Prunksitzung in der Hansestadt Attendorn

Ausverkaufte Stadthalle und ausgelassene Stimmung

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Präsident Marc Rohrmann (l.) und Prinz Christian Middel (r.) während der Eröffnungsrede.

Attendorn. Bei ausverkaufter Stadthalle feierten die Kattfiller am Sonntag ihre große Prunksitzung. Die Karnevalsgesellschaft Attendorn hatte dazu heimische und auswärtige Akteure geladen, die in der Halle eine einmalige Stimmung schafften. Dave Davis konnte aufgrund der Vollsperrung der A4 nicht wie angekündigt dabei sein.

„Zum Frohsinn brauchen wir nicht viel. Kokolores ist das Ziel.“ Unter diesem Motto stand die Sitzung, die insgesamt beinahe fünf Stunden an kunterbuntem Programm umfasste. Frank Selter führte durch das Programm, das Präsident Marc Rohrmann mit seiner Rede einleitete. Der Startschuss zu der Veranstaltung fiel pünktlich um 19.11 Uhr. Mit der musikalischen Begleitung von „tanzbar!“, der Band des Musikvereins Frenkhausen, die das Programm den ganzen Abend mitgestaltete, marschierten alle Akteure, Jubelprinzen und amtierende Tollitäten ein. Die neuen Tollitäten waren am Altweiber-Donnerstag proklamiert worden. Der neue Karnevalsprinz ist Christian II. (Middel). Der 40-Jährige Oberveischeder hat in Attendorn lange Zeit als Friedhofsgärtner gearbeitet und kennt sich deshalb gut mit der Gegend aus. Seine Pagen sind sein Cousin und Freund Michael Middel und der Karnevalsprinz von 2007, Carsten Walter, der auch sein Lebensgefährte ist. Kinderprinz ist Lennart I. (Humberg), der zehn Jahre alt ist und bereits am Vortag während der Kinderprunksitzung gebührend gefeiert wurde. Nach der Rede des Präsidenten richteten auch der Bürgermeister und Christian II. selbst einige Worte an die Jecken in der Halle. Die Mini Biggesterne eröffneten mit ihrem Schautanz das Programm und führten dem Publikum unter dem Motto „Hier stinkts“ das Leben von Stinktieren und ihren Umgang mit Eigengestank vor. Die Garde des Kinderprinzen sorgte danach für ausgelassene Stimmung im Saal und holte sich nach einem atemberaubenden Auftritt ihren wohlverdienten Applaus ab.

Comedian Motombo Umbokko verhindert

Im Anschluss eröffnete Hettwich vom Himmelsberg (Anja Geuecke) die Bühne für die Büttenredner des Abends. Sie hielt in ihrer Rede den Attendornern den Spiegel vor und kommentierte mit spitzer, aber auch treffender Zunge die Geschehnisse rund um Klein-Köln. Bei ihrer Rede blieb kein Auge trocken. Auch die Biggesterne verzauberten das Publikum wieder mit einem ausgefeilten Gardetanz und brachten die Halle zum Beben. Nach dem Programm wäre an dieser Stelle Motombo Umbokko aufgetreten, besser bekannt als Dave Davis. Aufgrund der Glätte kam es allerdings zu einer Vollsperrung der A4, weshalb er es nicht mehr nach Attendorn schaffte. Er bestellte telefonisch schöne Grüße und versprach, das nächste Jahr mit den Kattfillern zu feiern. Der Showtanz der Regimentstöchter stellte einen Abend in einer Bar dar. Genauso wie beim später folgenden Marschtanz begeisterten die Tänzerinnen durch ihre exakten und gleichmäßigen Bewegungen. Auch die Roten Funken Attendorn beeindruckten das Publikum mit ihrem Tanz und ihren koordinierten Bewegungen. Während des Auftrittes verletzte sich das Mariechen Daniela Poggel, die dennoch die Zähne zusammenbiss und den Tanz bis zum Ende fortführte. En twersen Lümmel (Christian Höffer) hatte bei seiner Büttenrede viel Vergnügen daran ordentlich „rumzustänkern“ und führte dies zur Freude der Jecken auf komödiantische Weise aus. Anschließend begeisterten die Klein-Colonias das Publikum durch ihre Auswahl an Songs, mit denen sie das Publikum von den Stühlen rissen und zu einer Polonaise durch die Halle anstifteten. „Supersüße Sauerländerin“ und „LalalalaLiebe“ waren Teil ihrer Performance. Denselben positiven Eindruck hinterließ die Attendorner Prinzengarde. So füllten sie die Bühne und sorgte für Euphorie und gute Laune im Publikum. Dabei war dieses der letzte Auftritt des Tanzpaares Elena Rudi und Marius Müller.

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Hoch hinaus geht es für Elena Rudi, das scheidende Tanzmariechen der Prinzengarde Attendorn.

Gemeinsamer Tanz: Regis und Funken

Ein Ausschnitt aus dem Sketch der Roten Funken und der Regimentstöchter.

Nach ein paar Jahren kreativer Pause führten die Roten Funken neben ihrem Tanz wieder einen Musik-Sketch auf, mit großer Unterstützung durch die Regimentstöchter. Sie begaben sich, zusammen mit allen Jecken in der Halle, auf eine Reise rund um die Musikgeschichte. Bei diesem groß angelegten Auftritt, bei dem sie weder Kosten noch Mühen gescheut haben, waren alle aus dem Häuschen. Auf der Reise fand alles ab den 60er Jahren bis hin zu heutigen Hits seinen Platz. Als letzter Showact im Programm führten die Regimentstöchter ihren Marschtanz auf, mit dem sie die gesamte Halle noch einmal abschließend beeindruckten. 

Eine große Gruppe: 20 Regimentstöchter präsentierten ihren Gardetanz.

Zum Finale erfolgte der große Aufmarsch aller Mitwirkenden, die allesamt von den Jecken nochmals kräftig umjubelt wurden. Das vielfältige Programm ließ keine Wünsche offen und wurde im Anschluss durch Gratulationen aller an den Prinzen Christian II. beendet. Darauffolgend wurde mit „tanzbar!“ bis in die frühen Morgenstunden ausgelassen gefeiert. Bereits im Vorfeld der Prunksitzung sind im Restaurant der Stadthalle die Jubilare, Wagenbauergruppen mit Jubiläum und sonstige Verdienste geehrt worden. Die Jubelprinzen sind mit 50 Jahren Friedhelm I. (Müller) und mit 25 Jahren Jürgen I. (Gietmann), sowie die Jubelkinderprinzen mit 60 Jahren Manfred I. (Lohölter), mit 50 Jahren Klaus I. (Hamers), mit 40 Jahren Thomas I. (Berghaus) und mit 25 Jahren Mario I. (Nöbel). Zur 50-Jährigen Vereinsmitgliedschaft sind Hubert Maiworm und Friedhelm Müller geehrt worden, zur 60-Jährigen Mitgliedschaft Bernd Greitemann, Arno Lenninger, Manfred Höffer, Alfred Kampschulte und Peter Richter. Andreas Schäfer erhielt die goldene Ehrennadel und Toni Sangermann erhielt in seinem letzten Jahr als Zeremonienmeister eine Ehrennadel für seine Dienste und damit verbunden den Rang des Ehrenzeremonienmeisters. Die Wagenbaugruppe „Die Unbegreiflichen“ wurden für ihr 30-Jähriges Bestehen geehrt.

Mitglieder der Karnevalsgesellschaft, die für ihr Engagement im Verein geehrt wurden.

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