winterberger Höhendörfern schwankte das Thermometer um die 5-Grad-Marke (Langewiese und Neuastenberg 5,0 Grad, Altastenberg 5,1 Grad), in Medebach waren es nur 1,6 Grad inklusive leichtem Frost in Bodennähe. 

208 Stunden Sonnenschein

Niederschlag 

Neben den hohen Temperaturen war es wieder einmal das Thema Trockenheit, welches die Nachrichten rund um das Wetter bestimmte. Nach bereits sechs Monaten in Folge mit deutlich zu geringen Niederschlägen erreichte auch der August bei weitem nicht sein Soll. Normal wären auf dem Kahlen Asten etwas über 100 Liter gewesen, in Medebach und Hallenberg rund 60 bis 70 Liter. Tatsächlich landeten bis zum Monatsende auf dem Vater der Sauerländer Berge nur 67 Liter, an der Skihütte Pastorenwiese oberhalb von Hallenberg 38 und in Medebach gerade einmal 19 Liter in den Messbechern. Der größte Teil fiel im Zuge einer Gewitterlage am 8. und 9. des Monats, auf dem Kahlen Asten beispielsweise 30 Liter in nur einer Stunde. Dieser Starkregen floss meist oberflächlich ab und die Natur hatte nur wenig davon. 

Sonne 

Aufgrund der vorherrschenden Hochdruckwetterlage zeigte sich die Sonne in diesem Monat mal wieder länger als üblich. 208 Stunden bedeuteten etwas mehr als 20 Prozent mehr als im langjährigen Schnitt. Da sich allerdings auch einige trübe Tage dazwischen mischten, wurde der Wert aus dem Juli (284 Stunden) nicht erreicht. Die letzten fünf Monate erreichten insgesamt 1125 Stunden Sonnenschein und damit Platz 2 in der Rangliste seit 1955. Nur 1959 war noch um 10 Stunden sonnenscheinreicher. 

Wind 

Aufgrund der Sommerwetterlagen brachte auch der August in Sachen Wind nicht allzuviel zustande. Langewiese verzeichnete beispielsweise eine durchschnittliche Windgeschwindigkeit von 6,7 km/h, an der Pastorenwiese waren es 5,2 km/h. Eine Ausnahme machte dabei allerdings der Nachmittag des 9. August. Eine durchziehende Kaltfront brachte für knapp eine Stunde heftige Gewitterböen, welche am Kahlen Asten 103 km/h erreichten. Die Folge waren einige umgeknickte Bäume mit Einsätzen der Feuerwehr.

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