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Auf dem Weg zum Krankenhaus: Rettungswagen wird zum Kreißsaal

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Von: Christos Christogeros

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Tina und Tana, deren Nachnamen nicht genannt werden sollen, haben als Notfall-Sanitäterinnen schon viel erlebt. Dennoch: Die Geburt im RTW war auch für sie etwas Besonderes.
Tina und Tana, deren Nachnamen nicht genannt werden sollen, haben als Notfall-Sanitäterinnen schon viel erlebt. Dennoch: Die Geburt im RTW war auch für sie etwas Besonderes. © Feuerwehr Plettenberg

Sie waren auf halbem Weg in die Geburtsstation der Helios Klinik Attendorn, aber das Neugeborene wollte offenbar nicht mehr so lange warten – und so mussten jetzt die Notfall-Sanitäterinnen Tina und Tana (Nachnamen sollen nicht genannt werden) spontan zu Geburtshelferinnen werden.

Attendorn/Plettenberg - Die beiden freuen sich an jenem frühen Morgen bereits auf das nahe Dienstende, müssen dann aber zu einem letzten Einsatz ausrücken. Rettungswagen (RTW) und Notarzteinsatzfahrzeug (NET) werden zum Ortsteil Ohle in Plettenberg alarmiert. Eine 25-Jährige stehe kurz vor der Geburt.

Vor Ort angekommen, erkennen die Notfall-Sanitäterinnen sofort, dass schnelles Handeln gefordert ist. Die werdende Mutter wird umgehend in den RTW gebracht. Transportziel: Der Kreißsaal der Helios-Klinik in Attendorn.

Doch das dauert dem Mädchen offensichtlich zu lange – immerhin muss der RTW auf dem Weg von Ohle nach Attendorn gefühlt einmal durch ganz Plettenberg fahren. Tina und Tana erkennen, dass die Geburt schon so weit fortgeschritten ist, dass der Rettungswagen der Feuerwehr kurzerhand zum Kreißsaal umfunktioniert werden muss. Neben der Ausstattung des RTW spielt natürlich auch das Personal eine große Rolle, denn die beiden Notfall-Sanitäterinnen übernehmen kurzerhand die Aufgabe als Hilfshebammen. Kurz vorder Kreisgrenze erblickt kurze Zeit später ein Mädchen das Licht der Welt.

Im Anschluss an die Geburt setzen die Fahrzeuge die Fahrt in die Klinik fort und können Mutter und Kind sicher ins Krankenhaus bringen.

Ein sicher nicht alltäglicher Einsatz für die Rettungskräfte – das sah auch Matthias Greth, Sprecher der Feuerwehr in Plettenberg, so. Ob solche Einsatzfahrten, die bisher eher Seltenheit waren, in Zukunft öfter vorkommen könnten, wenn die Geburtsstation der Helios-Klinik geschlossen wird? Denn danach sieht es nach der Ankündigung der Klinik weiterhin aus; zum Ende des Jahres soll Schluss sein, weil kein Fachpersonal mehr zu bekommen sei, hieß es in der offiziellen Begründung. Sollte es so kommen, werden weitere Fahrten für viele Schwangere zum Muss – gut möglich, dass solche Fälle wie dieser dann keine Einzelfälle mehr sind.

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