Calvin im Mittelpunkt

Auch die Deutsche Post ehrte den Reformator zu seinem 500. Geburtstag mit einer Sondermarke.

Ganz im Zeichen von Johannes Calvin steht das kommende Wochenende in der evangelischen Kirchengemeinde.

Am Reformationstag, 31. Oktober, gedenkt die Gemeinde in einem Festgottesdienst ab 19 Uhr in der Erlöserkirche nicht nur an den Thesenanschlag Martin Luthers an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg und die damit verbundene Gründung der evangelischen Glaubenslehre, sondern auch an die bleibende Bedeutung Calvins. Im Anschluss an den Gottesdienst gibt es einen kleinen Empfang, in dessen Rahmen auch eine kleine Calvin-Ausstellung eröffnet wird.

Der Sonntagvormittag steht dann ganz im Zeichen des Reformators Calvin. Zunächst wird der Calvin Biograf Uwe Birnstein aus München die Predigt halten, bevor er im Anschluss an den Gottesdienst um 10 Uhr ebenfalls in der Erlöserkirche einen multimedialen Vortrag "Wie Johannes Calvin Zucht und Freiheit lehrte" halten.

"Martin Luther ist der Begründer der evangelischen Kirche. Und dann gab es da in Genf noch einen anderen, Johannes Calvin, der ist aber nicht so wichtig." So lautet eine weit verbreitete Meinung und mit ihr geistern viele Vorurteile über diesen Reformator durch die Welt: Er habe eine unerbittliche Gemeindezucht eingeführt, sei verantwortlich für die Hinrichtung eines Ketzers und letztendlich auch geistiger Gründungsvater des ungezügelten Kapitalismus. Und warum feiert die Evangelische Kirche dann den 500. Geburtstag diese Theologen in diesem Jahr? Eine Antwort bietet der Theologe und Journalist Uwe Birnstein in seinem Vortrag.

Uwe Birnstein stellt einen ganz und gar menschlichen Calvin mit Licht- und Schattenseiten dar, der im privaten Bereich harte Schicksalsschläge hinnehmen musste und aus Leidenschaft für die "Ehre Gottes" bis an die Grenzen seiner Kräfte ging. Der Vortrag entführt die Zuhörer in eine dunkle Zeit, in der Scheiterhaufen loderten, Religionskriege wüteten und die Angst vor Gott und dem Teufel zum Alltag gehörte. Und er macht klar: Die Fragen, die den vor 500 Jahren geborenen Reformator Johannes Calvin beschäftigten, sind bis heute aktuell.

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