Kinderschutzbund neu aufgestellt

Der Vorstand (v.l.), Hildburg Segatz, Susanne Schönauer, Christian Neubacher, Christina Huckestein und Annette Ritz (Thomas Zenker und Rita Joeres fehlen) freut sich über sein erstes eigenes Büro und bietet ab Januar feste Sprechzeiten an. Foto: Anette Leusmann

Der Deutsche Kinderschutzbund wurde 1953 in Hamburg gegründet und setzt sich für alle Kinder in Deutschland, gleich welcher Herkunft ein. Er kümmert sich um Missstände, sucht das Gespräch mit Politkern und Verwaltungen, um Verbesserungen zu bewirken und packt selber mit an. Aktuell sind über 50.000 Einzelmitglieder in rund 420 Ortsverbänden aktiv. Auch im Kreis Olpe gibt es seit dem 4. September 2000 einen Ortsverband.

Er wurde damals durch die Initiative der Frauenunion Olpe gegründet. In all den Jahren bewirkte der Verein viele praktische Sachen im Kreis Olpe, arbeitete jedoch mit recht wenig Mitgliedern sehr im Hintergrund. Aus dem Gründungsvorstand blieben im Laufe der Zeit nur noch zwei Mitglieder übrig und eine Neuorganisation war dringend notwendig. Im Mai wählte der Ortsverband einen neuen Vorstand und beginnt unter der Leitung von Christian Neubacher einen Neustart. "Dazu gehört auch eine vernünftige Präsentation nach außen", bekräftigt Neubacher. So wurde zunächst eine Internetseite gestaltet (www.kinderschutzbund-olpe.de), auf der sich der Ortsverband vorstellt.

Ab Januar Sprechstunden

Als weitere Aktionen trommelte der Verein anlässlich des Weltkindertages im September auf der Muggelkirmes für Menschenrechte und verteilte kürzlich an die Erstklässler der Grundschulen (der SauerlandKurier berichtete) Warnwesten. Zur Weihnachtszeit unterstütze der Verband das Frauenhaus in Olpe, in dem er den Kindern Weihnachtswünsche erfüllte. Die Finanzierung solcher Aktionen ist durch Eintrag in die "Bußgeldrolle" möglich. Jeder gemeinnützige Verein kann diese Eintragung beantragen. "Es liegt im Ermessen des Richters oder des Staatsanwaltes, an welchen Verein er dann ein Bußgeld vergibt", erläutert Christian Neubacher. Der Ortsverband ist sehr froh darüber, dass ihm diese Gelder zur Verfügung gestellt werden, mit denen Aktionen finanziert werden können. Denn durch die Mitgliedsgelder und die Spenden (Sparkasse ALK, BLZ: 46251630, Konto: 1000405) kann der Verein nicht leben und somit nicht handeln. Der Ortsverband hat immer offene Augen und Ohren, wenn Hilfe notwendig ist. "Wir unterstützen Dinge, die sonst ohne finanzielle und personelle Hilfe nicht gemacht werden können und wo es aktuell erforderlich ist", erklärt Susanne Schönauer, stellvertretende Vorsitzende.

Finanzierung auch durch Bußgelder

"Auch Stadtteilarbeit, die sich auf Kinder bezieht, könnte auf den Kinderschutzbund aufgebaut werden", gibt Schriftführerin Annette Ritz zu bedenken. "Dafür brauchen wir viele aktive Mitglieder, die für Kinder kämpfen möchten" ist sich der Vorstand einig. Denn an Aufgaben mangelt es nicht. Mittlerweile ist der Verband auch Bestandteil des Netzwerkes "Frühe Hilfe". Dieses besteht aus mehreren Organisationen im Kreis Olpe und dient dazu, die Gefährdung von unter drei-jährigen in Familien zu erkennen. "Wir erarbeiten ein Netzwerk, wie man Kindeswohlgefährdung erkennen und damit umgehen kann", erklärt der Vorsitzende.

Mit aus diesem Grund ist Susanne Schönauer momentan dabei, im Auftrag des Kinderschutzbundes das Zerifikat zur Kinderschutzkraft zu erwerben. Damit steht sie in Zukunft als Ansprechpartnerin bei der Gefährdung von Kindeswohl zur Verfügung: "Unser Ziel und Arbeit im Kinderschutzbund ist es, beratend tätig zu sein und eine Situation zu bewerten", so Susanne Schönauer.

Nicht nur aus diesem Grund ist der Ortsverband froh, nun endlich erstmalig ein eigenes Büro zu haben. Es befindet sich in der Hansastraße 14 in Attendorn, die Zuständigkeit bezieht sich jedoch auf den gesamten Kreis Olpe. Ab Januar bietet der Kinderschutzbund dort mittwochs und freitags von 15 bis 17 Uhr feste Sprechzeiten an. "Wir freuen uns über jeden, der vorbei kommt, auch nur zum gucken und zu einem Kaffee", versichert Susanne Schönauer.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare