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Winterberger Wanderwoche: mit Ursula Schüngel aus Liesen zurück in alte Zeiten

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Über Stock und Stein geht es bei der Winterberger Wanderwoche.

Winterberg/Hallenberg. „Trendiges Wandern und Einblick in Milliarden Jahre Erdgeschichte“ bei der Winterberger Wanderwoche: Eine erlebnisreiche Tour führt am 9. August ein Stück weit über den aussichtsreichen Sauerland-Höhenflug, entlang des Sauerland-Stabil-Stuhls und zum Schwerspatmuseum Dreislar.

Sie ist gespickt mit landschaftlichen Highlights und Geologie „zum Anfassen“. Wander-Guide Ursula Schüngel freut sich schon auf viele Teilnehmer. Dass sie eine talentierte und temperamentvolle Geschichtenerzählerin ist, merkt jeder sofort. Auch dieses Mal hat sie sich vorgenommen, ihre Wandergruppe unterwegs mit spannenden Geschichten über Land, Leute, Fauna und Flora zu unterhalten. So führt die Tour zu einem kleinen, idyllischen Fleckchen. „Dort hat eine Frau aus Hesborn, die einst aus dem Sauerland in die Welt auszog, ein Kreuz und zwei Bänke aufstellen lassen, damit sie der Heimat in Erinnerung bleibt“, weiß Ursula Schüngel. „‘Schuhmachers Tante Agnes‘ hieß sie im Volksmund, und noch heute pflegt ihre Familie das Areal.“ 

Nur eine der vielen kleinen Anekdoten, mit dem die Wanderführerin den Ausflug würzt. Den Ausblick ins Waldecker Land und auf Neukirchen mit seinen roten Pfannendächern und der von Ton rötlich gefärbten Erde gibt’s obendrauf. Noch mehr Erlebnisse warten auf die Teilnehmer. Ab dem Dorfplatz in Hallenberg-Liesen wandern alle zum Beispiel entlang des Sauerland-Stabil-Stuhls zwischen Hallenberg, Liesen und Hesborn, einem acht Meter hohen „Möbelstück“ mitten in der Natur. 

"Ein umwerfender Blick"

„Von oben haben Gäste einen umwerfenden 360-Grad-Blick übers Sauer-, Hessen- und Siegerland“, verspricht Ursula Schüngel. Hier und da pickt sie unterwegs auch mal Schwerspat-Stücke auf – ein Gestein, das die Bauweise in der Region maßgeblich geprägt hat. Nach rund 7,5 Kilometern trifft der Tross in Dreislar ein. „Mit nur rund 360 Einwohnern und vier Gaststätten weist Dreislar die höchste Kneipendichte in NRW auf“, schmunzelt Ursula Schüngel. Dort wartet dann noch einmal ein Erlebnis auf die Wanderer: der Besuch im Schwerspatmuseum. Zu bewundern gibt’s zum Beispiel Mineralien und Kristalle aus der Unterwelt, einen Film übers Bergwerk und einen Schaustollen. „Des Öfteren war ich mit ehemaligen Steigern aus dem Ruhrpott im Museum, die sich zunächst nicht viel davon versprochen haben, hinterher aber hellauf begeistert waren.“ 

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Ursula Schüngel führt die Wanderer auf schönen Strecken.

Wer mag, geht am Ende der Tour noch mit in den oberirdischen Steinbruch. Mit Ursula Schüngel haben die Wanderer eine Expertin an ihrer Seite. 2007 hat sie sich zur SGV-Wanderführerin zertifizieren lassen und 2009, als sie in Rente ging, zur Natur- und Landschaftsführerin für den GeoparkGrenzWelten. Ein Jahr später erfolgte über die Natur- und Umweltakademie Recklinghausen die Weiterbildung zur Geopark-Führerin. „Jährlich machen wir eine Fortbildung“, so Ursula Schüngel. So ist sie immer auf dem Laufenden und hält für „ihre“ Wanderer einen wahren Schatz an lebendigem Wissen bereit.

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