Bürgerinitiative kämpft für den Erhalt des Eckenbachtals

Klage gegen den Kreis Olpe

Die Bürgerinitiative Eckenbachtal beriet in der vergangenen Woche bei einer außergewöhnlichen Mitgliederversammlung über das weitere Vorgehen zum Erhalt des Eckenbachtals. Foto: Anette Leusmann

Die Bürgerinitiative Eckenbachtal e.V. informierte jetzt in einer außergewöhnlichen Mitgliederversammlung im Café Moses in Neu-Listernohl über den Stand der Dinge und das weitere Vorgehen bezüglich des Erhalts des Eckenbachtals.

Seit dem 20. September 2014 ist der Verein Mitglied in der Landesgemeinschaft Natur und Umwelt (LNU). Die LNU hat am 5. Januar, unterstützt durch die Bürgerinitiative, Klage gegen den Kreis Olpe erhoben und dadurch ein Gerichtsverfahren eingeleitet. Gegenstand dieses Verfahrens ist eine wasserrechtliche Genehmigung zur Verlegung von Gewässern, die der Stadt Attendorn aus ökologischen Gründen nicht hätte erteilt werden dürfen. Dabei geht es um streng geschützte Quellen und Fließgewässer im hinteren Teil des Bebauungsgebietes.

Die ursprüngliche Planung des Industriegebietes Fernholte/Eckenbachtal aus dem Jahr 2006 weist eine Industriefläche von 22 bis 24 Hektar Fläche aus und es sollten 135.000 Kubikmeter Erde bewegt werden. „Wir haben gedacht, die Quellen wären geschützt“, erklärte Wendelin Heinemann, Schriftführer des Vereins. „Es war nicht die Rede davon, dass das kaputt gemacht wird“.

Änderung der damaligen Pläne

Im Jahr 2009 erfolgte in einer Entwicklungssatzung eine gravierende Änderung der bisherigen Planung. „Wir haben damals die Unterlagen nie gesehen“, versicherte Heinemann. Nun erstrecke sich das geplante Industriegebiet auf eine Fläche von 32 Hektar. Es müssten 800.000 Kubikmeter Erde bewegt werden, was 66.667 Lkw-Ladungen entspräche und die sicher geglaubten Quellen sollten zugeschüttet und verlegt werden.

In diesen Quellen lebt aber – was ein durch die Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten nachweist – die Dunkers Quellschnecke. „Die Dunkers Quellschnecke ist ein Relikt aus der Eiszeit und Indikator für bestes Wasser“, berichtete Heinemann. Außerdem stehe sie auf der Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere. Neben dieser Schneckenart gebe es im Eckenbachtal noch andere Tiere, welche auf der Roten Liste aufgeführt seien. Das werde durch Gutachten belegt und dort setzt die Bürgerinitiative an. „Wir stützen uns auf ihre eigenen Gutachten“, so der Vorstand. Für die Mitglieder des Vereins ist es völlig unverständlich, dass der Kreis Olpe die Gewässergenehmigung erteilt hat. „Der Kreis Olpe hat gesagt, dass Gebiet hat kein gutes ökologisches Potenzial“, empörte sich Heinemann. „Das ist Unsinn!“.

Bauarbeiten teilweise eingestellt

Am 21. August 2014 wurde die Genehmigung durch den Kreis Olpe erteilt und im Januar reichte die LNU die Klage ein. Seitdem sind die Bauarbeiten im Bereich der Quellen und Bachläufe eingestellt worden und dürfen während des laufenden Verfahrens auch nicht fortgesetzt werden. Dass der Straßenbau momentan nicht weiter fortgeführt wird, hat wetterbedingte Gründe.

ffi Fortsetzung und

Kommentar auf Seite 22 (Von Anette Leusmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare