Unterschriftenliste auf der Homepage www.stadtentwicklung-attendorn.de herunterladen

Bürgerantrag zum Wall-Center in Attendorn

Nach der deutlichen Kritik der Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) am geplanten Wall-Center in Attendorn dreht sich der Wind in der Politik.
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So sah die ursprünglich überplante Fläche für das Wall-Center in Attendorn aus. Mittlerweile gab es korrigierte Pläne. In der Stadtverordnetenversammlung sollen nun die „Grundstücksregulierungen im Bereich Am Zollstock/Bahnhofstraße/Mühlengraben“ im Fokus stehen.

Unter Punkt 22 im nichtöffentlichen Teil der nächsten Stadtverordnetenversammlung in Attendorn soll es um die „Grundstücksregulierungen im Bereich Am Zollstock/Bahnhofstraße/Mühlengraben“ gehen. Damit gemeint ist der Verkauf des Geländes, auf dem das Wall-Center gebaut werden soll.

Attendorn – Eine Gruppe, bestehend aus Attendorner Bürgern, Geschäftsleuten und Industriellen, hat sich schon im vergangenen Jahr gegen die Vorgehensweise und die Realisierung der Pläne ausgesprochen (der SauerlandKurier berichtete ausführlich). Sie sehen nun dringenden Handlungsbedarf und wollen mit einem Bürgerantrag gemäß Paragraph 25 der Gemeindeordnung für das Land NRW den Beschluss in der Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch, 19. Mai erreichen, dass vor dem möglichen Verkauf erst noch weitere Planungen erfolgen. „Wir Einwohner der Stadt Attendorn beantragen, dass der Rat unserer Stadt über folgenden Antrag berät und entscheidet“, heißt es auf der Homepage www.stadtentwicklung-attendorn.de. „Der Bürgermeister wird beauftragt, hinsichtlich der Flächen des ehemaligen Busbahnhofs einen städtebaulichen Wettbewerb (Realisierungs-oder Investorenwettbewerb) durchzuführen mit dem Ziel, den Bereich entsprechend dem Innenstadtentwicklungskonzept sowohl hinsichtlich baulicher Gestaltung als auch realisierbarer Warensegmente ergebnisoffen zu überplanen.“ Außerdem beantragen die Initiatoren des Einwohnerantrags, „eine Entscheidung über den Verkauf des Geländes des ehemaligen Busbahnhofes (Grundstücke Bahnhofstr. 6 und Bahnhofstr. 8-10) erst nach Abschluss des städtebaulichen Wettbewerbs zu treffen“.

Die Initiatoren des Einwohnerantrags befürchten, dass die Stadt mit dem Verkauf des Grundstücks ihren Handlungsspielraum immens eingrenzt. Auf ihrer Homepage erklären die Attendorner: „Eine Einflussnahme von Verwaltung und Politik und damit der Bürger auf die bauliche Gestaltung (Aussehen und Tiefgarage) und Auswahl der Händler, die bislang nicht gesichert feststehen, wäre nur mehr eingeschränkt möglich. Gründe dafür, dass die Stadt Attendorn sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt und ohne Not diese Möglichkeiten aus der Hand nehmen lässt, sind nicht ansatzweise erkennbar.“ Sie gehen sogar noch einen Schritt weiter: „Ein solcher Weg zeigt, dass Rat und Verwaltung – wieder! – Fakten zugunsten des von ihnen beauftragten Investors schaffen wollen, statt einen üblichen und durch das Innenstadtentwicklungskonzept angeratenen städtebaulichen Investorenwettbewerb durchzuführen, um zwischen mehreren Entwicklungsvarianten für den Bereich wählen und nach dem besten Konzept suchen zu können.“

„Die Zeit drängt nun“, erklärt Hedwig Holthoff-Peiffer als eine der Initiatoren. „Wenn Sie unseren Antrag unterstützen wollen, können Sie die Unterschriftenliste auf unserer Homepage www.stadtentwicklung-attendorn.de herunterladen.“ Da die Listen in Papierform – und nicht digital – vorliegen müssen, ist es notwendig, möglichst bis kommenden Samstag, 15. Mai, spätestens aber bis Dienstag, 18. Mai, die Listen an einer der folgenden Rücklaufstellen abzugeben: Nicolai-Apotheke, Löwen-Apotheke, Harnischmacher‘s Milchbar, Café Harnischmacher, Fisch Jakob, Atta-Drogerie, Metzgerei Maiworm, Papierhaus Frey, Buchhandlung Frey.

„Wenn wir jetzt nicht reagieren, wird es in Zukunft kaum noch möglich sein, Einfluss auf die Gestaltung des Centers oder die Vielfalt des Warensortiments zu nehmen“, gibt Hedwig Holthoff-Peiffer zu bedenken und hofft auf große Unterstützung aus der Bevölkerung.

Zum Hintergrund:

Im Januar des vergangenen Jahres wurden Pläne der ITG, eines Investors mit Sitz in Düsseldorf, zur Entwicklung des Geländes früherer Busbahnhof bekannt. Auf dieser Grundlage waren Planfeststellungsverfahren eingeleitet, durch die die Bevölkerung der Stadt erstmalig Kenntnis vom Vorhaben bekam. Die Planungen sahen eine komplette Bebauung der Flächen in hoher zweigeschossiger Bauweise ohne Dach und Tiefgarage vor. Angesiedelt werden sollten die Segmente Lebensmittelvollsortimenter, Drogerie sowie Apotheke. Die dafür erforderlichen Parkplätze sollten im Erdgeschoss zur Verfügung gestellt werden, der bisherige öffentliche Parkraum entfällt.

Sowohl hinsichtlich Gestaltung als auch Warensegmenten stießen die Pläne auf vielfältige Kritik in der Bevölkerung. Mehr als 120 Bürger haben sich mit ausführlichen und detaillierten Einwendungen gegen das Planvorhaben gewandt. Eine ausführliche Information der Bevölkerung wurde damals von Seiten der Politik zugesagt, hat aber bislang nicht stattgefunden.

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