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Campus, Technologiezentrum? Stadt sichert sich Filet-Grundstück - und hat Großes vor

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Von: Andrea Vollmert

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Hallen am Wassertor Hoesch-Hallen Attendorn Kauf
Die Hallen am Wassertor werden am 1. Juli 2023 in den Besitz der Stadt Attendorn gehen - die große Pläne mit dem Filetstück hat. © Privat

Die Hansestadt Attendorn hat sich mit der Seelbach GmbH & Co KG über einen Ankauf der Hallen am Wassertor (ehemalige Hoesch-Hallen) geeinigt. Zum 1. Juli 2023 sollen die Hallen in den Besitz der Stadt übergehen. „Gestern habe ich mit dem bisherigen Eigentümer die Kaufverträge für die ehemaligen Hoesch-Hallen unterzeichnet“, verkündete Christian Pospischil die Neuigkeit in dieser Woche stolz in der Stadtverordnetenversammlung. „Damit erfüllt sich ein sehnlicher Wunsch vieler Attendorner und eine große städtebauliche Chance für unsere Stadt.“

Attendorn - Pospischil erklärte weiter: „Nach der in wesentlichen Zügen realisierten Aufwertung unserer Innenstadt haben wir nun die Möglichkeit, am Wassertor ein neues Stadtquartier zu entwickeln, das unserer Stadt insgesamt einen Schub für die Zukunft verleiht.“

Die Hansestadt plant, auf dem rund 19.000 Quadratmeter großen Gelände zuzüglich der bereits erworbenen angrenzenden Fläche von rund 7500 Quadratmetern im Rahmen eines Projektes bei der Regionale 2025 einen Zukunftscampus als neuen Innovations-, Lern-, Lebens-, Begegnungs- und Erlebnisort zu entwickeln. Pospischil geht bereits ins Detail: „Konkret ist die Idee entstanden, in Zusammenarbeit mit der heimischen Wirtschaft, hier besonders der benachbarten LEWA, und einer oder mehreren Hochschulen aus der Region einen Campus zu entwickeln, auf dem auf universitärem Niveau ausgebildet, geforscht und entwickelt wird. Der Campus soll dazu beitragen, dass Attendorn seinen Stellenwert als Hightech-Standort behauptet und ausbaut. Er soll dazu beitragen, dass dringend benötigte Fachkräfte im Zusammenspiel von Hochschule und Wirtschaft direkt vor Ort ausgebildet und Nachwuchskräfte nach Attendorn gezogen werden. Und selbstverständlich soll dies alles in einem attraktiven und nachhaltigen baulichen Umfeld geschehen und mit anderen attraktiven Nutzungen kombiniert werden.“ Ein besonderes Anliegen von Herrmann Seelbach, die bestehenden Mietverhältnisse bis zum 31. Dezember 2024 fortzuführen, um den Mietern die Möglichkeit zu geben, sich neu zu orientieren, hat die Hansestadt Attendorn gerne aufgegriffen und sichert den Mietern eine kooperative Zusammenarbeit zu.

Die Hansestadt Attendorn wird den Zeitraum bis Ende 2024 dazu nutzen, die gesellschaftlichen, organisatorischen, bauplanungs- und bautechnischen Fragestellungen zu klären. Die Vertragsparteien haben über die näheren Details des Vertrages Stillschweigen vereinbart.

Seit 1985 besitzen Hermann Seelbach und seine Familie die Hallen am Wassertor. Immer wieder gab es in der Bevölkerung den Wunsch oder die Forderung danach, dass diese so stadtprägende Immobilie in den Besitz der Stadt gehen solle, um dort aktiv Stadtentwicklung betreiben zu können und das Tor der Stadt ansehnlich zu gestalten. Die gute Lage und die außergewöhnlich große Fläche böte großes Potential.

In einem Schreiben von Hermann Seelbach, das dem SauerlandKurier vorliegt, erklärt der Inhaber, dies sei „die Möglichkeit, dass im Sinne unserer fast 40-jährigen Tätigkeit zur Unterstützung von Handel, Handwerk und Gewerbe, sowie Privatpersonen, Vereinen und insbesondere Gründern ein neues Kapitel an diesem traditionsreichen Standort geschrieben werden kann“.

Die Hoesch-Hallen sollen zukünftig kein Fremdkörper mehr im Herzen unserer Stadt sein

Bürgermeister Christian Pospischil

„Die Hoesch-Hallen sollen zukünftig kein Fremdkörper mehr im Herzen unserer Stadt sein“, erklärt Pospischil in der Sitzung des Stadtrates. „Sie sollen zu einem einladenden Innovations-, Lern-, Lebens, -Begegnungs- und Erlebnisort werden. Dazu werden wir einen Antrag bei der Südwestfalen-Agentur stellen, den Hansecampus Attendorn als Projekt für die Regionale 2025 aufzunehmen. Bis Ende des Jahres soll dafür in ersten Workshops ein erstes Grobkonzept erarbeitet werden. Wenn dieses mit dem ersten Stern ausgezeichnet wird, soll zur Erreichung des zweiten Sterns mit breiter Bürgerbeteiligung ein verfeinertes Konzept ausgearbeitet werden.“

Ziel sei es, die Umgestaltung dieses Stadtquartiers mit entsprechenden Fördermitteln zu realisieren und damit einen Meilenstein sowohl für die Stadtentwicklung als auch für die wirtschaftliche Entwicklung zu erreichen

Den Kauf zu einem Zeitpunkt wirtschaftlicher Unsicherheit erklärt Attendorns Bürgermeister wie folgt: „Gerade jetzt sollten wir die Grundlagen dafür legen, dass Attendorn durch eine immer engere Verzahnung von Hochschulen und Industrie, von Ausbildung, Forschung und Entwicklung langfristig der Industriestandort Nr. 1 in Südwestfalen bleibt. Es freut mich, dass sich unserer Stadt damit am Ende ihres Jubiläumsjahres eine neue Perspektive für eine weiterhin erfolgreiche Zukunft öffnet.“

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