"Gut gewappnet" für schlechtere Zeiten

Winterberger Rat: positive Zukunftsprognosen bis 2023

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Winterberg ist "gut gewappnet" für schlechtere Zeiten.

Winterberg - Zum Jahresende tagte der Rat Winterberg nicht wie gewöhnlich im Rathaus, sondern im Oversum mit anschließendem gemütlichen Beisammensein. Das unterstrich „die wieder gute und konstruktive Zusammenarbeit“ in Winterberg, wie auch aus den Weihnachtsgrußworten von Bürgermeister Werner Eickler sowie den drei Fraktionen zu hören war.

Nicht ohne Stolz legten Kämmerer Bastian Östreich und Bürgermeister Werner Eickler nicht nur zum vierten Mal in Folge einen ausgeglichenen Haushaltsentwurf vor, sondern verkündeten den kompletten Abbau der Kassen und Liquiditätskredite zum Jahresende 2019. Anstelle der geplanten Entschuldung von 1,47 Millionen Euro sind jetzt 3 Millionen Euro realistisch. Die laut Planung hohen Liquiditätsüberschüsse der Jahre 2020 bis 2023, die zur Tilgung von Kassen-/ Liquiditätskrediten nicht mehr eingesetzt werden müssen, stehen vollständig zur Finanzierung der Investitionen und der Vermeidung einer investiven Neuverschuldung zur Verfügung. „Nachdem wir von 2016 bis heute eine investive Entschuldung von 2.649.725,71 Euro realisieren konnten, gehen wir bis 2023 von einer weiteren investiven Entschuldung in Höhe der prognostizierten Liquiditätsüberschüsse 2020 bis 2023 von zusammen rund 5 Millionen Euro aus“, erklärte Eickler in der Einbringung des Entwurfs der Haushaltssatzung.

„Der geplante Überschuss von 414.759 Euro für das kommende Geschäftsjahr sowie die positiven Zukunftsprognosen bis 2023 hängen allerdings im Wesentlichen von der weiter anhaltenden guten Konjunktur und weiteren, von der Stadt nicht zu beeinflussenden Faktoren, wie die Schlüsselzuweisungen, der Kurortehilfe, Gewerbesteuer, der Gewinnabführung des Forstbetriebes und auch der Entwicklung der städtischen Finanzanteile im Rahmen des Asylbewerberleistungsgesetzes ab“, hieß es in der Sitzung. Mit Blick auf die sehr hohe Ausgleichsrücklage des Hochsauerlandkreises fordern Bürgermeister und Kämmerer unisono eine weitere Senkung des Kreisumlagehebesatzes. Mit einem Planansatz von über 9,9 Millionen Euro umfasse alleine die Kreis- und Jugendamtsumlage rund 27 Prozent des Gesamt-Etats 2020. „Besonders die Jugendamtsumlage macht allen Sorgen, weil ein weiterer kontinuierlicher Anstieg zu befürchten ist“, erklärte Werner Eickler. 

Priorität haben unter anderem Kinder, Schule und Bildung

Aufgrund der klimatischen Veränderungen einschließlich des Borkenkäferbefalls prognostiziert die Forstbetriebsleitung erst ab 2021 wieder eine jährliche Gewinnabführung von 100.000 bis 120.000 Euro. Die bis dato jährliche Einnahme im Kernhaushalt von 500.000 Euro entfalle im kommenden Jahr komplett. Die versprochene Vollkostenerstattung durch Land und Bund hinsichtlich des Asylbewerberleistungsgesetzes lasse immer noch auf sich warten, hieß es. Ohne die Kosten für Integration und städtische Personalkosten stehe ein Eigenanteil von 490.000 Euro im Haushalt. 

Priorität in der Finanzplanung haben die Förderungen von Kindern, Schule und Bildung (3.200.484 Euro), des ehrenamtlichen und bürgerschaftlichen Engagements (480.162 Euro), des Feuerschutzes (1.193.200 Euro), von Tourismus, Wirtschaft, Sport und Kultur (735.687 Euro) und der guten Wohn-, Freizeit- und Lebensbedingungen (5.004.130 Euro). Für die Investition in das Anlagevermögen sind knapp 6,7 Millionen Euro angesetzt. Mit dem Wiederauffüllen der Ausgleichsrücklage auf rund 4 Millionen Euro bis 2023 und dem interkommunal überdurchschnittlich hohem Eigenkapital von rund 100 Millionen Euro sei Winterberg auch für eventuell schlechtere Jahre finanziell gut gewappnet.

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