Wohlfühl-Atmosphäre inbegriffen

Christine Westermann liest und erzählt in Attendorn

Nach ihrer Lesung signierte Christine Westermann (r.) am Büchertisch.

Attendorn – Christine Westermann hat auf Einladung von Kultura Attendorn aus ihrem aktuellen Buch „Manchmal ist es federleicht. Von kleinen und großen Abschieden“ gelesen. Und am Ende der ausverkauften Lesung spendete das Publikum einen langanhaltenden Applaus.

Eine Lesung im klassischen Sinn war das nicht, was Christine Westermann den Gästen im bis auf den letzten Platz besetzten Kino JAC bot: Die auf den ersten Blick ernsten Themen wurden mit kurzweiligen Anekdoten geschmückt. Westermanns lockere und humorvolle Erzählweise regte die Zuhörer nicht nur zum Nachdenken an. „Es war mindestens genau so viel Leichtigkeit zu spüren sowie eine große Portion Selbstironie seitens der Autorin“, so die Verantwortlichen. Aber nicht nur das machte den Abend so besonders. Im neuen Attendorner Kino boten die Räumlichkeiten von Anfang an eine absolute Wohlfühlatmosphäre. 

Männer waren Mangelware bei diesem Christine-Westermann-Abend, und die vielen Frauen im Publikum begleiteten die Lesung so, als wäre die Moderatorin eine gute alte Freundin. Da gab es Szenenapplaus und immer wieder Lacher für Westermanns Betrachtungen des Phänomens, wenn Menschen oder Dinge aus ihrem Leben verschwinden. Vor allem drei große Abschiede haben die Moderatorin sehr bewegt, erfährt das Publikum: Der Tod ihres Vaters, dem sie ihr Buch gewidmet hat, das Ende der von ihr so geliebten Sendung „Zimmer frei“ und der Tod ihrer niederländischen Freundin Anne. 

Und noch ein Abschied tut weh: das Vergehen der äußerlichen Schönheit. „Das schmerzt mich“, bekennt Christine Westermann, und quittiert die Tatsache mit Humor: „Man muss auch wissen, wann man verloren hat.“ Genauso ihre Erkenntnis „Abschied nehmen ist eine Kunst, ein Rezept dafür gibt es nicht“, ihr Bekenntnis zum 1. FC Köln und die humorvollen Schilderungen ihrer Misserfolge mit Pilates und Yoga. 

Klar, dass so etwas nicht ohne eine Zugabe enden konnte. Christine Westermann griff freiwillig noch einmal zu ihrem Buch und las die Geschichte, in der ein Taxifahrer sich bei ihr für die 20 Jahre bedankte, in der sie in der WDR-Kultsendung „Zimmer frei!“ zu erleben war. 

Dann strömte das Publikum in das Foyer, direkt auf den Büchertisch zu. Christine Westermann signierte mit sehr persönlichen Texten die erstandenen Bücher und löste damit auch ein Versprechen vom Anfang des Abends ein: „Ich signiere, was sie mir hinhalten – vom Oberarm bis zur Eintrittskarte.“

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