Pädagogik mit Kompetenz und Herz

Immer den bunten Wänden nach: Es ist wieder Leben in der Kleinen Offenen Tür in Winterberg

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Freuten sich gemeinsam über die Wiedereröffnung der Kleinen Offenen Tür: Armin Hausmann als Vertreter der Evangelischen Kirchengemeinde, Hatice Yanardag, Eva Volpert-Dünschede, Sozialpädagoge Stefan Schröder, Kirsten Glasenapp, Christian Schulte Backhaus, Kreisjugendreferent im HSK, und Bürgermeister Werner Eickler.

Winterberg. Es ist wieder Leben in der Kleinen Offenen Tür in Winterberg – mit bewährtem Konzept, aber neuem Träger. Nachdem der Jugendtreff vor rund eineinhalb Jahren aufgrund Personalmangels schließen musste, ist er ab sofort wieder geöffnet, vorerst zweimal in der Woche, künftig dreimal.

Der neue Träger, die Sozialwerk Sauerland GmbH, freut sich gleichermaßen mit dem Hochsauerlandkreis, der Personal- und Sachkosten der Kleinen Offenen Tür trägt, sowie dem alten Träger, der Evangelischen Kirchengemeinde Winterberg, und der Stadt Winterberg über den Neustart. 

Rund eineinhalb Jahre musste die Arbeit ruhen. Der Kirchenkreis Wittgenstein und mit ihm die Evangelische Kirchengemeinde Winterberg hatten trotz intensiver Suche keinen Leiter gefunden. „Trotz zahlreicher Ausschreibungen konnten wir keine geeignete Fachkraft finden“, erklärt Stefan Berk, Superintendent des Kirchenkreises Wittgenstein. Zudem mussten die Bewerber eine Doppelqualifikation mitbringen: eine sozial beziehungsweise pädagogische sowie eine theologische, da die Fachkraft beim Kirchenkreis angestellt gewesen wäre. Kein leichtes Unterfangen, das letztlich gescheitert ist. Auch andere Lösungsversuche brachten keinen Erfolg. 

Nun hat sich der Träger zwar geändert, der Standort allerdings nicht: Die Kinder und Jugendlichen finden die K.O.T im evangelischen Gemeindehaus in Winterberg, mitten in der Kernstadt. Eine Treppe müssen sie heruntergehen, immer den bunten Wänden nach – und wenn sie Billardtisch, Kicker, Sofas finden, sind die Kids richtig. Die jungen Besucher der K.O.T. können hier sinnvoll ihre Freizeit gestalten. Das ist seitens der Verantwortlichen ausdrücklich gewünscht, denn eines steht im Mittelpunkt: Pädagogik mit Kompetenz und Herz.

Sozialpädagogen haben ein offenes Ohr

Vorerst zwei ausgebildete Sozialpädagogen sind während der Öffnungszeiten (in Kürze dienstags, mittwochs, donnerstags von 15 bis 20 Uhr) für die Jugendlichen da. Hatice Yanardag und Kim Baumann, ab Januar zudem ein männlicher Sozialpädagoge, haben ein offenes Ohr, wenn die Kids reden möchten über Probleme und Herausforderungen. Sie beraten ihre 'Schützlinge' und vermitteln bei Bedarf weitere Ansprechpartner. 

Ein immens wichtiger Aspekt einer gelungenen Kinder- und Jugendarbeit, wissen Kirsten Glasenapp, Geschäftsführerin der Sozialwerk Sauerland GmbH, sowie HSK-Regionalleiterin Eva Volpert-Dünschede: „Es ist wichtig, dass wir die Kinder und Jugendlichen mit einem niederschwelligen Angebot erreichen. Sie kommen in die Kleine Offene Tür, können mit ihren Freunden Zeit verbringen und wenn sie möchten, mit unseren hauptamtlichen Sozialpädagogen sprechen – ganz ohne Zwang, ganz freiwillig.“ Auch wenn Winterberg kein „sozialer Brennpunkt“ sei, gebe es natürlich auch hier Bedarf an Jugendarbeit. Dem stimmt Bürgermeister Werner Eickler zu, der sich über den Neustart freut, aber auch an den neuen Träger appelliert, ein beständiges Angebot zu liefern: „Kinder und Jugendliche brauchen Verlässlichkeit.“ 

So wie in Hallenberg und Eslohe, wo von heterogenen Gruppen gut besuchte Kleine Offene Türen beweisen, dass das Konzept eines offenen Jugendtreffs greift. Auch in Winterberg gab es vor der Schließung regen Betrieb: Im Laufe der Zeit machten die Kinder und Jugendlichen den Raum zu ihrem persönlichen, besprühten zum Beispiel die Wände bei einem Workshop mit eigenen Graffitis oder gestalteten die Angebote mit. Nun gelte es erst einmal wieder Aufbauarbeit zu leisten; nach und nach wollen die Sozialpädagogen dann ein Programm erarbeiten, das ganz auf die Kinder und Jugendlichen zugeschnitten ist.

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