17.000 Liter pro Sekunde

Ohne heimische Talsperren wäre die Ruhr streckenweise trocken

Auch der heimische Biggesee mit seiner Staumauer (foto) im Bereich Attendorns sorgt in diesem Sommer dafür, dass Ruhr und Rhein nicht austrocknen. Foto: Andrea Vollmert

Attendorn/Kreis Olpe. Die anhaltende Trockenheit der vergangenen Monate und die gerade beendete Hitzewelle führen vielerorts zu sehr niedrigen Wasserständen in Flüssen und Bächen. Auch die Wasserstände in der Ruhr bewegen sich im mittleren Niedrigwasserbereich. Dass es nicht noch weniger ist, ist dem Talsperrensystem des Ruhrverbands zu verdanken, das momentan Schwerarbeit verrichtet.

17.000 Liter in der Sekunde geben Möhnesee, Sorpesee, Biggesee & Co. aktuell an das Flusssystem ab. Das ist das Zehnfache der knapp 1.700 Liter, die ihnen im selben Zeitraum zufließen. Gäbe es das Talsperrensystem des Ruhrverbands nicht, wäre die mittlere Ruhr bei Villigst seit Dienstag, 20. Juni, streckenweise trockengefallen, und der Abfluss der Ruhr in den Rhein betrüge nur ein Drittel der tatsächlich gemessenen Wassermenge. Kein Wunder also, dass die Füllstände der Talsperren eine fallende Tendenz zeigen, die sich weiter fortsetzen wird.

Seit Anfang April 2017 hat die Talsperrenleitzentrale des Ruhrverbands insgesamt 48 Tage registriert, an denen zusätzliche Wassermengen aus den Talsperren im Sauerland in die Ruhr abgeleitet werden mussten, um die gesetzlich geforderte Mindestwasserführung am Pegel Villigst einzuhalten. Damit liegt die Anzahl der so genannten zuschusspflichtigen Tage um 65 Prozent über dem Durchschnitt der vergangenen 25 Jahre.

Sorgen muss sich dennoch niemand machen: Mit 77 Prozent vom Vollstau sind die Wasserspeicher, die der Ruhrverband im Sauerland bewirtschaftet, auch für eine mögliche Fortsetzung der sommerlichen Hitzewelle gut gerüstet und können weiterhin ausreichend Wasser an das Flusssystem abgeben, damit die Versorgung mit Trink- und Brauchwasser sichergestellt werden kann.

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