Sonne machte Überstunden

Wetterbilanz für Hallenberg, Medebach und Winterberg: wärmster April seit Aufzeichnungsbeginn

Kurz nach Monatsmitte „schlugen“ in diesem April die Buchen aus – rund zwei bis drei Wochen früher als im Vorjahr.

Hallenberg/Medebach/Winterberg. Im März steckte das Sauerland an vielen Tagen im tiefsten Winter, der April schlug in eine vollkommen andere Kerbe. Noch nie war ein April so warm wie dieser, mehr Sonnenschein als üblich und deutlich weniger Niederschlag machten den zweiten Frühlingsmonat zu einem Ausflug in den Sommer. Dies zeigen die Beobachtungen und Auswertungen des Wetterportals Sauerland.

Temperatur 

Mit einer mittleren Temperatur von 9,7 °C war dieser Monat um rund 6 Grad wärmer als ein normaler April der Jahre 1961bis 1990. Er überholte damit sogar noch die bereits außergewöhnlichen Jahre 2007, 2009 und 2011, die alle ein Durchschnitt von rund 9 Grad aufwiesen. Der April begann mit den Osterfeiertagen, welche auch die kältesten Tage des gesamten Monats bleiben sollten. Am Ostersonntag erreichte das Thermometer auf unseren höchsten Bergen nur wenig mehr als 0 Grad und zeitweise waren sogar noch Flocken zu sehen. Während die Tagestemperaturen in der Folge schnell anstiegen, blieben die Nächte noch recht kalt und so wurde am Morgen des 6. April mit -7,6 Grad an der Ruhrquelle die tiefste Sauerländer Temperatur des Monats gemessen. Genau den gleichen Wert erreichte an diesem Morgen auch die Station in Medebach. 

Anschließend war der Frühling aber nicht mehr aufzuhalten. Bereits am zweiten Aprilwochenende kletterten die Temperaturen mit verbreitet 19 bis 24 Grad auf Rekordwerte für das erste Drittel des Monats. Nach einer kurzen Abkühlung rund um den 14. April setzte Hoch „NORBERT“ dann noch einen drauf und so schaffte der 20. April selbst auf dem Kahlen Asten einen Wert von 23 Grad. Nur einmal, 1968, war es hier mit 24,4 Grad im April noch ein bisschen wärmer. Rund um Medebach und Hallenberg wurden an diesem Tag 27 Grad erreicht, im nordwestlichen Sauerland kratzte das Quecksilber sogar an der 30-Grad-Marke. Zum Monatsende kühlte es dann ein wenig ab, Bodenfrost trat aber nur noch selten auf.

Anzuckerung schnell wieder verschwunden

Niederschlag Wie bereits Februar und März verlief auch der April trockener als üblich. So kamen in Medebach nur 27, in Langewiese 28 und an der Pastorenwiese oberhalb von Hallenberg 29 Liter Niederschlag vom Himmel. Am meisten erreichte noch der Kahle Asten mit 42 Liter. Normal wären allerdings rund 100 Liter gewesen. Die nassesten Tage waren an den meisten Stationen der 22. und 26. April mit oft zwischen 5 und 10 Litern auf jeden Quadratmeter. Während die Niederschläge am 22. April im Zuge eines durchziehenden Wärmegewitters und teils sogar mit Hagel, zum Beispiel in Winterberg, einhergingen, brachte der zweite Termin kühle Aprilschauer. Auf den Bergen mischte sich sogar nochmals Schnee in den Regen. Während sich auf den Bergen in anderen Jahren noch an vielen Tagen eine Schneedecke halten kann, registrierte diesmal kein Sauerländer Ort noch einen einzigen offiziellen Schneetag. Kurzzeitig weiß wurde es in den Hochlagen nochmal am Ostersonntag. So schnell wie die Anzuckerung an diesem Tag kam, war sie aber auch wieder verschwunden.

Sonne Wie bereits angesprochen machte die Frühlingssonne Überstunden. Rund 180 Stunden lang zeigte sie sich rund um das Rothaargebirge und die Medebacher Bucht und damit 30 bis 50 Stunden länger als im Durchschnitt. An acht Tagen waren kaum Wolken am Himmel und so war die gelbe Kugel rund 10 bis 13 Stunden zu sehen.

Wind Der Wind blieb, normal für einen April, eher ein schwacher Geselle. So wurden die kräftigsten Böen zum einen am 5., zum anderen am 30. April erreicht. Maximal waren es rund 80 km/h und damit weit entfernt von den Geschwindigkeiten, die bei Herbst- und Winterstürmen oder bei hochsommerlichen Gewitterfronten üblich sind.

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