Februar nass und stürmisch wie seit 30 Jahren nicht mehr

Wetterbilanz Hallenberg, Medebach, Winterberg: Milder Winter endete stürmisch

Vor allem der Februar brachte „wildes Wetter“. Kräftige Regen- und Schneeschauer waren wie hier in Hallenberg fast ein täglicher Begleiter.
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Vor allem der Februar brachte „wildes Wetter“. Kräftige Regen- und Schneeschauer waren wie hier in Hallenberg fast ein täglicher Begleiter.

Hallenberg/Medebach/Winterberg - Der Februar als letzter meteorologischer Wintermonat machte den Mildwinter 2019/20 perfekt. Er war überaus nass und außergewöhnlich stürmisch. Dazu lagen die Temperaturen erneut deutlich über den langjährigen Mittelwerten. Das ergaben die Messungen und Beobachtungen des „Wetterportal Sauerland“.  Eine Übersicht für Kurier-Leser:

Temperatur 

Der letzte Wintermonat erreichte auf dem Kahlen Asten einen Mittelwert von 0,8°C und war erneut rund 3°C milder als normal, trotzdem aber der kälteste der drei Wintermonate. So erreichten Dezember, Januar und Februar zusammen mit einem Durchschnitt von 1,1 °C exakt den Mittelwert des Kyrillwinters 2006/07. Die Winter 2013/14, 1989/90 und 1974/75 folgten als weitere Mildwinter unmittelbar danach. Wie bereits die beiden Monate zuvor, brachte der Februar nahezu durchweg übernormale Temperaturen. Dabei stellte sich ein sehr regelmäßiges Muster ein. So bildete die Wochenmitte in jeder der vier Wochen den Tiefpunkt in Sachen Temperaturen. Bis zum Sonntag kletterten die Werte jeweils deutlich nach oben, teils in den zweistelligen Bereich. In der Nacht zu Montag beendete eine Kaltfront die milden Tage und es machte sich wieder nasskalte Luft bemerkbar. 

Der mildeste Tag des Monats war mit Abstand der 16. Februar. Selbst in Winterberg wurden 12°C erreicht, Medebach kam auf 14,6°C. Die tiefsten Temperaturen waren kaum der Rede wert. Winterberg kam auf -2,6°C, der Kahle Asten erreichte -3,3°C. Betrachtet man den gesamten Winter, so fiel dieser vor allem durch das vollständige Fehlen von kalter Arktikluft auf. Lediglich rund um den 20. Januar stellte sich für einige Tage eine Hochdruckwetterlage ein, die in den Tälern Temperaturen von unter -5°C brachte. Medebach kam auf einen Tiefstwert von -6,1°C. Die Ruhrquellenhütte, die oftmals den Kältepol des oberen Sauerlandes bildet, kam so gerade auf -10°C. In den Wintern der Vorjahre lagen die Tiefstwerte meist um -20°C. In Hoch- und Kuppenlagen wurde die Marke von -5°C in diesem Winter teils nicht ein einziges Mal unterschritten (Kahler Asten -4,7)

Orkan Sabine sorgte im Sauerland für zahlreiche gesperrte Straßen und einige kleinere Waldschäden.

Niederschlag 

Nach den trockenen Sommermonaten der vergangenen beiden Jahre war ein nasser Winter durchaus willkommen. Besonders der Februar erfüllte diese Vorgabe mit Bravour. Mit rund 225 Litern pro Quadratmeter auf dem Kahlen Asten war es der nasseste Februar seit 1990. Nur fünf der 29 Februartage blieben trocken. Selbst im sonst als Trockeninsel bekannten Medebach kamen rund 155 Liter pro Quadratmeter zusammen. Hier wurde damit mehr als das Doppelte der normalen Mengen gemessen. Diese niederschlagsreiche Phase gipfelte zum Februarende mit einem leichten Hochwasser. Über die drei Wintermonate betrachtet kam Medebach auf 265 und der Kahle Asten auf 450 Liter pro Quadratmeter. Damit war es insgesamt etwas niederschlagsreicher als im langjährigen Mittel.

Schnee 

Trotz des schneereichen Februarfinales war dieses Thema insgesamt ein recht trauriges Kapitel – vor allem natürlich für die Wintersportler. Erst ganz zum Schluss des meteorologischen Winters kam der Kahle Asten auf 34 cm. Medebach-Berge erreichte nie mehr als 5 cm an 8 Schneetagen. Trotzdem: Auch in längst vergangenen Zeiten hat es so etwas schon gegeben. In den Winter 1898/99 und 1920/21 erreichte die Schneedecke an der damaligen Messstation in Altastenberg je nicht mehr als 13 cm. 

Wind 

Ein prägendes Element vor allem des Februars war der Wind. Am Ende war es der stürmischste Februar seit 1990, nur an fünf der 29 Februartage wurde auf dem Kahlen Asten keine stürmische Windböe gemessen. Besonders die Sonntage waren turbulent. „SABINE“, „VICTORIA“ und „YULIA“ hießen die Sturmtiefs, die für gesperrte Straßen und Waldschäden sorgten. Mit bis zu 137 km/h lag die maximale Böe des Winters auf Augenhöhe mit dem Orkan „KYRILL“ vor 13 Jahren, die Schäden waren nicht zu vergleichen. 

Sonne 

Die Sonne spielte im Februar wie im gesamten Winter eine Nebenrolle, wenn es auch schon bedeutend grauere Winter gegeben hat. So brachten Dezember und Januar je eine durchschnittliche Ausbeute. Der Februar war hingegen ein sehr trüber Monat. 25 Sonnenstunden auf dem Kahlen Asten bedeuten nur etwa ein Drittel der normalen Dauer. 

Weitere Infos gibt es unter www.wetter-sauerland.de

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