Attendorner holt den Titel

In der Nürburgring-Boxengasse: Sebastian Selter und Reiner Heinrichs auf Suzuki GSX R 1000, Stefan Schulte, Udo Wilhelm auf MSD-Steeldesign-Honda RR Fireblade, ganz rechts Christian Melcher.

Mit deutlichem Punktevorsprung hat der Attendorner Motorrad-Rennfahrer Udo Wilhelm in der Klasse 3 /1000 ccm auf seiner MSD-Steeldesign-Honda die 1. DMV-Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring gewonnen.

Gemeinsam mit seinem Spezi Reiner Heinrichs aus Mechernich holte sich das Mini-Team von "Udo´s Bikestop-Racing" souverän den Pott auch gegen deutlich größere und solventere Teams.

Vier Rennen waren zu bestreiten, zweimal drei und zweimal sechs Stunden auf dem Grandprix-Kurs in der Eifel. Dabei wurden auf dem 5.128 Meter langen Turn von dem Attendorner Zeiten bis zu 2:08:78 in den Asphalt gebrannt, womit der Sauerländer auf der Langstrecke nur gut zehn Sekunden langsamer unterwegs ist als die SBK Superbike-Profis in der Kurzstrecke!

Eigentlich hätte es das Team im letzten Rennen ruhig angehen lassen können, schließlich war man bei zwei von drei Rennen bereits als Sieger über die Linie gegangen; einmal war man als Dritter kariert abgewunken worden, was für ein bequemes, relativ gelassenes Pölsterchen gesorgt hat. Also konnte man es im letzten Rennen langsam angehen lassen...

Um es vorweg zu nehmen: Udo Wilhelm griff sich die Pole, Reiner Heinrichs die schnellste Rennrunde. Und doch war es ein turbulenter Weg zum letztendlich zweiten Platz, mit dem man sich dank der erreichten 95 Gesamtpunkte mit 26 Punkten Vorsprung das Championat deutlich sichern konnte.

Udo Wilhelm: "Der Start lief perfekt, aber in der vierten Runde kam das Pace-Car raus, weil denen zu viel Regen runterkam. Anschließend ging mir in der Mercedes-Arena das Vorderrad weg, der Sturz schlug einen Motordeckel ein." Heinrichs übernahm vorzeitig seinen Part, während Wilhelm in einer Stunde seine Maschine wieder instand setzte. "Im Regen reicht der Sprit statt 50 für gut 80 Minuten, also Zeit genug."

Vom letzten Platz hetzte Wilhelm nach zwei Stunden auf den Sechsten, nach drei Stunden auf Platz Zwei zurück. Sein Spezi verlor jedoch im nächsten Turn den vorderen Bremshebel und schlug unter Runterschalten und Bleifuß auf dem Bremspedal in der berüchtigten Dunlop-Kehre geradeaus über das Kiesbett in den Reifenstapel. Da war Wilhelm erst seit einer Runde in der Box und konnte gleich wieder aufsitzen.

Doch auch Heinrichs zeigte sich unbeeindruckt, flickte seine Verkleidung mit Panzerband und legte in der 140. dann noch die schnellste Rennrunde hin: Das Fazit schließlich der hart erkämpfte zweite Platz, mit dem sich "Udo´s Bike Stop Racing" den Titel gesichert hat..

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