29.000 Beschäftigte können Termin vereinbaren

Impfstraße für 320 Firmen im Sauerland nimmt Betrieb auf - doch es mangelt an Impfstoff

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Stellten das Konzept der Impfstraße vor, die vom Arbeitsmedizinischen Zentrum für den Kreis Olpe in der Firma Mubea betrieben wird (v.l.): Simone Schulte, Dr. med. Inna Zimmer, Burkhard Giebeler (Ärztliche Leitung), Dr. med. Surjadjiman Djaja und Stephan Stracke (Geschäftsführender Vorstand des Arbeitsmedizinischen Zentrums).

Eine Impfstraße in der Zentrale der Attendorner Firma Mubea ist in Kooperation mit dem Arbeitsmedizinischen Zentrum für den Kreis Olpe entstanden. Seit Dienstag, 8. Juni, können sich dort Beschäftigte von Mubea und den anderen Mitgliedsbetrieben des Arbeitsmedizinischen Zentrums dort noch bis Ende September impfen lassen.

Attendorn - „Wir sind froh über diese Möglichkeit, die uns die Firma Mubea gegeben hat“, berichtet Stephan Stracke, geschäftsführender Vorstand des Arbeitsmedizinischen Zentrums für den Kreis Olpe (AMZ), über die Eröffnung der Impfstraße für insgesamt 320 Mitgliederbetriebe in der Zentrale der Firma Mubea in Attendorn. Seit Dienstag, 8. Juni, können sich dort nicht nur die Mitarbeiter von Mubea, sondern auch der Mitgliedsbetriebe des AMZ impfen lassen. (News zu Corona im Kreis Olpe)

Drei bis vier Wochen hat es die Attendorner Firma Mubea gekostet, die Impfstraße zu planen und zu realisieren. Dabei sei der Personalaufwand jedoch am Größten gewesen, wie Stephan Stracke über die Arbeiten erzählt. Von Anfang an hatte sich Mubea mit dem Arbeitsmedizinischen Zentrum in Verbindung gesetzt. Ein Betriebsarzt begleitete die Planung die ganze Zeit über und gab Tipps und Anregungen.

Entscheidung auf Biontech gefallen

Insgesamt 29.000 Beschäftigte umfassen die Mitgliedsbetriebe des AMZ, die das Angebot annehmen dürfen. Stephan Stracke schätzt, dass davon noch rund die Hälfte ohne Impfung sei. Geimpft wird von den Ärzten des AMZ nur mit Biontech. „Wir haben uns für Biontech entschieden, weil es die beste Lösung für uns ist“, erklärt Stephan Stracke weiter. Das AMZ habe sich gegen AstraZeneca entschieden, da ein Großteil der Beschäftigten unter 60 Jahre alt sei und es keine weiteren Lieferungen des Impfstoffs geben wird. Zudem entschied sich das Team des AMZ gegen den Vektor-Impfstoff, da sie den Empfehlungen der ständigen Impfkommission folgten.

„Wir springen als Betriebsärzte und bedauern den Mangel am Impfstoff“, sagt Stephan Stracke, der sich eine andere Lösung gewünscht hätte. „Wir wollen nicht um die Impfungen mit Hausärzten und dem Impfzentrum konkurrieren, sondern unterstützen. Keinem ist geholfen, wenn die Dosen nur an uns, aber nicht ans Impfzentrum gegeben werden.“ Eigentlich war gedacht, dass die Betriebsärzte die Impfkampagne unterstützen. „Wir haben in der ersten Woche 102 Dosen pro Betriebsarzt bekommen. In der nächsten Woche bekommen wir nur noch rund 80. Danach die Woche könnte es noch schlechter werden“, fährt Stracke fort. Insgesamt arbeiten fünf Betriebsärzte in der neuen Impfstraße.

Aufbereitung des Impfstoffs durch Apotheke

Freitags erhält das Arbeitsmedizinische Zentrum für den Kreis Olpe die Mitteilung, wie viel Impfstoff sie für die Woche erhalten. Dementsprechend öffnet das Team die Terminkontingente auf der Homepage des AMZ (amz-olpe.de). Montags wird der Impfstoff von Biontech dann in der Apotheke aufbereitet und aufgezogen. Innerhalb von fünf Tagen müssen die Dosen dann verimpft werden. „Wir können nur von Woche zu Woche planen“, erklärt Stephan Stracke die Schwierigkeiten. Um die Sicherheit zu gewährleisten hat die Firma Mubea sogar einen medizinischen Kühlschrank gekauft, in dem die wenigen Impffläschchen verloren wirken. Platz gäbe es im Kühlschrank für maximal 400 Impfflaschen.

Ein anderes Problem sei der Verwaltungsaufwand, wie Stephan Stracke betont. Allein vier Arzthelferinnen seien damit beschäftigt, sich um den „Papierkram“ sowie Anmeldung und den zweiten Impftermin zu kümmern. Außerdem wurden zusätzlich ein weiterer Arzt und zwei Arzthelferinnen eingestellt, um die Arbeit des AMZ zu gewährleisten. Bis Ende September gibt es das Angebot der Impfstraße noch in den Räumlichkeiten der Firma Mubea. Im September möchte das Team des AMZ die Räume in der Trift vorbereiten, um dort die Impfungen fortsetzen zu können.

„Wir haben bislang keine Ablehnung für das Angebot erhalten. Vielleicht auch weil wir auf AstraZeneca verzichtet haben“, berichtet Burkhard Giebeler, ärztliche Leitung des AMZ. „Die Nachfrage ist groß.“ Innerhalb von wenigen Minuten wären die Termine für die erste Woche bereits vergeben gewesen. Doch die Impfstraße nimmt nur langsam Betrieb auf. Zuerst sollen alle Abläufe geprüft werden und dann ist da noch das Problem mit den fehlenden Impfdosen, die für eine schnelle Impfkampagne benötigt werden.

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