„Das Weg ist das Ziel“

Kabarettistin Lioba Albus zu Gast in der Hansestadt

Kabarettistin Lioba Albus tritt mit ihrem neuen Programm „Das Weg ist das Ziel“ im Oktober in Attendorn auf.

Attendorn. Lioba Albus kommt am 11. und 12. Oktober mit ihrem neuen Programm „Das Weg ist mein Ziel“ in die Hansestadt. Das Kulturbüro hat die in Attendorn geborene Kabarettistin für zwei Tage im Oktober in das Rivius-Gymnasium eingeladen.

Wenn so nach und nach alle mal weg sind, wo sind sie denn dann hin? Und wenn weniger wirklich mehr ist, warum wollen dann nicht alle viel, viel mehr vom Weniger statt immer mehr vom Mehr? Und wenn das Weg so erstrebenswert ist, wo finde ich denn dann den Weg zum Weg? Mia Mittelkötter ist verwirrt. Früher hieß es immer: Zu Hause ist es am schönsten. Neuerdings wollen alle immer nur weg: in den Urlaub, aus dem Alltag, aus der eigenen Haut; Tapetenwechsel, Partnerwechsel, Seitenwechsel … Alle sind in Bewegung, kaum einer kommt an. 

Diesem Phänomen will sie auf den Grund gehen, macht sich auf den Weg, das Weg zu suchen. Gemeinsam mit dem Publikum taucht sie ein in die wunderbare Welt des Weniger. Unterstützt wird sie dabei von einem Panoptikum schräger Weggefährten. In gewohnt rasantem Rollenwechsel bringt sie das Publikum an den Rand der Zwerchfellbelastbarkeit. Wer dann auf dem Heimweg merkt, dass er sich weggelacht hat und trotzdem noch da ist, hat begriffen: Das Weg ist mein Ziel.

"Mit sauerländischer Gründlichkeit"

Lioba Albus erzählt: „Nach dem Samstagsabendgottesdienst und vor der Sonntagsfrühmesse wurde ich als siebtes Kind meiner Mutter Hedwig Paula und meines Vaters Heinrich August in Attendorn im Sauerland geboren. Da meine Geschwister mir nicht nur im Alter sondern auch in sämtlichen anderen Fertigkeiten wie Gummitwist, Kaugummiweitspucken, Spottliedersingen und Süßigkeiten klauen überlegen waren, habe ich mich auf die einzige, noch unbesetzte Kompetenz des Widerwortegebens spezialisiert. In der Schule konnte ich damit bei den Mitschülerinnen mehr punkten als bei den Lehrern. Trotzdem haben es die Lehrer -einige sehr gegen ihren Willen- mit mir bis nach dem Abitur ausgehalten. 

In München, auf der Schauspielschule, waren eigene Texte eher nicht gefragt. Als Minna von Barnhelm und Maria Stuart konnte ich nur bedingt überzeugen, da meine Mitschüler bei jeder noch so ernst gemeinten Interpretation klassischer Stoffe meinerseits kichernd in sich zusammensanken. Unter Schmerzen wandte ich mich also den eher komischen Stoffen zu und absolvierte unter brüllendem Gelächter der Prüfungskommission meine staatliche Prüfung. In dramatischen Rollen wie Schneeweißchen und bösem Zwerg in einer hochkarätigen Märchenproduktion habe ich dann die Bretter, die die Welt bedeuten bei den badischen Kammerschauspielen erobert. Schließlich habe ich am Dortmunder Kinder- und Jugendtheater so oft die Paula aus dem Aufklärungsstück „Was heißt denn hier Liebe“ gegeben, dass ich beschloss, das weitergegebene Wissen persönlich anzuwenden und mich zu vermehren. Dieses Vorhaben ist mir mit sauerländischer Gründlichkeit gleich dreimal geglückt. Leider musste ich früh feststellen, dass drei Töchter viel Freude machen aber auch viel Leere in Kühl- und Brotschrank auslösen.

 Im Jahre 1991 startete ich mein erstes Kabarettprogramm als Solistin. Zwölf weitere Soloprogramme folgten bis heute. Gleichzeitig arbeitete ich bei Funk und Fernsehen vor allem öffentlich-rechtlich und mit größter Vorliebe beim WDR. Ich habe die legendäre Radiosendung „Unterhaltung am Wochenende“ neben Größen wie Harald Schmidt, Elke Heidenreich, Hanns-Dieter Hüsch und Konrad Beikircher moderieren dürfen. In diversen Satirefernsehsendungen wie den Mitternachtsspitzen, Blond am Freitag, Missfits und Verwandte und der Ladiesnight war ich zu Gast. Inzwischen finde ich es nicht mehr so schmerzlich, dass die Menschen bei meinen Darbietungen Tränen lachen. Manchmal stelle ich mich heimlich vor einen Spiegel und gebe für mich selbst Maria Stuart in Kurzfassung. Manchmal weine ich dann über meine tragischen Fähigkeiten. Damit lässt sich auch heutzutage für mich kein Geld verdienen, aber es ist gut gegen Tränensäcke.“

Karten gibt es bei der Tourist-Info in der Rathauspassage und im Bürgerbüro der Stadt Attendorn sowie bei der Buchhandlung Hoffmann in Attendorn und online unter www.tickets.attendorn.de. Die Tickets im Vorverkauf kosten 15 Euro plus 2,50 Euro Gebühren. An der Abendkasse kosten sie 18 Euro. Einlass ist um 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr. Alle Informationen gibt es hier.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare