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Helios-Klinik Attendorn: Termin für Schließung der Geburtsstation steht fest - und er ist früher als gedacht

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Von: Sebastian Schulz

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Helios Klinik Attendorn Krankenhaus
Die fehlende Perspektive zwinge die Helios-Klinik Attendorn zur Einstellung der gynäkologischen und geburtshilflichen Versorgung © Vollmert, Andrea

Die Helios-Klinik wird die Gynäkologie und die Geburtsstation schließen - diese Meldung war bereits bekannt. In einer aktuellen Pressemitteilung nennt die Klinik nun den konkreten Termin - und der ist früher als gedacht.

Attendorn - „ Die Abteilung wird ab dem 1. November 2021 absehbar keine geplanten Entbindungen und gynäkologischen Notfälle mehr aufnehmen können. Bis dahin ist die Versorgung der Patientinnen gesichert. Der weitere zeitliche Ablauf wird derzeit festgelegt“, heißt es in der Pressemitteilung der Helios-Klinik. Trotz einer „Vielzahl an Unterstützungsangeboten“ bleibe die Gynäkologie und Geburtshilfe an der Helios-Klinik Attendorn „ohne langfristige Perspektive“, heißt es darüber hinaus.

„Für die große Anteilnahme und Unterstützung, die uns in den zurückliegenden Wochen erreicht hat, bedanke ich mich von Herzen. Alle uns vermittelten Kontakte und Optionen haben wir sorgfältig geprüft, auch in unserem regionalen Kliniknetzwerk“, wird Dr. Volker Seifarth, Klinikgeschäftsführer der Helios Klinik Attendorn, in der Mitteilung zitiert. „Leider ohne Erfolg.“ Unter anderem hatte es in den letzten Wochen in Attendorn bekanntlich eine Protestaktion gegeben, nachdem die Helios-Klinik in einer ersten Mitteilung angekündigt hatte, dass die Geburtsstation noch in diesem Jahr geschlossen werden sollte.  

Helios-Klinik Attendorn schließt Geburtsstation - die Begründung der Verantwortlichen

Die Entscheidung werde „ausdrücklich nicht aus mangelnder Wirtschaftlichkeit“ getroffen, heißt es vonseiten der Klinik-Verantwortlichen. Das Gegenteil sei der Fall: Die Geburtshilfe erlebe mit bis heute 429 Geburten in diesem Jahr einen erneut starken Zulauf. „Umso betroffener macht uns die personelle Situation im ärztlichen Dienst, die wir aufgrund fehlender Nachbesetzungsmöglichkeiten nicht dauerhaft kompensieren können. Um aber der hohen medizinischen Verantwortung Frauen und ihrem ungeborenen Kind gegenüber gerecht zu werden, benötigen wir wieder ein stabiles Teamgefüge und eine ärztliche Stammbesetzung mit entsprechender Qualifikation, Identifikation und Routine“, fasst Dr. Volker Seifarth die Gegebenheiten in der Pressemitteilung zusammen.   

Die Klinikleitung sei immer von einer stabilen Situation von rund 500 Geburten ausgegangen, die auch in diesem Jahr erreicht worden wäre. Doch trotz aller Anstrengungen lasse sich für eine weitere Überbrückung der angespannten Situation kein erforderliches Ende definieren. Der akute ärztliche Personalbedarf sei durch den Einsatz von Honorarkräften und ständige Wechsel langfristig nicht aufzufangen. Die Klinik sei daher anders als erhofft nicht in der Lage, die für eine sichere Versorgung von Schwangeren festgelegten Strukturanforderungen zuverlässig zu erfüllen und die hohe medizinische Qualität zu sichern.

„Eine traditionsreiche Geburtshilfe nicht weiter betreiben zu können, ist auch für uns als Träger ein schwerer Einschnitt“, betont Reiner Micholka, Regionalgeschäftsführer der Helios Region West, in der Pressemitteilung. „Um die Klinik als verlässlichen Gesundheitsdienstleister für die Menschen in der Region zu stärken, haben wir in den zurückliegenden Jahren aus Eigenmitteln beträchtlich investiert, etwa in die Digitalisierung, Medizin- und Betriebstechnik. Auch künftig werden wir uns in Attendorn weiter für eine hohe Behandlungsqualität und gute medizinische Versorgung einsetzen.“  

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