Baustelle auf der L 697 liegt im Zeitplan – Einzelhandel leidet

Horrorszenarien ausgeblieben

Familie Stuff aus Ebbelinghagen hat sich mit der Situation an der Umleitungsstrecke arrangiert. Fotos: Lukas Schöne

Normalerweise verirren sich nur wenige Autos in das idyllische 30-Seelen-Örtchen Ebbelinghagen. Zurzeit jedoch schieben sich täglich lange Blechkolonnen durch das kleine Dorf.

Grund dafür ist die Vollsperrung der Landstraße 697 zwischen Attendorn und Windhausen, die seit Anfang Mai saniert und ausgebaut wird.

„Besonders in den Stoßzeiten im Berufsverkehr kann man kaum noch auf die Straße gehen“, berichten Janine und Jürgen Stuff, die mit ihren beiden kleinen Kindern in Ebbelinghagen wohnen. Die Umleitung für den Nahbereich Windhausen/Lichtringhausen führt genau an ihrem Haus vorbei. „Das ist eine große Umstellung für uns“, sagt Jürgen Stuff. „Unsere Kinder lernen gerade laufen, da müssen wir zurzeit besonders aufpassen.“

Generell hat sich im Leben der Anwohner des kleinen Ortes durch größere Lärmbelastung, gefährliche Situationen verursacht von Rasern und genervte Autofahrer einiges geändert. „Teilweise werden wir sogar beschimpft, wenn wir mit unseren landwirtschaftlichen Fahrzeugen die Straße überqueren wollen“, berichtet Jürgen Stuff. Doch trotz aller Umstellungen ist die Situation nicht so schlimm, wie befürchtet. „Nach anfänglichen Schwierigkeiten läuft die Umleitung inzwischen reibungslos. Alle Horrorszenarien sind zum Glück ausgeblieben“, sagt Janine Stuff erleichtert. „Wir haben uns arrangiert“, ergänzt ihr Mann Jürgen und zeigt sich verständnisvoll: „Die Erneuerung der L 697 war längst überfällig. Das halten wir schon aus.“

„Besucherrückgang unter der Woche“

Ähnlich äußert sich Norbert Luke, Inhaber des Hof Roscheid, der ebenfalls direkt an der Umleitungsstrecke liegt: „Zwar verzeichnen wir unter der Woche einen Besucherrückgang, doch das hält sich in Grenzen.“ Auch die anfangs befürchteten Probleme, beispielsweise durch liegengebliebene LKW, seien fast komplett ausgeblieben. „Seit die Stadt Attendorn zusätzliche Schilder aufgestellt hat, läuft der Verkehr reibungslos“, so Norbert Luke.

Diese Annahme bestätigt auch Karl-Josef Hammer vom Amt für öffentliche Ordnung der Stadt Attendorn: „Nach unserem Kenntnisstand konzentriert sich die Umleitung über Roscheid und Ebbelinghagen wie geplant größtenteils auf den Nahbereich Windhausen/Lichtringhausen, während der Fernverkehr die Umleitung über Rönkhausen und Finnentrop nutzt.“

Der Attendorner Einzelhandel dagegen sieht die Situation nicht ganz so gelassen. „Einige Geschäfte merken spürbar das Ausbleiben von Kunden, gerade aus dem Plettenberger Raum“, sagt Christian Springob von der Attendorner Werbegemeinschaft. „Die Innenstadt ist leerer als sonst.“ Doch auch für ihn ist klar: „Trotz aller Probleme sehen wir natürlich auch die Notwendigkeit der Baumaßnahme.“

Länger als angekündigt werden die großräumigen Beeinträchtigungen der Vollsperrung wohl nicht andauern. „Die Baustelle liegt voll im Zeitplan und die Straße wird aller Voraussicht nach pünktlich zum Ende der Sommerferien – Mitte August – wieder freigegeben“, versichert Karl-Josef Fischer, Pressesprecher der Regionalniederlassung Südwestfalen von Straßen NRW. Es wird ein Tag sein, an dem alle betroffenen Anwohner, Autofahrer und Geschäftsleute erleichtert aufatmen werden. (Von Lukas Schöne)

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