Ein echter Sommermonat

Wetterbilanz für Hallenberg, Medebach und Winterberg: Juli sonnig, warm und deutlich zu trocken

Schon zum Start in den Juli blühte am Kahlen Asten die Bergheide – ungewöhnlich früh. Zum Monatsende warfen die Bäume aufgrund des Trockenstresses zum Teil bereits ihre Blätter ab.

Hallenberg/Medebach/Winterberg. Nachdem bereits April, Mai und mit Abstrichen auch der Juni sonnig, warm und vor allem deutlich zu trocken verliefen, setzte der Hochsommermonat Juli diese Reihe ungebremst fort. Das große Niederschlagsdefizit machte sich vor allem in Form einer hohen Waldbrandgefahr bemerkbar. Dies ergaben de Messungen und Beobachtungen des Wetterportals Sauerland, hier für die SauerlandKurier-Leser:

Temperaturen 

Mit einer mittleren Temperatur von 17,4 Grad auf dem Kahlen Asten war der Juli ein echter Sommermonat, denn nur wenige seiner Art schafften noch höhere Werte. Unangefochtener Rekordhalter bleibt hier allerdings weiterhin der „Sommermärchen-Monat“ Juli 2006. Dieser erreichte eine Mitteltemperatur von 18,7 Grad und war der wärmste Monat, den es hier seit Beginn der Wetteraufzeichnungen je gegeben hat. Vom Ablauf her konnten lange sehr warme bis heiße Perioden und nur kurze etwas frischere Zeiträume ausgemacht werden. Mit großem Abstand die frischesten Tage waren der 10. und der 11. Juli. Mit einem Höhentief erreichten die Werte an diesen Tagen lediglich um 15 Grad, auf dem Kahlen Asten wurde sogar die 10-Grad-Marke verfehlt. Die kältesten Nachttemperaturen wurden auf den Bergen in der Nacht zum 11. Juli mit rund 7 Grad gemessen. In den Tälern ging es vor allem am Monatsstart in den Keller, an der Ruhrquelle erreichten die Werte am Morgen des 3. Juli exakt den Gefrierpunkt, in Medebach waren es an diesem Tag 2,7 Grad. 

Abgesehen von den genannten Tagen erreichten die Tageshöchsttemperaturen in den Tallagen täglich mindestens die 20-Grad-Marke, an vielen Tagen wurde auch 25 Grad, das Kriterium eines Sommertages, überschritten. In Medebach waren dies insgesamt 20 solcher Tage, Winterberg erreichte immerhin noch elf dieser Sorte. Hitzetage gab es in der Toskana des Sauerlandes ganze sieben, in Winterberg und auf dem Kahlen Asten wurde ein solcher Tag knapp verfehlt. Ein Höchstwert von 28,4 Grad auf dem Vater der Sauerländer Berge ist aber auch bemerkenswert, in Medebach schwitzte man in der Spitze bei 33,2 Grad am 26. Juli. 

Fast 300 Stunden Sonnenschein 

Niederschlag 

Nachdem bereits Februar bis Juni deutlich zu wenig Niederschlag brachten, setzte der Juli diesen Trend ohne Pause fort. Zum Monatsende zeigte der Messbecher in Langewiese gerade mal 35 Liter, in Winterberg 33 Liter und in Medebach 40 Liter. Hier profitierte man vor allem von einer Regenfront am 22. Juli, welche Medebach und Hallenberg einiges an Nass brachte, große Teile von Winterberg aber „verschonte“. 

Ansonsten stachen noch die beiden sehr kühlen Tage am 10. und 11. Juli sowie ein gewittriger Nachmittag am 5. des Monats mit nennenswerten Regenmengen heraus, die restlichen Tage blieben quasi durchweg sonnig und trocken. Somit steigerte sich auch im sonst so feuchten Sauerland die Waldbrandgefahr am Monatsende bis nahe an die höchste Gefahrenstufe heran. 

Sonne 

Zu „beneiden“ waren in diesem Monat einmal mehr die Betreiber von Freibädern, Freizeitparks und Solaranlagen. Nachdem bereits die Vormonate sehr sonnig verliefen, erreichte auch der Juli in dieser Hinsicht Spitzenwerte. Fast 300 Stunden, genau 286 Stunden, also nahezu 10 Stunden pro Tag, zeigte sich die gelbe Kugel über dem Himmel am Kahlen Asten. Normal wären etwa 170 Stunden gewesen. Viele wolkenlose oder nur leicht bewölkte Tage reihten sich aneinander und vollkommen sonnenscheinlos war kein einziger Tag im abgelaufenen Monat. Noch sonniger war in den letzten gut 60 Jahren lediglich der „Sommermärchen-Juli“ 2006 mit 307 Stunden. 

Wind 

Während der Wind bei dem dominierenden Hochdruckwetter der vergangenen Monate allgemein unauffällig war, konnte er in diesem Monat an so manchem Tag kaum gemessen werden. Selbst die Messstationen in den Höhendörfern Altastenberg, Neuastenberg und Langewiese konnten nur mittlere Windgeschwindigkeiten zwischen 3 und knapp 6 km/h messen. Am windigsten war noch der 1. Juli, an dem ein frischer Ostwind Böen bis etwa 50 km/h brachte.

Alles rund ums Sauerländer Wetter:www.wetter-sauerland.de

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