Pietro gewinnt im DSDS-Finale

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Pietro Lomardi ist der neue Superstar

Köln - Das erste Pärchen-Finale in der Geschichte von "DSDS" ist entschieden: Pietro Lombardi (18) ist Deutschlands neuer Superstar und hat sich gegen Sarah Engels (18) durchgesetzt.

Um 0:31 Uhr in der Nacht zum Sonntag stand es fest: Pietro Lombardi ist Deutschlands neuer Superstar! Das ist das Ergebnis vom ersten Pärchenfinale in der Geschichte der RTL-Castingshow.

Sarah und Pietro hatten sich erst im Laufe der DSDS-Staffel kennen- und dabei auch irgendwann liebengelernt. "Wir wollen natürlich beide gewinnen, aber das muss man voneinander trennen können, sodass man sich trotzdem nach dem Finale noch in die Arme schließen kann", hatte Sarah zuvor der Bild gesagt - und tatsächlich präsentierten sich die beiden Konkurrenten am Samstag in einträchtiger Harmonie.

Beide sangen zunächst je zwei Titel fremder Interpreten: Sarah intonierte "Run" (Leona Lewis) in der Luft sowie "How will I know" von Whitney Houston in einer großen Leuchtkugel. Pietro wagte sich einmal mehr an "Que sera", diesmal in einer Party-Version mit Kinder-Tanzgruppe, sowie an "Dance with my father" von Luther Vandross. (Das gleichnamige Album des 2005 gestorbenen R&B-Sängers wurde übrigens in den Musikcharts von Amazon.de am Sonntagvormittag auf Platz 352 geführt. Am Samstag hatte es noch auf Rang 15.898 gelegen.)

Anschließend boten die Finalisten "Call my name" dar, eine Komposition von Pop-Titan Dieter Bohlen. Dabei handelt es sich um eine flotte Uptempo-Nummer, deren Refrain-Melodie an den One-Republic-WM-Hit "Marching on" erinnert.

War wirklich alles live?

Auffällig waren dabei die gesanglich glatten Darbietungen. Mancher glaubte sogar an Playback, etwa ein Fan, der im IOFF-Internetforum schrieb: "Ich fress einen Besen, wenn das live war. Und das Kehrblech dazu, wenn er damit nicht gewinnt."

Ex-DSDS-Sieger Daniel Schuhmacher, der die Show eifrig auf seiner Facebook-Webseite kommentierte, stellte fest, dass zumindest technisch nachgeholfen wurde. Er schrieb: "Alter, mehr Effekte gibt's ja nicht. Man kann Pietros Stimme nicht wirklich erkennen." Seiner Einschätzung nach hat Pietro über die eigene Stimme, die vom Band kam, gesungen.

Nach allen Darbietungen ergriff er Partei für Sarah: "Ich bin für Sarah, das hab ich ja schon oft kundgetan. Aber da Pietro wirklich sympathisch ist, wäre es kein Weltuntergang, wenn er gewinnt."

Das sagte die Jury

Nuo erklärte Sarah zur Favoritin. "Gesanglich und technisch gesehen war sie weiter vorne", sagte er, nachdem die Telefonleitungen geschlossen waren. Fernanda Brandao vermutete Pietro als Sieger.

"Ich glaube, dass hauchdünn Pietro gewonnen hat", sagte Dieter Bohlen voraus. Und tatsächlich: Am Ende überzeugte Pietro ein paar Zuschauer mehr und sammelte 51,9 Prozent der Anrufe. Die Fans katapultierten die "Call my name"-Versionen, die es bereits am Abend zu kaufen gab, noch während der Sendung auf Platz 1 der Download-Charts - und riefen eifrig für die beiden Kandidaten an. 

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Ein schönes Bild: Nach seinem Sieg sang er "Call my name" erneut - und legte dabei seinen Arm um Sarah. "Ich kann's nicht glauben", kommentierte Pietro, während Sarah einige Tränen vergoss. "Ich freue mich für ihn", gratulierte sie. “Ich hoffe, dass unsere Liebe Bestand hat. Dass Pietro jetzt soviel Geld hat, ist ja auch schön“, ergänzte sie noch flott.

“Call My Name“ belegte am Sonntag beim Anbieter Amazon.de den ersten Platz der MP3-Rangliste. Dahinter folgte die Version des Lieds von der unterlegenen Finalistin Sarah Engels. Die Ränge drei und vier gingen an Club-Mixe der Singles.

Schon in der nächsten Woche wird Bohlen ein komplettes Lombardi-Album produzieren. Weil Sarah so gut war, darf sie in zwei Nummern mitsingen, versprach der große Poptitan gönnerhaft.

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Pietro Lombardi: Vom Mini-Jobber zum Superstar

Es ist noch gar nicht lange her, da war Pietro Lombardi noch ein Strasssteinchen-Kleber. Die Arbeit brachte dem Mann mit der Kappe gerade einmal 400 Euro im Monat. Seit Samstagnacht steht fest: Pietro aus Karlsruhe könnte schon bald ein Millionär sein. Bei seinen Auftritten blieb niemand sitzen. Bei einem seiner lustigen Auftritte blendete RTL auf einer großen Videoleinwand eine große, silberne Kappe mit Flügeln ein - dieses Symbol ist sonst für den Götterboten Hermes reserviert. Für Pietro könnten es kleine Flügel in den Pop-Olymp sein.

"Nur" 6,3 Millionen sahen zu

Das Finale verfolgten 6,3 Millionen Menschen (23,6 Prozent), in der werberelevanten Zielgruppe holte RTL einen Marktanteil von starken 36,4 Prozent. Das Finale lief damit deutlich schlechter als im Jahr 2010, wo man noch auf 7,58 Millionen Zuschauer kam. 2009 waren es 6,08 Millionen. Generell gilt die achte Staffel als erfolgreichste Staffel seit der ersten Runde. Durchschnittlich 6,32 Millionen Zuschauer sahen die DSDS-Sendungen in diesem Jahr. Fest steht deshalb: Auch im kommenden Jahr wird es wieder eine Neuauflage geben.

al./dpa/dapd

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