Ausstellung in der Kundenhalle der Sparkasse eröffnet

„Mach dir eine Bild“

Heinz-Jörg Reichmann (Vorsitzender Sparkasse ALK), Bürgermeister Christian Pospischil, Fotografin Marie Köhler, Arndt G. Kirchhoff (Vorsitzender des Kunstvereins Südsauerland) und einige Mitglieder der Gruppe „Afrikanisches Trommeln“ (vorne) bei der Ausstellungseröffnung in der Kundenhalle der Sparkasse. Foto: Anette Leusmannn

Die Herner Fotografin Marie Köhler startete 2013 in Christoph Schlingensiefs Operndorf in Burkina Faso das Fotografieprojekt „Mach dir ein Bild“.

Sie lebte vier Monate im Operndorf und arbeitete mit 200 Kindern und Jugendlichen in einem Fotoworkshop. Die Kinder wurden mit Kameras ausgestattet und zeigen mit ihren Bildern das Leben im Operndorf aus ihrer Sicht.

Aus den entstandenen Bildern traf Marie Köhler eine Auswahl, die sie sowohl in einem Fotobuch, als auch in Ausstellungen in Deutschland präsentiert.

Bis zum 11. Februar ist die Ausstellung „Mach dir ein Bild“ in der Kundenhalle der Sparkasse Attendorn-Lennestadt-Kirchhundem zu besichtigen. „Es freut mich, dass es uns dank der Sparkasse ALK und dem Kunstverein Südsauerland gelungen ist, dieses von öffentlichen Stellen wie dem Goethe Institut und dem Auswärtigen Amt unterstützte renommierte Projekt in unserer Stadt präsentieren zu können“, erklärte Bürgermeister Christian Pospischil bei der Ausstellungseröffnung am Freitag. Die Initialzündung dafür, die Ausstellung nach Attendorn zu holen, gab Altbürgermeister Wolfgang Hilleke und diese Idee wurde von seinem Nachfolger gerne aufgegriffen und umgesetzt.

„Ich bin der Meinung, dass diese Ausstellung eine Bereicherung für unsere Stadt ist und wir von Afrika lernen können“, so Pospischil. Das Besondere an der Ausstellung ist, dass die Werke durch einheimische Kinder und Jugendliche entstanden sind und dadurch dem Betrachter ein völlig anderes Bild von dem Leben im Operndorf vermitteln. Sie sehen vieles aus einem anderen Blickwinkel als Erwachsene.

Begegnung auf Augenhöhe

„Deshalb ist es nur recht und billig, die Welt einmal mit den Augen der Kinder zu sehen und danach zu fragen, was sie zu sagen haben“, bekräftigte Bürgermeister Pospischil.

Für Marie Köhler war die Zeit im Operndorf eine tolle Erfahrung. Sie berichtete in einem kurzen Impulsvortrag von ihren Eindrücken und erläuterte die Ziele ihres Projektes. „Mach dir ein Bild ist kein Hilfsprojekt, es ist in erster Linie solidarisch“, erläuterte die Künstlerin. Ihr war es sehr wichtig, den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen und sich auf dieser Ebene mit ihnen auszutauschen.

Die Kinder und Jugendlichen wurden durch das Projekt künstlerisch gefördert und bekamen durch die Möglichkeit, ihre Form des Lebens selber zu sehen und vor allem nach außen zu zeigen.

Die meisten Menschen waren noch nicht in Afrika und haben sich durch die Öffentlichkeit ihr eigenes Bild gemacht, in dem häufig Katastrophenmeldungen im Vordergrund stehen.

Doch Bilder vom täglichen Leben in Afrika gibt es sehr selten. „Diese Lücke wollte ich füllen“, erklärte die Fotografin. Nach Burkina Faso führte sie 2014 einen weiteren Fotoworkshop in Ruanda durch, dessen Ergebnis nun auch in einem Bildband erhältlich ist. Marie Köhlers Arbeit ist aber noch nicht beendet: Sie plant noch in anderen Ländern Afrikas ihr Fotoprojekt durchzuführen. (Von Anette Leusmann)

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