Familie Jakob hält am Standort in der Hansestadt fest

Dieter Jakob: „Ich glaube an Attendorn“

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Bettina, Dieter und Sven Jakob (v.l.) glauben an Attendorn und halten am Standort in der Hansestadt fest.

Attendorn. Die Kunden bleiben weg, Leerstände, keine Gäste, schlechte Stimmung. „So ein Quatsch. Wenn man sich so manche Attendorner anhört, kann man es ja schon mal nicht glauben“, schüttelt Dieter Jakob vom gleichnamigen Fischgeschäft in Attendorn den Kopf. Der Attendorner setzt nun gemeinsam mit seinem Sohn Sven und Schwiegertochter Bettina ein Zeichen. Mit dem großen Umbau seines Verkaufsraums will er zeigen: „Ich glaube an Attendorn.“

Die Theke ist schon raus, die Decke entfernt und der Neuaufbau kann beginnen. Vor knapp 40 Jahren hat Dieter Jakob das Fischgeschäft übernommen, das bereits seit 1961 in Familienhand ist. Der erste Kontakt zur Gastronomie kam 1986, hier wurde das Ladenlokal mit dem „Schlemmereck“, einer Art Imbiss, ergänzt.

Heute arbeiten neben dem Attendorner Original sein Sohn Sven und seine Schwiegertochter Bettina neben einigen Angestellten mit im Fischfachgeschäft und der Hanse Kogge, dem dazu gehörigen Fisch-Restaurant. Sie verstehen nicht, dass manche Attendorn schlecht über ihr eigenes Städtchen reden. „Ich liebe meine Heimat. Attendorn ist so toll“, erklärt Dieter Jakob mit strahlenden Augen. „Ich würde hier nie weg gehen wollen!“ Bettina Jakob ergänzt: „Es ist nicht immer einfach, im Gegenteil. Oft ist es auch schwierig. Wenn ich aber durch die Straßen in Attendorn gehe, wenn ich mit unseren Kunden spreche, wenn ich das Lebenswerk meiner Schwiegereltern sehe – dann weiß ich, dass der Weg der richtige ist.“ Und so investieren sie in die Zukunft – in Attendorn.

„Keine Gläser oder Besteck mehr“

Dabei hat auch Familie Jakob in den 57 Jahren gelernt, dass es in Gastronomie und Einzelandel immer ein Auf und Ab gibt. „Ganz extrem war es nach unserem Fensehauftritt bei ,Mein Lokal – Dein Lokal‘. Die Sendung haben wir uns zusammen mit Freunden in der Hanse Kogge angeguckt“, erklärt Bettina Jakob. „Mittendrin ging das Telefon. Es ging um eine Reservierung. Wir waren uns sicher, dass es Zufall war.“ Direkt nach der Sendung folgten vier weitere Reservierungen. Und dann ging es rund. „Zwischendurch hatten wir keine Gläser oder Besteck mehr“, erinnert sich Bettina Jakob an den Ansturm.

„Da waren viele Gäste dabei, die wollten in unserem Restaurant essen. Sie wollten aber auch die Umgebung besuchen und Attendorn kennenlernen.“ Die Bilder haben sich bei den „neuen“ auswärtigen Gästen eingebrannt: die schöne Stadt mit mittelalterlichen Wurzeln, der historische Stadtkern, der Biggesee, die Natur. „Die Gäste können das schätzen – viele Attendorner sehen das scheinbar gar nicht mehr“, wundert sich Dieter Jakob, dass oft das Negative überwiegt. „Ich glaube einfach an Attendorn. Wenn die Bauarbeiten in der Stadt beendet sind, geht es hier wieder richtig voran“, ist sich der Hansestädter sicher. „Das sieht jetzt schon alles so toll aus.“

Und so überbrückt das Team die Zeit, während Fischfeinkost Jakob sich für die Zukunft aufstellt. Im Schatten des Sauerländer Doms stehen seit Dienstag ein Verkaufswagen und eine Holzhütte, in denen der Verkauf provisorisch weitergeht. „Das geht nur gemeinsam“, ist sich Dieter Jakob sicher. „Den Verkaufswagen haben wir von Geflügel Geuecke, den hatte der Maiworms Thomas auch bei seinem Umbau. Und die Holzhütte hat uns der Nelli (Bäckerei König) geliehen.“

„Zusammen viel erreichen“

„Gemeinsam“ steht für Familie Jakob ohnehin ganz im Vordergrund. „Wir haben hier einen richtig guten Zusammenhalt bei den Gastronomen und auch den Einzelhändlern“, freut sich der Traditions-Fischhändler. „Wir können zusammen so viel erreichen.“

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