Verein als Projektträger - Gründungsversammlung am 12. Februar

Zünfte und Confraternitäten planen Gildehaus in Attendorn

Das so genannte Spiekerhaus im Zentrum der Hansestadt soll nun zum „Gildehaus Attendorn“ werden. Erste Pläne liegen schon vor.

Attendorn. Es liegt seit vielen Jahrzehnten im Dornöschenschlaf. Mitten in Attendorn wird das alte Gebäude kaum wahrgenommen – weder von Bewohnern, noch von Besuchern und das, obwohl es zum historischen Zentrum gehört. Nun haben sich Attendorner Zünfte und Confraternitäten zu einer Projektgemeinschaft zusammen getan und wollen eben dieses Gebäude zum „Gildehaus Attendorn“ umwandeln.

Es geht um das vierstöckige Haus, im Volksmund oft „Spiekerhaus“ genannt, zwischen Harnischmachers Milchbar und der ehemaligen Pizzeria Europa. Das Gebäude steht leer, hat keine Funktion mehr. Seit wann? Die Antwort kennt kaum jemand.

„Wir beabsichtigen das alte ,Spiekerhaus´ am Kleinen Markt zu erwerben und umfassend zu renovieren. Nach Fertigstellung der Renovierungsarbeiten soll das Gebäude als Zeughaus der St.-Agatha-Zunft und der Bauzunft sowie der beiden Confraternitäten St. Nicolai und St.Sebastian dienen“, erklären Sascha Koch und Markus Harnischmacher in einem ersten Anschreiben.

Ein Zeuge der Geschichte

Die Pläne für das außergewöhnliche Projekt sind schon sehr konkret: „Das Gildehaus Attendorn kann ein Zeuge unserer Heimat und der Geschichte oder Tradition der Attendorner Zünfte und Bruderschaften werden. Die Historie kann dort in zeitgemäßer und besonders interessanter Form aufgearbeitet und präsentiert werden.“

Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss soll Folgendes im Mittelpunkt stehen: 

  • Nutzung zu musealen Zwecken als Ausstellungsraum und als Schulungsraum im Rahmen der Schulpädagogik 
  • Inventarstücke der Zünfte und Bruderschaften mit Erklärungen 
  • Schwerpunkt „Die Hansestadt Attendorn“ 
  • Kaufleute und Handel in Attendorn – Global Player im späten Mittelalter 
  • Mittelalterliche Logistik: Speicher in der Stadt, zum Beispiel Kleiner Markt 
  • Anekdoten um den Turmspieker 
  • Künftiger wichtiger Anlaufpunkt für touristische Gäste der Hansestadt oder Gäste der Attendorner Industrie bei Stadtführungen. 

Im zweiten Obergeschoss ist ein kleiner Besprechungsraum mit getrennten Zunftschränken für Unterlagen geplant. Zur Finanzierung des Gildehauses ist die Projektgemeinschaft auf Fördermittel unter anderem aus dem LEADER-Programm, dem Heimatförderprogramm des Landes NRW und der NRW-Stiftung angewiesen. Um die entsprechenden Anträge stellen zu können, sind die Verantwortlichen zu dem Entschluss gekommen, einen entsprechenden gemeinnützigen Verein als Träger für das Projekt „Gildehaus Attendorn“ zu gründen. Dieser Verein soll daneben gemäß seiner Satzung unter anderem auch in der Lage sein, Spendengelder zu sammeln und die dazugehörigen Spendenbescheinigungen auszustellen. 

Seit Jahrzehnten fristet das alte Gebäude in Attendorn sein tristes Dasein. Nun gibt es Pläne, aus dem Spiekerhaus das Gildehaus Attendorn zu machen.

Die Gründungsversammlung findet am Dienstag, 12. Februar, um 19 Uhr im Hotel zur Post statt. „Es gibt wohl nicht viele Städte, in denen diese mittelalterlichen Gemeinschaften noch so aktiv sind wie in unserer Hansestadt Attendorn“, erklären die Vertreter der Projektgemeinschaft. „Wir wollen mit dem Gildehaus dieses Alleinstellungsmerkmal hervorheben und den Zünften und Bruderschaften ein Zuhause geben. Das Wissen um lokale, identitätsstiftende Besonderheiten gehört zur Bildung aller Generationen und ermöglicht Erfahrungen an besonderen öffentlichen Orten, die dadurch auch zu Lern-Orten werden.“

Über das Gebäude

Das zukünftige Gildehaus wurde 1883/84 gebaut. Die Bezeichnung Spiekerhaus weist normalerweise auf ein mittelalterliches Speicherhaus hin. Hier ist es aber die Bezeichnung für ein Haus mit kleiner Grundfläche, das in die Höhe gebaut wurde. 

Der Plan des ursprünglichen Gebäudes von 1883.

In den Plänen steht, dass es mit nur einem Stockwerk als Schreinerwerkstatt von Theodor Zeppenfeld geplant war. 1890 sind die oberen Geschosse hinzu gekommen.

Seit Jahrzehnten steht das Gebäude nun leer und wurde zuletzt wohl als Lagerraum für einen Attendorner Einzelhändler genutzt.

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