„Der Entwurf ist eine Punktlandung in der Umsetzung des Raumprogramms“

Eine neue Kirche für Neu-Listernohl: Sieger beim Architektenwettbewerb

+
Josef Hesse und Andrea Rinscheid vom Kirchenvorstand in Neu-Listernohl vor dem Sieger-Entwurf.

Neu-Listernohl - Es gab sieben Entwürfe für die Gestaltung und den Neubau der Kirche in Neu-Listernohl. Ein Gremium, bestehend aus Professoren und Architekten, hat nun gemeinsam mit dem Neu-Listernohler Kirchenvorstand die Sieger ermittelt.

Der Kirchenvorstand Neu-Listernohl hatte Ende 2018 die Gemeinde darüber informiert, dass ein Architekten-Wettbewerb geplant ist, in dessen Rahmen verschiedene Pläne für den Neubau der Neu-Listernohler Kirche entstehen sollten. „Die Kirche ist einfach zu groß und hat bauliche Mängel“, erklärt das geschäftsführende Vorstandsmitglied des Kirchenvorstandes Josef Hesse im Gespräch. „Die Kirche ist nicht gedämmt, wir haben Probleme mit der Luftfeuchtigkeit und dadurch auch Schimmelbefall, vor allem im Bereich der Orgel.“ Außerdem hat Neu-Listernohl das gleiche Problem, wie die meisten Gemeinden. „Natürlich ist auch bei uns die Zahl der Mitglieder zurück gegangen.“ 

Für nötige Reparaturen hätte es aus Paderborn keine Zuschüsse mehr gegeben und von dort kam der Tipp, die Kirche besser abzureißen und eine neue zu bauen. Die Abrisskosten übernimmt Paderborn, für den Neubau muss die Gemeinde zum Teil selbst aufkommen. Es wird natürlich auch hier Förderungen geben – über die Höhe kann bislang aber nur spekuliert werden. Schon vor Jahren wurde das Pfarrheim, auch bekannt als das Jugendheim, verkauft. Im Rahmen der jetzigen Veränderungen würde das Pfarrhaus ebenfalls verkauft, denn die Räume werden dann nicht mehr benötigt, und der Gewinn kann in den Bau der Kirche fließen. Für den Architektenwettbewerb hat der Kirchenvorstand einige Vorgaben erstellt. So sollte der Kirchraum nur noch über rund 120 Sitzplätze verfügen. Außerdem war es der Wunsch, für die Nutzung als Gemeindezentrum einen großen und einen kleinen Gruppenraum, ein Büro und eine Küche zu integrieren. Der Hochaltar und die Orgel sollten auf jeden Fall erhalten bleiben und der Glockenturm möglichst auch. 

Sieben Entwürfe haben verschiedene Architekturbüros eingereicht und ein Gremium aus Experten und dem Kirchenvorstand hat jetzt die Gewinner gekürt. Den ersten Platz erhält das Büro „Deen Architects“ aus Münster. Hier besticht unter anderem die Möglichkeit, die Gruppenräume bei Bedarf zum Kircheninnenraum hinzuzufügen. „Zum Beispiel Weihnachten oder bei den Kommunionfeiern können wir den zusätzlichen Platz gut brauchen“, erklärt Andrea Rinscheid vom Kirchenvorstand. „Sehr gelungen ist die klare Organisation des Gesamtgrundrisses mit den Gruppenräumen als verbindende Mitte zwischen Kirchenraum und dienenden Räumen sowie zwischen Kirchplatz und Garten“, heißt es in der schriftlichen Beurteilung der Experten. „Der Entwurf ist sehr sparsam im Flächenverbrauch – geradezu eine Punktlandung in der Umsetzung des Raumprogramms.“ Die weitere Planung muss nun natürlich mit den zuständigen Stellen in Paderborn abgeklärt werden. Und so können die Verantwortlichen in Neu-Listernohl bislang keine genaueren Zahlen und Fakten – oder gar einen Zeitplan – nennen. 

Für die Bevölkerung gibt es an folgenden Terminen die Möglichkeit, sich die sieben eingereichten Ergebnisse des Wettbewerbs anzusehen: 

  • Samstag, 13. Juli, von 12 bis 17 Uhr
  • Sonntag, 21. Juli, von 10.30 bis 12 Uhr 
  • Eine Informationsveranstaltung findet zu einem späteren Zeitpunkt statt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare