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Eine Lösung muss her

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Wird hier ein Kreisverkehr entstehen oder eine Ampel den Verkehr regeln?  Foto: Andrea Vollmert
Wird hier ein Kreisverkehr entstehen oder eine Ampel den Verkehr regeln? Foto: Andrea Vollmert

Das Thema "Kreisverkehr oder Ampel" an der Einmündung des Bremger Weges auf die Windhauser Straße sorgt im Moment für viel Diskussion.

Während Bürgermeister Hilleke und die CDU einen Kreisverkehr an dieser Stelle favorisieren, hält die SPD hier weder einen Kreisel noch eine Ampel für sinnvoll. An der Kreuzung Bremger Weg/Windhauser Straße könnte sich die SPD lediglich Maßnahmen wie ein Stoppschild für den Bremger Weg oder Tempo 30 auf der Windhauser Straße vorstellen. "Es bleibt offen, ob der Landesbetrieb Straßen zügig eine Ampellösung umsetzen würde, zunächst handelt es sich nur um Empfehlungen der Verkehrskommission", heißt es aufseiten der SPD.

Aus dem Rathaus gibt es jedoch die Info, dass der Landesbetrieb Straßen noch in diesem Jahr eine Lichtzeichenanlage errichten will, wenn nicht der Kreisverkehr als Alternative beschlossen wird. Eine wirkliche Entscheidung kann es also nur zwischen Ampel oder Kreisverkehr geben.

Im Hauptausschuss abgelehnt

Die Position der unterschiedlichen Lager hat dazu geführt, dass der Antrag zur Errichtung des Kreisverkehrs im Hauptausschuss mit 6:6 Stimmen abgelehnt wurde. Nun wird am kommenden Mittwoch, 30. Januar, in der Stadtverordnetenversammlung endgültig über die Baumaßnahme abgestimmt.

Christian Pospischil und Wolfgang Langenohl von der SPD haben sich zu Wort gemeldet: "Bürgermeister Hilleke schlägt in einer erneuten Vorlage für den Hauptausschuss vor, dass an der Kreuzung Windhauser Straße/Bremger Weg ein Kreisel gebaut werden soll. Und das, obwohl die Stadtverordnetenversammlung erst im Dezember entschieden hatte, genau dafür kein Geld zur Verfügung zu stellen.

Nun verkündet die CDU, sie bleibe bei ihrer Meinung aus der letzten Stadtratssitzung und sei für den Kreisel. Die SPD, die schon im Dezember geschlossen diesen Kreisel abgelehnt hat, bleibt ebenfalls bei ihrer Meinung. Die Sachlage hat sich im letzten Monat nicht geändert. Ob es sich an der Kreuzung Windhauser Straße/Bremger Weg wirklich um einen Unfallschwerpunkt handelt, darüber sind die Experten geteilter Meinung. Jedenfalls regeln Kreisel dort den Verkehr optimal, wo gleichrangige Straßen aufeinandertreffen. In diesem Fall ist die Windhauser Straße jedoch eindeutig Vorfahrtstraße. Ein weiteres Problem ist, dass die Kleine Kampstraße nicht mit an den Kreisel angebunden werden kann.

Im Übrigen würden sich die Anwohner des Bremger Weges für den Kreisel bedanken. Wenn man dort nicht mehr die Vorfahrt der Fahrzeuge von der Windhauser Straße achten muss, wird der Bremger Weg eine noch attraktivere Abkürzung auf dem Weg von der Nordumgehung in die Innenstadt. Und die CDU hat schließlich für zahlreiche Sperrungen von Straßen im Schwalbenohl und Ennest gestimmt, damit der Verkehr auf die Nordumgehung geleitet wird. Mit ihrer jetzigen Haltung unterläuft sie die eigene Position.

Für die SPD ist der Bau eines Kreisels an der Kreuzung Bremger Weg/Windhauser Straße eine Vergeudung von Steuermitteln, selbst wenn er die Stadt Attendorn "nur" 100.000 Euro kosten sollte. Insgesamt kostet dieser Kreisel den Steuerzahler 200.000 Euro. Der Bürgermeister indes hat offenbar Probleme mit Mehrheitsentscheidungen, die seiner Meinung nicht entsprechen.

Auch Bürgermeister Hilleke äußert sich nun zu dem Thema: "Der Leserbrief der Herren Langenohl und Pospischil von der SPD vom 23. Januar gibt Anlass, die Situation um den Einmündungsbereich Windhauser Straße/Bremger Weg anhand von Fakten zu versachlichen.

- An dieser Stelle haben sich seit 2003 insgesamt 43 registrierte Unfälle mit zwei Schwerverletzten, sechs Leichtverletzten sowie einem Sachschaden in Höhe von mehr als 150.000 Euro ereignet. Anwohner berichten darüber hinaus von vielen’Beinahe-Unfällen’ aufgrund unangepasster überhöhter Geschwindigkeiten.

- Der Einmündungsbereich ist laut rechtlicher Vorgaben eine Unfallhäufungsstelle; Maßnahmen zur Gefahrenbeseitigung sind damit zwingend zu treffen.

- Vorrangig verpflichtet ist der Straßenbaulastträger, in diesem Fall der Landesbetrieb Straßenbau NRW. Die Errichtung einer Lichtzeichenanlage noch in diesem Jahr hat er bereits angekündigt.

- In diesem Zuge müsste wahrscheinlich die benachbarte Ampelanlage im Bereich Windhauser Straße/Am Hellepädchen zur Gewährleistung eines reibungslosen Durchgangsverkehrs entfernt werden. Gerade diese Ampel wird aber von vielen Schulkindern mehrfach am Tag genutzt.

- Auch aus diesem Grund ist die Errichtung einer Ampel am Bremger Weg keine gute Lösung. Deshalb hat sich auch die Polizei dagegen ausgesprochen.

Polizei favorisiert den Kreisverkehr

- Alternativ kann die Hansestadt einen Kreisverkehr bauen. Ein solcher wird auch von Polizei und Straßenverkehrsbehörde bevorzugt, weil allein er allen Verkehrsteilnehmern die größte Sicherheit bietet.

- Da die Windhauser Straße in diesem Jahr aufgrund der Kanalerneuerung im Biekegang ohnehin entlang des Friedhofs bis zur Einfahrt ‘Kleine Kampstraße’ in großen Teilen erneuert werden muss, würden sich die Mehrkosten für den Kreisel auf lediglich rund 100.000 Euro belaufen, auch weil der Landesbetrieb Straßenbau NRW die eingesparte Investitionssumme der Ampelanlage beisteuern würde. So günstig kann üblicherweise kein Kreisverkehr gebaut werden.

- Im Gegensatz zu einem Kreisverkehr erfordert eine Ampelanlage einen fortwährenden Wartungs-, Unterhaltungs- und Instandhaltungsaufwand, der voll zulasten der Hansestadt Attendorn geht. Erfahrungen zeigen, dass dabei im Schadensfalle (Vandalismus und Unfälle) durchaus Kosten zwischen 3.000 und 10.000 Euro entstehen können.

Verlangsamung der Geschwindigkeit

- Ein Kreisverkehr wird als sichtbares Hindernis zur Verlangsamung der Geschwindigkeiten beitragen. Eine Ampelanlage wird hingegen zur Beschleunigung reizen, um noch bei Grün ‘durchzukommen’.

- Anders als eine Ampelanlage kann ein Kreisverkehr städtebaulich schick gestaltet werden, z.B. durch die Anpflanzung einer neuen stattlichen Linde in seiner Mitte als Ersatz für den vorhandenen, gesundheitlich aber angegriffenen Baum.

- Eine Ampelanlage würde die benachbarten Anwohner des Bremger Weges durch abbremsende und anfahrende Verkehre deutlich mehr belasten.

- Die heutige schwierige Links-Abbiege-Situation in der Kleinen Kampstraße könnte durch ein Rechtsabbiege-Gebot entschärft werden, weil die Verkehrsteilnehmer dann durch den Kreisel in Richtung Windhausen gelenkt werden können.

Viele weitere Argumente, auf die ich aus Platzgründen hier nicht eingehen kann, sprechen ebenfalls für den Bau eines Kreisverkehrs an dieser Stelle. Deshalb hoffe ich im Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger, dass sich hierfür in der Ratssitzung am kommenden Mittwoch doch noch eine Mehrheit findet."

Die Stadtverordneten haben am Mittwoch das letzte Wort und werden entscheiden, welche Lösung sich durchsetzen wird.

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