Optimistisch in die Zukunft

Generalbevollmächtigter und Geschäftsführer des Winterberger St. Franziskus-Hospitals: „Wir sind gut aufgestellt“

Gaben einen Ausblick: Der Generalbevollmächtigte der St. Franziskus-Hospital Winterberg gGmbH, Rechtsanwalt Dr. Christoph Niering, und Geschäftsführer Andreas Pulver.
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Gaben einen Ausblick: Der Generalbevollmächtigte der St. Franziskus-Hospital Winterberg gGmbH, Rechtsanwalt Dr. Christoph Niering, und Geschäftsführer Andreas Pulver.

Winterberg – Auf der Suche nach einem neuen Partner/Käufer schreiten der Generalbevollmächtigte der St. Franziskus-Hospital Winterberg gGmbH, Rechtsanwalt Dr. Christoph Niering, und Geschäftsführer Andreas Pulver nach eigenen Angaben voran. Das beteuerten sie am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Die Erweiterung der Intensivstation, ein neuer über 50 Quadratmeter großer Aufwachraum sowie das Alleinstellungsmerkmal einer Abstrichstelle im Krankenhaus aufgrund der steigenden Covid-Neuinfektionen sollen deutlich machen, dass Winterberg sowie die gesamte Region nicht auf das Krankenhaus verzichten kann. „Wir sind logistisch gut aufgestellt. Bisher haben wir 19 Coronafälle behandelt, abgeschottet in einer eigenen Abteilung im Krankenhaus. Aufgrund der steigenden Neuinfektionen können sich ab sofort symptomatische Patienten, Reiserückkehrer aus Risiko- und Nicht-Risikogebieten, Beschäftigte in öffentlichen und privaten Schulen und Kindertageseinrichtungen sowie Kindertagespflegepersonen testen lassen. Die Kosten werden für diese Testungen von den Krankenkassen übernommen“, so Andreas Pulver. 

Das sei laut des Geschäftsführers nicht nur eine Erleichterung für die Bevölkerung, da die Ergebnisse binnen 48 Stunden vorliegen würden, sondern gleichzeitig eine Unterstützung für die niedergelassenen Ärzte. Unter der Rufnummer 02981/ 8021301 sind Terminvereinbarungen von montags bis freitags in der Zeit von 8.30 bis 16 Uhr jederzeit möglich. 

Die Erweiterung der Intensivstation im St. Franziskus-Hospital, das über 100 Betten auf drei Stationen verfügt und rund 200 Mitarbeiter beschäftigt, soll laut Rechtsanwalt Dr. Christoph Niering in Kürze beginnen. Für die zweite Maßnahme werde der Bauantrag gestellt. Insgesamt sollen sich die Kosten der Baumaßnahmen auf 700.000 Euro belaufen. Dieses Geld komme aus der Insolvenzmasse, dürfe nicht zum Ausgleich des Defizits, aber für Investitionen genutzt werden.

"Wir dürften nicht 700.000 Euro investieren, wenn es keine Zukunft geben würde"

Optimistisch, dass es mit dem sich in der Insolvenz befindenden Krankenhaus weitergeht, sind sowohl Niering als auch Pulver. Beide sehen „die 365-tägige Notfallversorgung“ nicht nur als Mehrwert für Einheimische und Urlauber, sondern sie sehen auch das Potential, das in den Bereichen Endoprothetik und Geriatrie steckt und letztendlich Geld abwirft. „Mit dem Erhalt der Klinik soll die Grund- und Regelversorgung gestärkt werden. Die Intensivbetten werden von fünf auf sechs aufgestockt. Das Geld für den Start ist da, sodass wir loslegen können. Wir dürften nicht 700.000 Euro investieren, wenn es keine Zukunft geben würde“, erklärte Rechtsanwalt Dr. Christoph Niering allen Unkenrufen zum Trotz. 

Eine Verständigung mit den Krankenkassen durch die Vorstellung eines Zehn-Punkte-Plans sei laut des Anwalts gut verlaufen. Insgesamt bestehe die Chance, den Verlust in Höhe von 1,7 Millionen Euro, den die Krankenkassen zu tragen hatten, durch die Einnahmen aus der Endoprothetik und Geriatrie auf eine Millionen Euro jährlich zu minimieren. „Wir sind gut aufgestellt, Corona hat den Gewinn natürlich begünstigt. Derzeit haben wir eine Auslastung von 45 bis 50 Prozent im Krankenhaus“, so Niering. Eine neue Homepage sowie regelmäßige Posts in den sozialen Netzwerken sollen dazu beitragen, Käufer oder Partner zu finden. 

„Wir haben große Hoffnungen darauf gelegt, einen Partner auf Augenhöhe zu finden. Das wäre der Königsweg. Findet sich jedoch niemand, müsste die öffentliche Hand angesprochen werden. Eine Zusammenarbeit mit Politikern wäre jedoch wie eine Zwangsehe“, lautete das abschließende Fazit der beiden Verantwortlichen für das St. Franziskus-Hospital Winterberg.

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