Schrittweise Öffnungen

Corona-Modellregion Winterberg: Wann geht es los? Wer darf öffnen?

Als eine von mehreren Modellkommunen in NRW soll Winterberg ab dem 26. April Möglichkeiten zur schrittweisen Lockerung der Corona-Maßnahmen bekommen. Doch wie konkret sollen diese Lockerungen überhaupt aussehen? Und wovon sind sie abhängig? Ein Überblick.

Winterberg - Die Nachricht sorgte bei vielen Menschen im Sauerland für einen Lichtblick in der andauernden Corona-Tristesse: Winterberg und Schmallenberg gehören zu den ausgewählten Modellkommunen, die NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart Anfang April bekannt gab. In diesen Modellregionen soll es trotz Lockdown schrittweise Lockerungen der geltenden Maßnahmen geben, um zu überprüfen, welche Auswirkungen das auf die Infektionszahlen hat. (News zum Coronavirus)

StadtWinterberg
Höhe668 Meter über NHN
KreisHochsauerlandkreis
BundeslandNordrhein-Westfalen

Corona-Modellregion Winterberg: Wer darf öffnen? Viele Fragen noch offen

Winterberg und Schmallenberg gehören - ebenso wie Eslohe, Hallenberg und Medebach - zu den Modellregionen der Phase 2, in denen teilweise Öffnungen der geschlossenen Branchen ab dem 26. April möglich sein sollen. Bis zu diesem Datum sind es nun nur noch wenige Tage. Doch wie sehen die konkreten Planungen im Sauerland eigentlich aus? Darüber hat die Stadt Winterberg jetzt informiert.

Denn nicht nur die Bürger, sondern auch die Verwaltung stellt sich in diesen Tagen viele Fragen zum Thema Modellregion: Wer darf wieder öffnen? Welche Voraussetzungen dafür gibt es? Antworten darauf habe die Landesregierung in Düsseldorf der Stadt Winterberg allerdings noch nicht geliefert.

„Wir müssen da aktuell leider auf die Bremse treten, denn Modellkommune bedeutet nicht, dass wir alle bislang geschlossenen oder eingeschränkten Bereiche komplett wieder öffnen dürfen, selbst wenn wir dies gerne möchten“, erklärt Bürgermeister Michael Beckmann. Der Status als Modellregion bedeute stattdessen, „dass wir eine von wenigen Städten sind, die zumindest mit kleinen Öffnungs-Schritten einen großen Beitrag dazu leisten sollen und dürfen, Öffnungs-Szenarien zu testen, um möglichst bald weitere, verantwortungsvolle Schritte hin zur Normalität gehen zu können“, sagt das Winterberger Stadtoberhaupt. Den konkreten Rahmen bestimme einzig und allein die NRW-Landesregierung.

Corona-Modellregion Winterberg: Öffnungen ab dem 26. April? Es gibt einen Haken

Die Stadt Winterberg habe sich mit einem „umfangreichen Konzept“ bestehend aus einer Teststrategie sowie der digitalen Erfassung und Nachverfolgung von Kontakten als Modellregion beworben. Das oberste Gebot dabei sei der Schutz der Gesundheit - sowohl bei der heimischen Bevölkerung als auch bei möglichen Gästen.

Am Ende steht und fällt aber alles mit dem aktuellen Inzidenz-Wert im gesamten Hochsauerlandkreis. Liegt die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen konstant über 100 - was momentan der Fall ist - sind auch in den Modellregionen wie Winterberg keine Öffnungen möglich. „Unsere Vorbereitungen laufen dennoch unter Hochdruck weiter. Wir wissen, dass uns diese Vorbereitung ungeachtet möglicher Öffnungs-Termine in Zukunft helfen wird, unsere Stadt mit seinen Ortschaften sicher und schnell öffnen zu können, wenn wir es wieder dürfen“, berichtet Bürgermeister Beckmann.

Unklar ist auch noch, wie viele Menschen in den Genuss der Öffnungen in Winterberg und Umgebung kommen können. „Klar ist: Nur tagesaktuell getestete Personen werden die Möglichkeit haben, über ein entsprechendes Zertifikat die Angebote der Modellkommune zu nutzen“, teilt die Stadtverwaltung mit. Allerdings gelte das nur für Corona-Tests, die im Testzentrum oder den Arztpraxen durchgeführt wurden, nicht für Selbsttests. Die getesteten Personen bekämen dann ein „offizielles Tagesticket“, mit dem sie Angebote aus den Bereichen Einzelhandel, Außengastronomie und Freizeit wahrnehmen könnten. „Alle anderen müssten sich weiter an die jeweils aktuellen Corona-Verordnungen halten“, heißt es.

Corona-Modellregion Winterberg: Luca-App soll bei Kontaktverfolgung helfen

Am Ende entscheide die Landesregierung, wie viele Tagesgäste sich in Winterberg testen lassen dürfen, inwiefern auch Übernachtungen möglich sind und welche Branchen im Rahmen der Modellregion öffnen dürfen. Bürgermeister Michael Beckmann ist sich sicher, dass sich alle Bemühungen rund um das Projekt mittelfristig lohnen werden: „Natürlich wünschen wir uns alle, dass wir das Modellprojekt bald starten dürfen, auch wenn es sicher für unsere Betriebe nicht wirtschaftlich sein wird und für unsere Bürger*innen auch nicht befriedigend angesichts der begrenzten Teststrategie. Dennoch sind unsere Investitionen in dieses Projekt, in die Test- und Digitalstrategie unglaublich wichtig, um spätestens dann punktgenau vorbereitet zu sein, wenn die Impfstrategie Früchte trägt und wir in den kommenden Monaten wieder mehr und mehr öffnen dürfen.“

Bürgermeister Michael Beckmann testet die Luca-App, die in der Corona-Modellregion Winterberg zum Einsatz kommen soll.

Bei der Kontaktnachverfolgung kommt in Winterberg übrigens die Luca-App zum Einsatz, wie die Stadt Winterberg jetzt mitteilte. Ab sofort komme das System bereits im Rathaus und im Bürgerbahnhof zum Einsatz. „Bei der Verfolgung von Infektionsketten kommt es auf Schnelligkeit an. Durch das Einsetzen der Luca-App kann das Gesundheitsamt im Fall der Fälle nach unserer Freigabe digital auf die Daten zurückgreifen und somit schneller die notwendigen Kontaktnachverfolgungen durchführen. Die verschlüsselten Daten der BesucherInnen werden automatisch nach Ablauf der per Verordnung vorgeschriebenen Aufbewahrungsfrist gelöscht“, berichtet Bürgermeister Michael Beckmann.

In der Zeit, in der wieder Touristen nach Winterberg reisen dürfen, soll die App auch in weiteren Bereichen eingesetzt werden, wie Winfried Borgmann, Geschäftsführer der Winterberg Touristik und Wirtschaft GmbH (WTW) erklärt: „Luca ist sowohl im Einzelhandel, der Hotellerie und Gastronomie, in Ferienwohnungen, Veranstaltungsflächen sowie allen Freizeiteinrichtungen zu nutzen. So ist eine schnelle und verantwortungsvolle Kontaktnachverfolgung möglich und das ist der erste Schritt für einen sicheren Aufenthalt“.

Rubriklistenbild: © Martin Schutt/dpa

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