Skisport trifft Nachhaltigkeit

Wichtige Themen in der Wintersport-Arena Sauerland/Siegerland-Wittgenstein

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Wolfgang Maier (4.v.r.), Alpindirektor des Deutschen Skiverbands (DSV), hat viel Lob für die Mitglieder der Wintersport-Arena Sauerland/Siegerland-Wittgenstein für die geschaffenen Voraussetzungen für den Wintersport im Gepäck und stellte einen Ski-Nachwuchsstützpunkt sowie einen Skiweltcup im Parallel-Slalom in Aussicht.

Winterberg - Die Nachhaltigkeit der Wintersport-Arena, die Zukunft der kleineren Skigebiete, die Nachwuchsförderung im Skisport sowie eine weitere Wintersportveranstaltung wurden auf der Mitgliederversammlung der Wintersport-Arena Sauerland/Siegerland-Wittgenstein thematisiert.

Mit Rückblick darauf, was in den Skigebieten bereits für die Umwelt getan wurde, fragte Vorsitzender Michael Beckmann: „Warum müssen wir uns immer rechtfertigen?“ In der Tat gebe es Positives zu berichten, wie das Life-Natur-Projekt „Bergwiesen“. Auf den Flächen der Skilifte wachsen inzwischen Pflanzen und Gräser, die es vorher hier nicht gegeben habe. Ebenfalls bieten die auch im Sommertourismus genutzten Flächen Heimat für Insekten und Schmetterlinge. Eine bereits vorhandene Photovoltaikanlage, die das ganze Jahr über „grünen“ Strom ins Netz speist, reiche zwar nicht für die Versorgung sämtlicher Anlagen, aber mit weiteren umzusetzenden Ideen erklärte Michael Beckmann das Ziel, bis zum Jahr 2030 mit den Skigebieten klimaneutral zur werden. Ein zusätzlich eingesetzter Zug von Oberhausen nach Winterberg und die Anbindung an das Fernbus-Netz seien weitere Schritte in die richtige Richtung. Die Nachhaltigkeit mit moderner Technik in der Natur solle demnächst als Umweltbildung für Schulen bei Führungen im sommerlichen Skigebiet dargestellt werden.

Ein großes Lob für die vorhandene Hightech ernteten die Betreiber vom ehemaligen Cheftrainer des DSV-Frauenteam-Teams und jetzigen Alpindirektors des Deutschen Skiverbandes (DSV) Wolfgang Maier: „Vor meinem ersten Besuch hatte ich keine Ahnung, was hier alles vorhanden ist.“ Mit über 100 Skitagen in den beschneiten Gebieten könne die Wintersport-Arena mit den Skigebieten in Bayern mithalten, jedoch sei dieses in München gar nicht bekannt, ließ Maier wissen und stellte seine Ideen vor. Der Diplom-Sportlehrer plädiert unter anderem für einen Ski-Nachwuchsstützpunkt in Winterberg: „Für den Spitzensport benötigt man erstmal eine Fläche, auf der Kinder Ski fahren lernen und Kontinuität bei den Bedingungen. Beides ist hier gegeben und wir können eine Basis schaffen, um Nachwuchssportler zu finden.“ An diese Leute möchte Wolfgang Maier für die Nationalmannschaft „heran“.

"Winter nur wenig milder geworden"

Das Klimamonitoring der Wintersport-Arena Sauerland bestätige eine Tendenz zu stabileren Wetterlagen. Die Winter seien, im Gegensatz zum Sommer, nur wenig milder geworden. Die Aufzeichnungen zeigten, dass sich die Wetterlagen, wenn sie sich einmal eingestellt haben, länger halten als noch vor 20 oder 30 Jahren. Dies betreffe milde Tiefdruckphasen genauso wie kalte Hochdruckwetterlagen. In der Bilanz des Vorwinters fasste Projektleiter Julian Pape zusammen: „Die beschneiten Skigebiete kamen im Durchschnitt auf 60 bis 80 Betriebstage und in der Spitze auf 107 Tage. Skigebiete ohne Beschneiungsanlage konnten nur an fünf bis 15 Tagen öffnen.“ Genau für diese kleinen Skigebiete wurde der Masterplan 3.0 ins Leben gerufen. Michael Beckmann appellierte zum Mitmachen. „Ohne Fördermittel wird es in Dorf-Skigebieten nicht so funktionieren, wie es in den großen Gebieten der Fall ist. Von 200 Förderkulissen passt leider keine einzige“, legte Beckmann die bittere Botschaft dar. Die Wintersport-Arena Sauerland/Siegerland-Wittgenstein habe es sich zur Aufgabe gemacht, diesen kleinen Skigebieten zu helfen. Der Marketing-Fokus der Arena indes stehe im Bereich SocialMedia.

Weitere Informationen aus der Mitgliederversammlung waren die Übernahme des Postens von Gerhard Bender. Da Bender nicht mehr im Familienbetrieb tätig ist, sprang Christian Rummel aus Willingen bis zur nächsten Wahl als Vertreter der Willinger Skiliftbetreiber im Vorstand ein. . Mit diesen Informationen und Plänen blickt die Wintersport-Arena laut eigener Aussage positiv in die Saison und die weitere Zukunft.

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