1. SauerlandKurier
  2. Kreis Olpe
  3. Attendorn

Feuerwerk, Explosionen und aufregende Funde: Attendorn feiert begeisternde Jubiläumsshow

Erstellt:

Von: Sebastian Schulz

Kommentare

800 Jahre Stadt Attendorn Jubiläum
Durch ein Wassertor schritten die Besucher bestens gelaunt in die Stadthalle. © Schulz

Nichts hatte die Stadt Attendorn vorher preisgegeben. Am Freitagabend fand er dann statt: der Kommersabend zum 800-jährigen Stadtjubiläum. Und der hatte es in sich.

Attendorn - Es knallte gewaltig: Zum 800-jährigen Jubiläum der Stadt Attendorn haben sich die Verantwortlichen nicht lumpen lassen und eine spektakuläre Bühnenshow inszeniert, die an diesem Freitagabend beim Kommersabend von 500 Gästen frenetisch gefeiert wurde. Und dabei gab es den besagten Knall nicht nur im übertragenen, sondern mehrmals auch im wörtlichen Sinne.

Den größten Knall erlebten die Gäste zum Finale. Das Feuerwerk, das zu Beginn des Jahres wegen schlechter Wetterverhältnisse im Nebel unterging, erhellte am späten Freitagabend den Nachthimmel über der Stadt. Passend dazu brannte hinter der Stadthalle zum Jubiläum eine 800 – ein krönender Abschluss dieses gelungenen Abends.

Doch es knallte auch gewaltig in der Halle. Hier staunten die Zuschauer über einen Mix aus Live-Bühnenshow, Filmen und Pyro-Effekten. Maskottchen Attendix begab sich für die Show auf eine Zeitreise – immer wieder inszeniert durch kurze Videoeinblendungen aus einer Art Zeitkapsel auf einem großen und zwei kleinen Bildschirmen auf und neben der Bühne – und beamte sich zum Beispiel in das Jahr 1945, als das Munitionslager im Rathauskeller neben dem Franziskanerkloster in die Luft flog. Der durch Pyrotechnik ermöglichte Knall zu diesem Zeitreise-Abschnitt faszinierte die Besucher.

Attendorn 800 Jahre Stadtjubiläum
Mit der Armbrust zielten die Schützen von der Bühne aus auf den Bischof, trafen aber nur eine Plüschkatze. © Schulz

Aber auch eine andere Begebenheit wurde begleitet durch eine gekonnte Pyro-Einlage – der Schuss von zwei Schützen auf den Erzbischof Truchseß im Jahr 1583 auf der Burg Bilstein, der bekanntlich nicht den Bischof traf, sondern eine Katze. Getragen an einer Schnur an der Decke bahnte sich der Feuerwerkskörper seinen Weg von der Bühne über die Köpfe der Gäste hinweg bis an die Rückseite der Stadthalle, wo er ankam, explodierte und eine Stofftierkatze von der Wand schoss. – Die Geschichte, die die Entstehung der Kattfiller zeigte oder wie Bürgermeister Christian Pospischil in seiner Eröffnungsrede des Abends erklärte: „Wie Attendorn aus einer Schande eine Stärke machte...“

Der Stadtbrand im Jahr 1783, die Verleihung der Stadtrechte 1222, die Entstehung des Biggesees 1965 oder der Fund der Attahöhle 1907 – all diese und weitere Begebenheiten aus der Attendorner Stadtgeschichte wurden auf der Bühne entweder live oder per eingespieltem Film dargestellt. Überall sah man dabei bekannte Attendorner Gesichter als Schauspieler: seien es Frank Selter als Erzbischof, die KG „Isch kanns“ als Attahöhlen-Entdecker, Peter Höffer als lebendig beerdigte Leiche oder Anja Geuecke als die geisteskranke Anna-Katharina Schnüttgen, die den Stadtbrand entfachte, durch den 80 Prozent der Stadt zerstört worden sind.

Attendorn 800 Jahre Stadtjubiläum
Peter Höffer schlüpfte in die Rolle einer lebendig beerdigten Leiche. © Schulz

Apropos bekannte Gesichter: Die sahen die Zuschauer auch bei den Grußwörtern von Ministerpräsident Hendrik Wüst oder des Bürgermeisters Kubik aus der Partnerstadt Rawicz. Aber diese (klassischen) Grußwörter bildeten die Ausnahme – im Mittelpunkt stand die Zeitreise auf der Bühne, die schon am Eingang begann. Dort schritten die Besucher durch ein von einem Burgwächter bewachtes Wassertor. Und ein Torr wie in den alten Zeiten durfte natürlich nicht fehlen. Aus einem Torenkasten brachte der verkleidete Peter Höffer schon zu Beginn viele Besucher zum Staunen und Lachen.

Attendorn 800 Jahre Stadtjubiläum
Stehende Ovationen für die einmarschierenden Schützen. © Schulz

Auch interessant

Kommentare