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Spendenaktion für todkrankes Mädchen: Attendorn hilft Rawicz

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Von: Andrea Vollmert

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Spendenaktion Tosia Rawicz Feier Attendorn Polen
Nach der erlösenden Nachricht, dass Tosia nun schnell operiert werden kann, kamen viele Unterstützer zum Haus der Familie und haben gefeiert. © Dawid Bela, Rawicz, 24.11.

Barbara Springmann sitzt in ihrem Esszimmer und immer wieder sieht sie auf ihr Handy. Man merkt ihr an, dass sie unruhig ist, irgendetwas bereitet ihr Angst. Sie macht sich Sorgen um die kleine Tosia aus Rawicz in Polen. Das zweijährige Mädchen ist todkrank, benötigt dringend eine OP. Die kann nur in Genf stattfinden und kostet rund 1,2 Million polnische Zloty – je nach Kurs sind das umgerechnet rund 300.000 Euro. Nur so kann der Herzfehler – eventuell – noch korrigiert werden.

Attendorn/Rawicz - Aber was hat Barbara Springmann mit dieser Geschichte zu tun? Die Attendornerin stammt gebürtig aus Polen, aus der Nähe von Rawicz, Attendorns Partnerstadt. Dort hat sie noch immer Familie und Freunde. Durch einen Post in den sozialen Medien wurde sie auf Tosias Fall aufmerksam. „Da musste ich was machen“, hat sich die Mutter von drei Kindern sofort gesagt. „Das war für mich wie ein Hilferuf.“ Vor Ort gibt es bereits eine Spendenaktion der Organisation „Siepomaga“, die in ganz Polen dazu beiträgt, dass Geld dort ankommt, wo es benötigt wird. Es sind unzählige Fälle, die dem von Tosia ähneln.

Tosia leidet an einer lebensbedrohlichen Herz-Erkrankung. Nur eine OP in Genf kann ihr jetzt noch helfen.
Tosia leidet an einer lebensbedrohlichen Herz-Erkrankung. Nur eine OP in Genf kann ihr jetzt noch helfen. © Privat

Barbara Springmann ist sofort beeindruckt von dergroßen Hilfsbereitschaft in Rawicz. „Da hilft wirklich jeder“, erklärt die Attendornerin im Gespräch. Neben Geldspenden gibt es viele Versteigerungen, deren Erlöse Tosias OP ermöglichen sollen. „Ein Nationalspieler bietet sein Trikot an, Schulen und Kindergärten beteiligen sich und basteln, Eltern backen Kuchen, die Feuerwehr veranstaltet eine Schrottsammlung. Es gibt Sportwettbewerbe und nach jeder Messe wird in Rawicz Kuchen verkauft“, erklärt Barbara Springmann die Aktionen, die in Attendorns Partnerstadt seit Wochen stattfinden. Am morgigen Sonntag gibt es ein Fußballspiel, bei dem Bürgermeiter Kubic und alle Abgeordneten gegen Vertreter der Presse antreten. Auch der Erlös kommt Tosia zugute.

Barbara Springmann will von Attendorn aus helfen, versucht Spenden zu sammeln – und spendet natürlich selbst. „Die letzten Tage dreht sich bei mir alles um Tosia. Ich möchte dem kleinen Mädchen so gerne helfen.“ Sie versucht, die Partnerstadt Attendorn einzubinden und erhält schnell Unterstützung.

Erster Schritt: Die OP kann starten

Und dann kommt am Mittwoch die erlösende Nachricht: Das Geld für Tosias OP ist zusammen. Der Anmeldung in Genf steht nichts mehr im Weg. Direkt gibt es am Wohnhaus von Tosia ein großes Fest. Viele Unterstützer freuen sich mit dem kleinen Mädchen und ihrer Familie. Minutenlanger Jubel zeigt, dass die Bewohner von Rawicz glücklich sind, dem kleinen Mädchen nun helfen zu können.

Weitere Spenden werden benötigt

Aber die Spendenaktion läuft weiter. „Es gibt noch viele weitere Kosten in den kommenden Wochen“, erklärt Barbara Springmann. „Die Reha muss noch bezahlt werden und auch die Medikamente sind unglaublich teuer.“ Sie hofft auf die Unterstützung aus dem Kreis Olpe.

Unter dem Link www.siepomaga.pl/serduszkotosi kommt man direkt zur Spendenaktion (die polnische Seite kann man auf Deutsch übersetzen). Dort gibt es ausführliche Informationen zu Tosias Fall und natürlich gibt es Hinweise auf alle Möglichkeiten, wie dort gespendet werden kann. Noch einfacher geht es per Überweisung auf folgendes Konto:
Empfänger: Siepomaga
IBAN: PL63 2490 1028 3587 1000 0022 8536
BIC: ALBPPLPW
Verwendungszweck: Spende Tosia Niwczyk-0228536

Weitere Informationen gibt es bei Barbara Springmann unter Tel. 0178/6694871.

Ein halbes Herz mit Herzklappeninsuffizienz

Die Zeit wurde langsam knapp: Tosias Zustand hatte sich mehr und mehr verschlechtert. „Tosias halbes Herz wird schwächer... Deshalb hat sie in letzter Zeit immer weniger Energie, deshalb sinkt die Sättigung, deshalb nimmt die Zyanose zu“, heißt es auf der Homepage der Spendenorganisation. „Tosias einziger rechter Ventrikel kontrahiert viel schwächer als zuvor – das Herz ist bereits sehr müde... Die Klappe, die bisher gut funktioniert hat, ist leicht aufgestoßen – und eine schwere Klappeninsuffizienz kann Tosia als Kandidat für eine Operation disqualifizieren. Der Blutfluss zum Herzen ist reduziert, linke Lunge, daher Tosias größere Müdigkeit und sichtbarere Blutergüsse ...“ Nun ist die Freude über das Erreichen der notwendigen Spendensumme groß – in Rawicz und in Attendorn. Trotzdem wird für die weitere Behandlung Geld benötigt und die Beteiligten hoffen auf Unterstützung aus dem Kreis Olpe.

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