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Werkstatt-Jubilar ist in der Hauswirtschaft unentbehrlich

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Swen Kietzmann Seniorenhaus Gerberweg Attendorn
Swen Kietzmann in Aktion in der Spülküche des Seniorenhauses Gerberweg. © Werthmann-Werkstätten

Wenn Swen Kietzmann von seiner Arbeit erzählt, strahlt er. Wie viel Freude er bei seiner Tätigkeit in der Hauswirtschaft des Seniorenhauses Gerberweg hat, ist ihm mit jedem Wort und jeder Geste anzumerken.

Attendorn - Hier hat der 49-Jährige sein berufliches Zuhause gefunden – seit nunmehr elf Jahren. Das Grundrezept: Ein vertrauensvolles Miteinander sowie die richtige Unterstützung und Begleitung. Zum Team zählen neben der Hauswirtschaftsleitung Christiane Stauer auch sein Jobcoach Matthias Schneider sowie eine Betreuerin. Doch die wichtigste Zutat bringt er selbst mit: Engagement und ganz viel Herzblut.

Swen Kietzmann ist seit September 1996 in den Werthmann-Werkstätten des Caritasverbandes Olpe und feierte erst kürzlich sein Silberjubiläum. Hier, genauer gesagt in der Abteilung Attendorn, startete auch sein begleiteter Weg in die berufliche Selbstständigkeit. Im Oktober 2010 wagte Swen Kietzmann den Sprung aus den Werthmann-Werkstätten auf einen betriebsintegrierten Außenarbeitsplatz. Seither ist er im Seniorenhaus Gerberweg tätig. Die Bezeichnung „Außenarbeitsplatz“ steht für die Integration und Hinführung von Menschen mit Behinderung in ein Beschäftigungsverhältnis außerhalb der Werkstätten.

Für Swen Kietzmann scheint der Begriff „Lieblingsarbeitsplatz“ jedoch treffender. Und überhaupt arbeitet der stets gut gelaunte Jubilar ja auch eher mittendrin – im Herzstück des Seniorenhauses. In der Spülküche sowie im Service der Cafeteria sorgt Swen Kietzmann seit elf Jahren für Sauberkeit und Ordnung.

„Ich habe einen Ablauf, der funktioniert“, so Swen Kietzmann stolz. Er nimmt die Essenswagen mit gebrauchtem Besteck, Geschirr und Behältern entgegen, reinigt und spült das benutzte Geschirr und befüllt die Wagen anschließend wieder. Da sitzt jeder Handgriff. Und für ein nettes Wort ist auch immer Zeit. „Ich mag den Kontakt zu den Menschen sehr“, betont Swen Kietzmann. „Hier wurde ich von Anfang an mit offenen Armen empfangen.“

2010 fing alles mit einem mehrwöchigen Praktikum an. „Von Beginn an war Swen mit Leidenschaft und großer Sorgfalt dabei und auch die Integration hier vor Ort klappte wunderbar“, lobt sein Jobcoach Matthias Schneider. „Swen ist ein zuverlässiger und äußerst gewissenhafter Kollege. Wir freuen uns, ihn in unserem Team zu haben“, so Hauswirtschaftsleitung Christiane Stauer. „Ein absoluter Gewinn!“

Swen Kietzmann sei voll integriert und arbeite selbstständig und strukturiert in einem der wichtigsten Bereiche in der Hauswirtschaft. „Zudem leitet er immer mal wieder Neuzugänge an und nimmt wie wir alle an Schulungen teil“, berichtet die Chefin, die zugleich auch seine Patin ist und in engem Austausch mit seinem Jobcoach sowie mit seinem sozialräumlichen Umfeld steht. „Diese verantwortungsvolle Aufgabe hat auch was mit Vertrauen zu tun. Swen hat sein soziales Netzgefüge bei uns im Haus gefunden. Er hat alles im Griff und ist hier nicht mehr wegzudenken“. Was wünscht sich Swen Kietzmann, der selbstständig in einer eigenen Wohnung in Olpe lebt und nebenbei seiner Leidenschaft, dem Trommeln, nachgeht? „Ganz ehrlich, noch viele Jahre hier arbeiten, denn es macht einen Riesen-Spaß. Ich lerne viel und genieße den Kontakt zu den Menschen um mich herum.“

Und auch sein Team hegt einen Wunsch: Dass Swen noch lange bei ihnen bleibt und es an der Zutat „Herzensmensch“ in der Hauswirtschaft im Gerberweg nicht fehlen wird.

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