"Heiß-kaltes Museum"

Dr. Hans Grelck, Museumsleiterin Monika Löcken, Margret Berghoff und Horst Jagusch (stellvertretender Bürgermeister, v.l.) freuten sich über die vielen Besucher bei der Ausstellungseröffnung. Foto: Anette Leusmann

Im Rahmen des "Summer Specials", welches in diesem Jahr unter dem Motto das "heiß-kalte Museum" steht, wurde am Sonntag im Südsauerlandmuseum die Ausstellung "Imaginationen aus Afrika" durch den stellvertretenden Bürgermeister Horst Jagusch eröffnet.

Während es im Erdgeschoss des Museums alles rund um "Ötzi", dem Mann aus dem Eis, zu entdecken gibt, sind nun bis zum 28. August im zweiten Dachgeschoss Gemälde zum Thema Afrika von der Künstlerin Margret Berghoff, sowie eine afrikanische Skulpturensammlung von Dr. Hans Grelck zu besichtigen.

Mit dieser Ausstellung unterstützt das Südsauerlandmuseum das interkulturelle Kunstprojekt "Reencontro III" mit Gastkünstlern aus Mosambik, welches von Bildhauer Volker Schnüttgen, sowie dem Künstlerbund Südsauerland organisiert und am Sonntag im Anschluss an die Ausstellungseröffnung im Bahnhof gestartet wurde.

Spezielles Sommerthema

"Als Unterstützer des Projekts ist auch für uns Afrika und hier speziell die europäische Imagination des Afrikanischen im Gegensatz zu afrikanischer Holzkunst das spezielle Sommerthema", erklärte Museumsleiterin Monika Löcken.

Margret Berghoff besuchte noch nie den afrikanischen Kontinent. Die Künstlerin, die seit 15 Jahren Mitglied des Künstlerbund Südsauerland ist, ist eng der europäischen Akademiemalerei verbunden, die sich seit dem 17. Jahrhundert mit der Darstellung des Menschen und seiner Körperlichkeit auseinander setzt. Margret Berghoff formulierte als Ziel ihres künstlerischen Schaffens "sich und den Menschen auf die Spur zu kommen". Vor sechs Jahren schlug sie eine neue Seite ihres Leitthemas auf und begann mit dem Malen afrikanischer Menschen. Grund dafür war die Darstellung eines Sehnsuchtsortes, der sich durch die Andersartigkeit der Menschen, sowie durch eine eigene Farbwelt von Kleidung und Umgebung auszeichnet.

Doch sie verfolgte auch die schockierenden Nachrichten über Krankheiten, Kriege und Mängel in Afrika. All das gab ihr die Inspiration für ihre Gemälde, die auf lebende Modelle, private Fotografien und Presseaufnahmen zurückgehen.

Den zweiten Teil der Ausstellung bilden afrikanische Holzskulpturen. Europäische Kunsttheoretiker ließen bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts afrikanische Objekte nicht als Kunstwerke gelten. Erst als der Begriff von Kunst neu definiert wurde, begann man in Europa die Kunst Afrikas als Objekte authentischer Kulturen, zu schätzen, erforschen und zu sammeln.

Dr. Hans Grelck wurde durch seinen Beruf als Tierarzt nach Afrika geführt. Dort ließ er sich vor 15 Jahren von der Ästhetik der afrikanischen Objekte faszinieren. Seine Sammlung besteht mittlerweile aus rund 200 authentischen Objekten und enthält keine sogenannte "airport-Kunst". Die Ausstellung besteht somit aus zwei völlig unterschiedlichen Arten von Kunst.

"Ich muss gestehen, dass ich diese Konstellation aus Neugierde und ästhetischer Abenteuerlust zusammen gebracht habe", verriet Monika Löcken den zahlreichen Besuchern der Vernissage und wünschte ihnen viel Vergnügen bei ihrer persönlichen Entdeckungsreise.

Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellungseröffnung durch die Formation "drums for fun" unter der Leitung von Franz Schutzeichel.

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