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Wetterbilanz: Nasser März in Hallenberg, Medebach und Winterberg

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Wenn man den Neuschnee als Kriterium nimmt, so war kein Tag in der zu Ende gehenden kalten Jahreszeit so winterlich wie der 11. März. Rund um den Kahlen Asten erhöhte sich die Schneedecke um rund 20 Zentimeter.

Hallenberg/Medebach/Winterberg. Der März erinnerte vor allem zu Anfang eher an einen November, denn immer wieder zogen kräftige Niederschlagsgebiete mit viel Wind über das Sauerland hinweg. Sturmschäden und Hochwasser waren die Folge. Erst im letzten Monatsdrittel schaute der Frühling mit mehr Sonnenschein vorbei. Das ergaben die Messungen und Beobachtungen des „Wetterportal Sauerland“. Eine detaillierte Übersicht für die SauerlandKurier-Leser:

Temperatur 

Die Mitteltemperatur des März erreichte am Kahlen Asten einen Wert von 2,8°C und war damit minimal kälter als der vorangegangene Februar. Die positiven Abweichungen gegenüber einem durchschnittlichen März der Vergleichsperiode 1961-1990 waren mit fast 3°C aber wieder einmal sehr deutlich. Dabei machte der März gar nicht einmal durch eine ungewöhnliche Wärme auf sich aufmerksam, es waren viel mehr die fehlenden winterlichen kalten Tage, die letztendlich zu dieser deutlichen Abweichung führten. Die mildesten Momente des ersten Frühlingsmonats gruppierten sich dabei allesamt im letzten Monatsdrittel. So erreichte die Wetterstation am Ferienbauernhof „Zur Hasenkammer“ in Medebach sowohl am 22. wie auch am 30. Höchstwerte von rund 17 bis 18°C. 

Die Station Pastorenwiese kam auf 15,9 beziehungsweise 16,2°C. Winterberg schaffte zweimal gut 15°C. Diese Werte lagen dabei teilweise noch etwas unter den höchsten Temperaturen aus dem Februar, was die außergewöhnliche Warmphase zum Winterende nochmals unterstreicht. Richtige Kälte trat in diesem Monat nicht mehr auf. In den Winterberger Höhendörfern waren die kältesten Momente des Monats meist mit dem Durchzug von Kaltfronten in der ersten Monatshälfte verbunden. So kam Altastenberg am 11. März auf einen Tiefstwert von -2,5°C, in Neuastenberg und Langewiese kühlte es bis -1,9°C ab. Den absoluten Tiefstwert im Raum Winterberg, Medebach und Hallenberg verzeichnete wieder einmal die Ruhrquellenhütte mit -5,7°C am 20. März. 

Niederschlag 

Vom 1. bis zu 17. März regnete oder schneite es an jedem Tag und teilweise sogar sehr kräftig. So kamen am Kahlen Asten in dieser Phase bereits 130 Liter Niederschlag auf jedem Quadratmeter zusammen und damit mehr als in einem kompletten März im Durchschnitt zu erwarten gewesen wäre. Niederschlagsreichster Tag war dabei der 15. März mit über 30 Litern und anschließend führten Ruhr und Nuhne zumindest ein leichtes Hochwasser. 

Orkan fegte über Sauerland hinweg 

Anschließend regnete und schneite es nur noch wenig. Die positiven Abweichungen erreichten am Monatsende aber verbreitet zwischen 20 und 30 Prozent. Man muss schon bis ins Jahr 2008 zurückblicken, um einen nasseren März zu finden. 

Schaut man sich unsere Höhenlagen an, so machte der erste Frühlingsmonat durchaus nochmal mit einer stattlichen Schneedecke auf sich aufmerksam. Der mit Abstand winterlichste Tage war dabei der 11. März, der ab 700 Meter Höhe mehr als 20 Zentimeter Neuschnee brachte. Das schaffte von Dezember bis Februar kein Tag in dieser Form. Insgesamt konnte der Kahle Asten noch 13 Schneetage registrieren, in Medebach und Hallenberg fand man das winterliche Weiß meist nur noch beim Blick auf Schloss- und Bollerberg, denn die Schneegrenze unterschritt nur kurz die Höhe von 500 Metern. 

Wind 

Besonders bemerkenswert zeigte sich die erste Märzhälfte vor allem in Bezug auf den Wind. Fast täglich hatten wir es mit Sturmböen zu tun und tatsächlich erreichten am Kahlen Asten vom 7. bis zum 16. des Monats 10 Tage in Folge Windstärke 9 oder mehr. Absoluter Höhepunkt war dabei der Nachmittag des 10. März, denn Orkan „EBERHARD“ fegte mit Tempo 129 über den Vater der Sauerländer Berge hinweg. Am nächsten Morgen mussten teilweise deutliche Waldschäden registriert werden. 

Sonne 

Die Sonne zeigte sich nicht unbedingt in Frühlingslaune. In der stürmischen ersten Monatshälfte zeigte sie sich nur acht Stunden lang, kurze Hochdruckphasen sorgten bis zum Schluss immerhin noch für 88 Stunden mit Sicht zur Sonne. Das bedeutete immer noch eine negative Abweichung von etwa 15 Prozent zum langjährigen Mittel und der letzte richtig sonnige März aus dem Jahr 2014 brachte es auf doppelt so viele freundliche Stunden wie dieses Jahr. 

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