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Neuer Wohnraum für Attendorn

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Von: Andrea Vollmert

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Im rot umrandeten Gebiet zwischen Petersburg und Neu-Listernohl könnten schon in kurzer Zeit bis zu 75 Bauplätze in drei Schritten entstehen.
Im rot umrandeten Gebiet zwischen Petersburg und Neu-Listernohl könnten schon in kurzer Zeit bis zu 75 Bauplätze in drei Schritten entstehen. © Gerhard Launer

In idyllischer Lage, zum Teil sogar mit Blick auf den Biggesee, könnten innerhalb kürzester Zeit bis zu 75 neue Bauplätze entstehen.

Attendorn/Petersburg – Das aktuell entstehende Baugebiet Neu-Listernohl-Nord zeigt die ungebrochene Nachfrage nach Baugrundstücken in Attendorn: Für die 44 Grundstücke hatten sich 210 Bewerber interessiert. Nun könnte es ein weiteres Angebot geben.

Die Volksbank Bigge-Lenne beabsichtigt, in Petersburg auf einer Fläche von rund 32.000 Quadratmetern bis zu 44 Baugrundstücke zu entwickeln. Darüber hinaus gibt es eine angrenzende Fläche von circa 24.000 Quadratmetern, auf der weitere rund 30 Grundstücke entstehen könnten.

Die Vertreter der Bank haben in den vergangenen Monaten bereits intensive Gespräche mit Verwaltung und Politik geführt und ihr Erschließungs- und Vermarktungskonzept präsentiert. Ein besonderes Sahnestück ist hierbei eine etwa 900 Quadratmeter große Grünzone mitten im Erschließungsgebiet, die Raum für Begegnung oder eine Spielzone schaffen soll. Auch hinsichtlich des Themas „bezahlbarer Wohnraum“ hat sich die Bank etwas einfallen lassen. So ist neben kostenoptimierten Grundstücksgrößen unter anderem auch vorgesehen, etwa 40 Prozent der Grundstücke unter Sonderkonditionen zu veräußern. Hierzu wird angeboten eine bevorrechtigte Personengruppe zu definieren, die dann zu günstigeren Preisen die Grundstücke erwerben können. Hier würden die Quadratmeterpreise weit unter dem liegen, was schon vor einigen Jahren zum Beispiel in Biekhofen und Ennest gefordert worden ist.

Auf Antrag der CDU-Fraktion kommt es nun in der nächsten Sitzung des zuständigen Ausschusses zur Beratung und Beschlussfassung über das Projekt. „Es ist tatsächlich fünf vor zwölf“, meint CDU-Stadtverordneter Rolf Schöpf. „Wir als Kommune können es uns nicht leisten, die hier wohnen wollenden Menschen abzuweisen.“ Deshalb wolle man den Weg einer privaten Erschließung gehen, um zusammen mit den städtischen Flächenentwicklungen zügig zahlreiche neue Wohnangebote zu schaffen.

Gerade die Entwicklung neuer Wohnflächen in Neu-Listernohl wird auch seitens der Attendorner Wirtschaft gefordert. Arndt Kirchhoff weist in einem Schreiben an Bürgermeister Christian Pospischil darauf hin, „dass es wünschenswert sei, „weitere Flächen in der Nähe des zukünftigen Industriegebietes Fernholte-Eckenbachtal zu entwickeln“. In diesem Industriegebiet „sollen geschätzt rund 1500 Arbeitsplätze entstehen. Das löst – neben dem ohnehin bestehenden Bedarf – eine zusätzliche Nachfrage nach Wohnraum aus“.

Angesichts der großen Nachfrage nach Baugrundstücken sollte diese Fläche bald erschlossen werden, erst recht, wenn durch die Realisierung des Industriegebietes Fernholte-Eckenbach arbeitsplatznahe Wohnmöglichkeiten verstärkt nachgefragt werden.

Bürgermeister Christian Pospischil

Bürgermeister Christian Pospischil unterstützt eine zeitnahe Realisierung der Baugrundstücke: „Das Baugebiet Petersburg/Krähenberg ist bereits im Flächennutzungsplan als Wohnbaufläche enthalten. Angesichts der großen Nachfrage nach Baugrundstücken sollte diese Fläche bald erschlossen werden, erst recht, wenn durch die Realisierung des Industriegebietes Fernholte-Eckenbach arbeitsplatznahe Wohnmöglichkeiten verstärkt nachgefragt werden. Unter welchen Konditionen es zur Realisierung kommen soll, wird in Kürze Gegenstand der Beratungen in den städtischen Gremien.“

Wir sind bereit, die Stadt Attendorn bei der Schaffung von Bauland maßgeblich zu unterstützen.

Bernd Griese, Volksbank Bigge-Lenne

Der Vorstand der Volksbank Bigge-Lenne freut sich, dass das Projekt nun in den politischen Beratungsprozess kommt. Bernd Griese: „Wir sind bereit, die Stadt Attendorn bei der Schaffung von Bauland maßgeblich zu unterstützen. Als Regionalbank mit gelebter Verantwortung für unsere Heimat sind wir überzeugt, dass wir für die Entwicklung der Flächen in Petersburg ein innovatives Konzept entwickelt haben, das das Spannungsfeld zwischen der notwendigen Wirtschaftlichkeit eines solchen Projektes und der sozialen Dimension „bezahlbarer Wohnraum“ im Sinne unseres genossenschaftlichen Förderprinzips ausgleicht. Wenn die Politik zustimmt, können wir schon im kommenden Jahr mit der Realisierung beginnen und vielen Menschen, die im Baugebiet Listernohl-Nord nicht zum Zuge gekommen sind, eine ortsnahe Alternative bieten.“

Am 13. Juni wird im Ausschuss für Planen, Bauen, Klima- und Umweltschutz (PBKU) über das Konzept beraten. Sollte es eine Mehrheit für eine Kooperation mit der Volksbank Bigge-Lenne geben, wird in den Sommerferien ein städtebaulicher Vertrag vorbereitet, der die Vorbereitung aller notwendigen Planungen sowie Gutachten und die Begleitung des Planverfahrens auf Kosten der Volksbank in Abstimmung mit dem Planungsamt beinhalten wird.

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