„In der Feuerwehr steckt viel Herzblut“

Erster Doktor an der Spitze: Neue Wehrführung der Hansestadt vorgestellt

BU: Die neue Wehrführung der Hansestadt mit dem scheidenden Leiter Georg Schüttler (r.): Tobias Bock (2.v.l.) und seine Stellvertreter Peter Heuel (2.v.r.) und Frank Schmidt.
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BU: Die neue Wehrführung der Hansestadt mit dem scheidenden Leiter Georg Schüttler (r.): Tobias Bock (2.v.l.) und seine Stellvertreter Peter Heuel (2.v.r.) und Frank Schmidt.

Attendorn - „Unsere Kernkompetenz ist das Feuer löschen. Deswegen heißt es ja Feuerwehr. Daneben gibt es aber auch viele weitere Aufgaben“: Dr. Tobias Bock weiß, wovon er spricht. Der promovierte Sicherheitswissenschaftler und ehemalige stellvertretende Leiter der Werksfeuerwehr eines Gaskraftwerks in Lingen ist mit Leib und Seele Feuerwehrmann. Am 20. Juli wird der 42-Jährige neuer Leiter der Feuerwehr der Hansestadt Attendorn. Bei einem Pressegespräch stellte er sich gemeinsam mit seinem neuen zweiten Stellvertreter Frank Schmidt aus Lichtringhausen und dem ersten Stellvertreter Peter Heuel aus Neu-Listernohl vor.

Seit 1994 ist Tobias Bock Mitglied der Feuerwehr – davon 16 Jahre im Musikzug Ennest und 11 Jahre im Löschzug Ennest. „In der Feuerwehr steckt viel Herzblut“, sagt Bock. Daher habe er seinen „Hut in den Ring“ geworfen, als die Stelle als Leiter der Feuerwehr frei wurde. Amtsinhaber Georg Schüttler hinterlässt seinem Nachfolger ein gut bestelltes Feld: „Wir haben einen guten Fuhrpark und auch die Feuerwehrhäuser sind größtenteils in Ordnung“, so Schüttler. 

Aber natürlich gibt es für den neuen Leiter viel zu tun: „Der Brandschutzbedarfsplan wird aktuell überarbeitet. Und auch das ,Konzept 2020' ist noch nicht vollständig umgesetzt. Zudem wird uns der technologische Wandel vor Aufgaben stellen, ebenso die immer heißer werdenden Sommer und Überschwemmungsereignisse“, weiß Tobias Bock. 

Den technischen Fortschritt sieht auch Peter Heuel (54) als wichtige Aufgabe für die nächsten Jahre: „Da kommen umfangreiche Herausforderungen auf uns zu.“ Daher sei es wichtig, sich zu spezialisieren: „Löschen können muss jeder Feuerwehrmann. Aber Fachaufgaben, wie zum Beispiel das Dekontaminieren, werden wir auf die Einheiten verteilen müssen“, sagt Heuel, der bereits seit 2014 stellvertretender Leiter der Feuerwehr ist. Daher sind einheitsübergreifende Fachgruppen geplant, laut Frank Schmidt wird derzeit eine IT-Abteilung aufgebaut. Für ihn ist klar: „Wir werden die Zusammenarbeit der Einheiten weiter fördern und verstärken. Es ist gut, wenn an den Standorten Leute sind, die sich auskennen“, so der 45-Jährige, der seit 1992 der Feuerwehr angehört – davon elf Jahre in Plettenberg und 17 Jahre in Attendorn. 

Tobias Bock weiß um die Stärken der Freiwilligen Feuerwehr: „Der Vorteil im ländlichen Bereich ist der, dass viele Menschen vor Ort arbeiten und daher die möglichen Einsatzorte, wie die Firmen, sehr gut kennen.“ Er ist übrigens das erste Mitglied des Löschzugs Ennest an der Spitze der Wehr in der Hansestadt. Und auch, dass ein Mitglied eines Musikzugs Leiter der aktiven Wehr wird, dürfte nicht allzu häufig vorkommen. Weiteres Novum: „Wir hatten zwar mal einen Apotheker an der Spitze, aber noch nie einen Doktor“, lacht Georg Schüttler. 

Er selbst wird am 20. Juli nach zwölf Jahren die Leitung der Feuerwehr abgeben: „Es ist erleichternd, dass sich gute Leute bereit erklärt haben, die Aufgaben weiter zu führen“, freut sich der 58-Jährige. Er blickt zurück: „Wir haben bestimmt nicht alles richtig gemach, aber vieles. Sonst stände die Attendorner Feuerwehr nicht dort, wo sie aktuell steht.“

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