Comeback-Sendung auf RTL

“Der heiße Stuhl“: Das denkt Sarrazin über die Kölner Neujahrsnacht

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Steffen Hallaschka (r.) empfing als ersten Gast Thilo Sarrazin.

Köln - Auch knapp ein Jahr nach den Ereignissen an Silvester in Köln sind die Bilder des Schreckens noch allgegenwärtig. In der neuaufgelegten Sendung „Der heiße Stuhl“ auf RTL äußerte sich Thilo Sarrazin zu den Vorfällen.

22 Jahre ist es her, da lief zum letzten Mal die Talk-Show „Der heiße Stuhl“. Am Montagabend feierte die Sendung ihr Comeback. Gast: der ehemalige Senatsabgeordnete Thilo Sarrazin. Thema des Abends auf RTL: „Wie sicher ist Deutschland?“ 

Gleich zu Beginn der Show wollte Moderator Steffen Hallaschka von dem umstrittenen Buchautor wissen: „Denken muslimische Männer, dass Frauen Menschen zweiter Klasse sind?“ Eine Antwort ließ nicht lange auf sich warten. „Ich bin nicht im Kopf muslimischer Männer“, stellte Sarrazin gleich klar - und fügte dann seine Erkenntnis an: „Wenn man jung ist und ein Mann, möchte man auch ein Mädchen haben.“ Unabhängig der Religion. Wenn aber eine Million muslimischer Männer ins Land kämen, ohne Zugang zu Frauen, dann sei das ein Problem - und neben der Unfähigkeit der Kölner Polizei Auslöser der Kölner Übergriffe. Da muslimische Männer in Deutschland einen „Mangel an muslimischen Frauen“ hätten, hätten sie „sich an nicht-muslimische Frauen gehalten“.

Gehring nennt Sarrazin einen „postfaktischen Populisten“

Als weitere Gäste waren am Montagabend der Grünen-Politiker Kai Gehring, Schauspielerin Annabelle Mandeng, Arnold Plicker (Gewerkschaft der Polizei) und die muslimische Autorin Khola Maryam Hübsch geladen - und alle versuchten, Sarrazin zu kontern. „Auch Deutsche könnten sich in der Masse durch den Gruppenzwang so verhalten wie die jungen Männer in der Silvesternacht“, sagte zum Beispiel Annabelle Mandeng, während Arnold Plicker erklärte: „Die allerwenigsten Flüchtlinge werden kriminell.“ Und Gehring nannte Sarrazin einen „postfaktischen Populisten“. 

Doch Sarrazin hatte allem etwas entgegenzusetzen. So würden laut Statistik muslimische Männer häufiger kriminell. „Und zwar in ganz Europa“, betonte Sarrazin und brachte als Beleg vor: „Als ich Senator in Berlin war, waren 80 Prozent der männlichen Insassen in Jugendknästen arabischer und türkischer Herkunft.“ 

Alles in allem drehte sich die Talk-Show am Montagabend im Kreis. Nur ein Moment sorgte wirklich für Aufsehen - und zwar, als die Muslima Hübsch zu Wort kam. Die erklärte, die Vorfälle in Köln seien auch eine Folge der Armut unter den Migranten. Das gefiel teilen des Publikums gar nicht. Es folgten „Raus“-Rufe. Eine unschöne Szene, auf die Moderator Hallaschlka nicht reagiert.

mes

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