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Wird Übernachten billiger?

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Muss man dank der Mehrwertsteuersenkung bald weniger Geld an der Rezeption hinblättern?
Muss man dank der Mehrwertsteuersenkung bald weniger Geld an der Rezeption hinblättern?

Im Rahmen des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes wurde die Mehrwertsteuer für das HotelGewerbe von 19 auf sieben Prozent gesenkt. Und was hat der Verbraucher davon? Der SauerlandKurier hat bei einigen Hotels der Region angefragt — und es zeigt sich, dass ganz unterschiedlich mit der Steuersenkung umgegangen wird.

"In unseren Häusern werden die voraussichtlichen Mehreinnahmen erst einmal dazu verwendet, schon lange fällige Renovierungen vorzunehmen, das Personal zu schulen und eventuell neue Mitarbeiter einzustellen", sagte die Pressesprecherin der "Dorint Hotel und Resorts"-Kette aus Köln.

Das heißt, auch im Dorint Sportresort & Hotel Winterberg werden die Zimmerpreise erhalten bleiben.

"Mussten Preise nicht anheben"

Im Hotel Diedrich in Hallenberg kam die Mehrwertsteuersenkung ganz gelegen: "Durch das neue Gesetz mussten wir unsere Preise aufgrund von steigenden Energiekosten nicht anheben. Und wir können mehr investieren", sagt Dorothea Diedrich. Renovierungen seien ohnehin geplant gewesen, "so ist allerdings etwas mehr im Budget."

Im Berggasthof-Hotel "Kahler Asten" will man durchaus die Zimmerpreise teilweise senken: "Die Preissenkung ist allerdings abhängig von der Zimmerkategorie. Übernachtung und Frühstück werden außerdem einzeln auf der Rechnung mit entsprechendem Mehrwertsteuersatz aufgeschlüsselt", sagt Inhaber Horst Mienert. Außerdem seien Investitionen geplant.

Der unterschiedliche Umgang der Hotels scheint beispielhaft für das allgemeine Handling der Mehrwertsteuersenkung zu sein: Jeder Hotelier entscheidet einzeln, ob er den Steuervorteil durch Preissenkung der Zimmerpreise an den Verbraucher weitergibt oder ihn für interne Investitionen nutzt.

"Jeder Hotelier muss für sich kalkulieren, wie er mit der Mehrwertsteuersenkung umgeht", erklärt Wolfgang Henke, Geschäftsführer des Dehoga Westfalen (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband). Seitens des Verbandes freue man sich zwar über das Gesetz, aber man wünsche sich, dass die Mehrwertsteuersenkung für das gesamte Gastgewerbe gelte. "In unseren Nachbarländern, wie in den Niederlanden, gibt es eine einheitliche Mehrwertsteuer für das Gastgewerbe. Warum nicht bei uns?" fragt sich Henke. Denn: Zwar werden Übernachtungen mit sieben Prozent versteuert, aber Frühstück mit noch 19 Prozent. "Wenn man sich am Imbiss um die Ecke Essen zum Mitnehmen kauft, zahlt man sieben Prozent, isst man es da, 19 Prozent. Wer soll daraus schlau werden?"

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