„Kunst lässt uns selten kalt“ - Ausstellung eröffnet

„Picasso, Chagall, Miró – Dreigestirn der Moderne“ im Südsauerlandmuseum zu bewundern

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Humorvoll und mit profundem Fachwissen führte Prof. Dr. Markus Müller durch die Ausstellung.

Attendorn/Kreis Olpe - Mehr als ein Jahr Vorbereitung von ersten Gesprächen bis zur Eröffnung hat es gedauert, bis 35 Lithografien und Farbholzschnitte aus dem Kunstmuseum Pablo Picasso in Münster im Südsauerlandmuseum in Attendorn zu sehen sind. Seit dem gestrigen Dienstag ist die Ausstellung „Picasso, Chagall, Miró – Dreigestirn der Moderne“ der Öffentlichkeit zugänglich.

In seiner Eröffnungsrede erläuterte Heinz-Jörg Reichmann, Vorstand der Sparkasse Attendon-Lennestadt-Kirchhundem und somit Initiator der Ausstellung, die Verbindung zwischen Münster und Attendorn: „Das Museum Pablo Picasso ist als Stiftung von den Sparkassen in Westfalen-Lippe, der Westdeutschen Landesbank Girozentrale, den westfälischen Provinzial-Versicherungen sowie den Eheleuten Gert und Jutta Huizinga gegründet worden. Es vereint über 800 Grafiken Pablo Picassos, darunter das fast vollständige lithografische Werk des spanischen Künstlers.“ Zudem ist es das einzige Picasso-Museum in Deutschland. Reichmann begrüßte zur Vernissage den Direktor des Museums, Prof. Dr. Markus Müller, der eine ebenso profunde wie humorvolle Einführung in die Ausstellung gab. Müller erhob die Ausstellung neben dem topografischen Dreigestirn Langenberg, Hegekopf und Kahler Asten zum „künstlerischen Dreigestirn des Sauerlandes“. 

Humorvolles Entrée 

Neben der Einordnung der gezeigten Arbeiten in das Schaffen der drei vielleicht größten Künstler des 20. Jahrhunderts – Picasso: „Der Weg ist das Ziel“; Chagall: „Der geerdete Phantast“; Miró: „Gärtner in einer florierenden Gestalt Welt“ – wusste Müller auch einige Anekdoten aus deren Leben zu berichten. Er schilderte unter anderem Begebenheiten aus der herzlichen Feindschaft, mit der Pablo Picasso und Marc Chagall einander zugetan waren, während die Spanier Picasso und Joan Miró eine lebenslange Freundschaft verband. 

Heinz-Jörg Reichmann ergänzte: „... Kunst kann schön sein, muss sie aber nicht... Ein Kunstwerk enthält aber meist auch eine Botschaft – das gilt insbesondere für die drei Künstler, deren Werke in dieser Ausstellung zu betrachten sind. Damit ist Kunst auch eine Form der Kommunikation .... Gerade über die Werke unseres ,Dreigestirns‘ wurde über die Jahrzehnte heftig gestritten ... Dieser Streit zeigt aber auch: Kunst beschäftigt uns, bewegt uns, schafft Dialog. Kunst regt an, regt auf, erregt Aufsehen. Wir können sie lieben oder ihr widersprechen. Nur eines tut sie nicht: Kunst lässt uns selten kalt.“ Und das gilt ganz sicher für die 35 ausgestellten Arbeiten. Und weiter: „Gerade über die so genannte moderne Kunst wird viel gestritten. Das gilt auch für das ,Dreigestirn der Moderne‘, das zu ihren wichtigsten Wegbereitern gehört. Aber Picasso, Chagall und Miró sind auch Schöpfer von Meisterwerken, von denen einige zu Ikonen unserer Zeit geworden sind. Allen voran ist Picassos Taube zu nennen. 1949 für den Pariser Weltkongress geschaffen, steht sie als das Symbol des Friedens schlechthin. Es heißt, Picasso habe die Taube an dem Tag geschaffen, als seine Tochter geboren wurde. Daher nannte er seine Tochter ,Paloma‘.“ 

Stolz und glücklich 

„Stolz und glücklich“, die Ausstellung in der Stadt zu haben, ist auch Bürgermeister Christian Pospischil, der allen Beteiligten für ihre Anstrengungen dankte. „Hausherrin“ Monika Löcken sieht in der Ausstellung den Anspruch des Südsauerlandmuseums, Sachwalterin von „Kunst und Kulturgeschichte des Südsauerlandes“ zu sein. Durch die „drei Superstars der Moderne“ sei das Museum „eine Plattform, auf der sich das Publikum einbringen kann." Monika Löcken: „Über diese Ausstellung soll und wird gesprochen werden. Bei Führungen darf der Besucher staunen und bewundern. Aber es sollen auch kulturgeschichtliche und ästhetische Fragen behandelt werden.“ Zur Ausstellung hat die Sparkasse A-L-K einen Katalog herausgegeben. Die Verkaufserlöse sollen einer noch zu benennenden regionalen Kunstinitiative zufließen. Fazit: Die Ausstellung kann nur schwer in adäquate Worte gefasst, sie muss angeschaut werden; sie wirkt auf jeden Betrachter anders.

Öffnungszeiten 

Die Ausstellung im Südsauerlandmuseum, Alter Markt Attendorn, ist bis Sonntag, 16. Februar, dienstags bis freitags 11 bis 18 Uhr, samstags 11 bis 15 Uhr, sonntags 13 bis 18 Uhr geöffnet. Am Sonntag, 24. November, werden ab 15 Uhr Führungen für Erwachsene angeboten: Zu zahlen ist nur der übliche Museumseintritt von 5 Euro; Anmeldungen unter Tel. 02722/3711 info@suedsauerlandmuseum.de

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