Der Mai in Hallenberg, Medebach und Winterberg

Wetterbilanz: Trockenheit setzte sich im Mai fort

Sehr trockene Luft bestimmte fast den gesamten Monat. So war die Fernsicht oft sehr gut wie hier beim Blick von der Kappe über Winterberg in Richtung Osten.

Hallenberg/Medebach/Winterberg - Zwei Trockensommer liegen bereits hinter dem Sauerland, ein weiterer würde der gebeutelten Natur alles andere als guttun. Nach einem niederschlagsarmen April brachte auch der Mai nur wenige Regentage und kein einziges Gewitter. Die Sonne zeigte sich wiederum länger als üblich. Viele kalte Nächte machten es der erwachenden Pflanzenwelt ebenfalls nicht einfach. Dies zeigten die Messungen und Beobachtungen des Wetterportals Sauerland (www.wetter-sauerland.de).

Temperatur

Der Mai 2020 reihte sich genau in die Mitte der beiden vorherigen Wonnemonate. Nach dem hochsommerlichen Mai 2018 war die Ausgabe 2019 deutlich zu kühl und brachte über weite Strecken auch ausgiebig Regen. 2020 hingegen wurde meist durch trockene Nord- und Ostwinde geprägt. Mit einer Mitteltemperatur von 8,5°C auf dem Kahlen Asten lag die Abweichung gegenüber dem Mittel der Jahre 1961-1990 bei 0,3°C. Im Vergleich zu den vergangenen 30 Jahren war der Mai aber ein knappes Grad zu kühl. 

Trotz vieler Sonnenstunden zeigten sich die Tagestemperaturen nur selten frühsommerlich. Zwischen dem 20. und 22. des Monats erreichten die Werte aber selbst in den höchsten Lagen der Region zwischen 20 und 23°C. Die Skihütte Pastorenwiese oberhalb von Hallenberg kam beispielsweise auf 22,4°C. Winterberg erreichte als Monatshöchstwert 21,4°C, Medebach hatte in der Spitze genau 2°C mehr zu bieten. Spannend waren bei den zahlreichen klaren Nächten vor allem die Tiefsttemperaturen. So brachte der Wintermonat Februar in den Tälern unserer Region teilweise weniger Frosttage als der gerade zu Ende gegangene Mai. 

Besonders frisch waren dabei die Eisheiligen zwischen dem 12. und 15. Mai, welche unabhängig von der Höhenlage im ganzen Sauerland für leichten Frost sorgten. In einigen besonders kalten Ecken, z.B. rund um Züschen, näherten sich die Temperaturen rund um Servatius, Pankratius, Bonifatius und der kalten Sophie sogar der Marke von -5°C. Kein Wunder, dass man bei diesen Temperaturen vor allem an den jungen Buchentrieben einige Frostschäden beobachten konnte. 

Niederschlag

Das zweite Problem war, wie bereits angedeutet, der erneut ausbleibende Niederschlag. Lediglich die ersten drei Monatstage sowie eine kurze Phase rund um den 23. Mai brachte etwas häufiger nass von oben. Ansonsten blies der konstant wehende Nord bis Ostwind alle Feuchtigkeit weg. Letztendlich kamen in Neuastenberg noch 42 Liter auf jeden Quadratmeter zusammen, am Homberg in Züschen waren es noch 40, in Medebach lediglich 28 Liter. Dies entspricht kaum der Hälfte normalen Mengen, welche in einem durchschnittlichen Sauerländer Mai zwischen 60 und 100 Litern liegen. Bemerkenswert war zudem, dass es kein einziges Gewitter gab, welches sich ebenfalls durch die trockenen Ostwinde erklären lässt. 

Wind

Dieser Wind wehte in Neuastenberg mit einer mittleren Geschwindigkeit von 5,5 km/h. Im stürmischen Februar lag sie bei 14,2 km/h. Die maximalen Böen erreichten in den Sauerländer Orten meist zwischen 50 bis 60 km/h. Einen Sturm gab es also nicht mehr. Außergewöhnlich war wie schon im April die Beständigkeit der eigentlich recht seltenen Windrichtungen Ost und Nord. Wäre dieser Mai ein Januar gewesen, so hätten wir mit diesen Windrichtungen extrem kalte Temperaturen erlebt. 

Sonne

Die Sonne machte mal wieder Überstunden, wenn auch die Rekordwerte aus dem April nicht mehr ganz erreicht wurden. Insgesamt wurde aber mit 237 Stunden wieder einmal die Marke von 200 Sonnenstunden überschritten, sodass sich die gelbe Kugel etwa 60 Stunden länger als üblich zeigte. Insgesamt bekamen 20 der 31 Maitage das Prädikat freundlich oder sogar sonnig.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare