„Das können Sie nicht mal richtig schreiben“

„Wer wird Millionär?“: Jauch wird bei diesem Kandidaten ungewohnt deutlich

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Kandidat Marc Struwe war ein bisschen zu „lahm“ für Moderator Günther Jauch.

Köln - Günther Jauch ist für seine bissigen Sprüche bei „wer wird Millionär?“ bekannt. Dass er bei einem Kandidaten jedoch so deutlich wird, ist eher selten.

Am Montagabend hieß es bei RTL wieder „Wer wird Millionär?“. Seit mehr als 17 Jahren stellt Moderator Günther Jauch ratewilligen Kandidaten Fragen, mit denen sie sich das große Geld erspielen können. Nach so langer Zeit kann es schon mal vorkommen, dass man ein wenig die Geduld verliert. So auch an diesem Montag.

Auf dem Ratestuhl nahm der 23-jährige Lehramtsstudent Marc Struwe aus Schleswig-Holstein Platz. Bereits bei der 300-Euro-Frage nach dem Namen einer Autorin für Frauenliteratur zieht der angehende Lehrer den wertvollen Publikumsjoker. Die Auswahlmöglichkeiten: Aphrodite Eich, Demeter Birk, Hera Lind oder Artemis Erl. Mit 99 Prozent entscheidet das Publikum sich für Hera Lind und somit für die richtige Antwort. Dass man als 23-jähriger junger Mann keine Hera-Lind-Romane liest, ist eigentlich eher positiv zu vermerken. Den Namen gehört haben kann man allerdings dennoch.

Marc Struwe bedauert kurz den Joker-Verlust - er hatte es ja doch irgendwie geahnt, das mit der Hera - dann geht es endlich weiter. Doch bereits kurze Zeit später, bei der 2000-Euro-Frage, gerät Struwe erneut ins Stocken. Die Frage lautet: Auch wenn es gerade nicht in Schwierigkeiten steckt, befindet sich ein Andenkamel buchstäblich …? A: in einem Dilemma, B: im Schlamassel (richtig), C: in der Zwickmühle, D: in der Bredouille

Zugegeben, wenn man aufgeregt auf dem WWM-Ratestuhl sitzt, kann einem der Sinn für lustige Wortspiele ein bisschen vergehen. Dass das Andenkamel hier im SchLAMAssel steckt, ist für Struwe deshalb erstmal überhaupt nicht ersichtlich. Günther Jauch wird schon leicht ungeduldig und witzelt:  „Das ist echt lahm, was Sie hier machen.“ Ein kleiner versteckter Tipp ... und vielleicht auch eine kleine genervte Bemerkung?

Immerhin dieses Wortspiel scheint der Kandidat jedoch verstanden zu haben und entscheidet sich plötzlich mit Lichtgeschwindigkeit für die richtige Antwort. Seine Erklärung: Durch das „lahm“ von Jauch sei er auf „Lama“ gekommen. Jauch grinst zwar, bemerkt dann aber: „Bloß, weil ich gesagt habe, dass Sie ein bisschen lahm sind? Das können Sie ja noch nicht einmal richtig schreiben!“

Um noch eins obendrauf zu setzen, fügt der Moderator noch an:  „Lama ist eigentlich eine schöne Abkürzung für Lahmarsch oder? Schon wieder so ein Lama, das hier sitzt.“ Struwe, der so verwirrt wirkt, als denke er immer noch über Hera-Lind-Romane nach, fragt:„Das soll aber jetzt keine Anspielung sein …?“ 

Schließlich und endlich kann man dann doch zur 4000-Euro-Frage übergehen. Doch die verbleibende Zeit ist knapp. Nach der 8000-Euro Frage ertönt die Signalglocke. Struwe muss am nächsten Montag noch einmal wiederkommen. Vielleicht ist er dann nicht mehr ganz so „lahm“. Außerdem ist er ja nicht der erste Kandidat, der bei „Wer wird Millionär?“ für Furore sorgt.

Erst vor Kurzem hatte ein Kandidat mit einer Aussage über Schwarzfahren für Ärger bei Günther Jauch gesorgt. Ein anderer Kandidat durfte erneut antreten, weil den Fragestellern ein Fehler unterlaufen war. Doch nicht nur dem Sender unterlaufen Fehler. Ebenfalls im Januar ging eine Dame aus dem Publikum leer aus. Sie hatte als Zusatzjoker zwar die richtige Antwort gegeben, aber die Frage falsch verstanden.

Katharina Haase

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