"Archäologie der Zukunft"

Im Dialog um die Werte der Zukunft: Schüler des 10. und 11. Klasse mit interessierten Senioren. Foto: Miriam Brüser

"Sehr spannend" war die einhellige Meinung der Schüler des Peter-Paul-Rubens Gymnasiums und der Senioren, die sich am Projekt . "Archäologie der Zukunft" der Akademie Biggesee beteiligt haben.

Drei Tage lang trafen sich 8 Senioren und 15 Schülerinnen und Schüler um über das schwierige Thema "Grundwerte der Zivilgesellschaft" zu diskutieren und zu entwickeln. Dabei ging es jedoch nicht um das heute, sondern um die Zukunft im Jahre 2100.

In fünf Kleingruppen mussten sich die Jugendlichen und die Senioren auf einer Wertebörse die Grundwerte Ihrer gewünschten zukünftigen Gesellschaft ersteigern.

Grundwertebörse als Einstieg

Nach dem offiziellen Teil blühte der "Schwarzmarkt-Werte-Handel", denn man konnten Werte wie "Gesundheit", "Umwelt" oder "Frieden" noch in Vierteln verkauft werden. "Wir haben dafür die Währungen ,Zeuro', Zukunfteuro, geschaffen. Jede Gruppe erhielt 750 Zeuro um Werte einzukaufen", erläutert Udo Dittmann, Leiter der Biggesee Akademie, das Vorgehen. Er und Stephanie Simon leiteten das Projekt und betreuten die Gruppen. "Wir haben einen ähnlichen Dialog schon mal vor etwa zwei Jahren geführt" so Dittmann weiter.

Die ersteigerten Werte bildeten dann die grundlage der Gesellschaftsmodelle, die in verschiedenen Medienprojekten entwickelt und zum Abschluss präsentiert wurden. Fernsehtalkshows, Nachrichtensendungen, jahreschroniken, Dokumentationen und eine Plakatserie zeigten ganz erstaunliche Ergebnisse der intensiven und generationsübergreifenden Auseinandersetzung über die Werte der Zukunft.

Kreative, spannende Diskussionen

"Die Auseinandersetzung war ungeheuer lebendig, er gab überhaupt keine Probleme. Am Ende landeten wir alle beim ,Du' und das Verhältnis war sehr freundschaftlich" fand Senior Wolfgang Neumann aus Leverkusen.

"Wir haben festgestellt das Jung und Alt in der Werteskala überhaupt nicht weit auseinander liegen. Es gab keine gegensätze" so Knut Bogda aus Viersen weiter.

"Ich war selbst eher kritisch an das Projekt heran gegangen, war dann aber sehr positiv überrascht. Wir haben uns äußerst gut verstanden und tolle Diskussionen geführt", meinte Fatima Al-Debi, Schülerin der Klasse 11.

Alle Schüler und Senioren haben sich freiwillig gemeldet. Und sicherlich werden beide Seiten davon profitieren. "Wir werden uns jetzt sicher noch mehr für die jungen Leute interessieren und aufgeschlossener sein," so Renate Bogda.

Und auch die Schüler werden von der Lebenserfahrung und den Diskussionen mit den Senioren sicherlich einige Eindrücke mit nach Hause nehmen.

Udo Dittmann abschließend. "Unser Ziel ist es ganz klar, solch ein Projekt in jedem Jahr statt finden zu lassen. Der Dialog zwischen den Generationen muss gefördert werden."

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